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Fenster putzen im Winter: geht das überhaupt?

Privat Lesezeit 4 Minuten · Klar GmbH, Gebäudereinigung Penzberg

Fenster lassen sich auch im Winter putzen, innen jederzeit und außen an Tagen über null Grad. Bei leichtem Frost geht es nur mittags, wenn die Sonne aufs Glas scheint, und immer nur ein Flügel nach dem anderen. Bei Dauerfrost bleibt die Außenseite, wie sie ist, bis es taut.

Fenster putzen im Winter: geht das überhaupt?

Woher der Winterschmutz auf dem Glas kommt

Im Sommer liegen Pollen und Staub auf der Scheibe. Im Winter kommen andere Beläge dazu, und die sitzen zäher:

BelagWoWoher
Salzschleier, weißlich und rauaußen, vor allem an StraßenStreusalz, das Autos und Wind hochwirbeln
Ruß und FeinstaubaußenHolzöfen und Kamine
Grauer Film, meist unteninnenKondenswasser, das Hausstaub mitnimmt
Schwarze Ränder an Rahmen und DichtunginnenSchimmel durch Feuchtigkeit, ein Lüftungsthema
Wenn innen Eis auf der Scheibe sitzt, ändert Putzen nichts daran. Wir sehen das meist bei Einfachverglasung, alten Kastenfenstern, undichten Fensterdichtungen oder sehr feuchter Raumluft. Dann lohnt zuerst ein Blick auf Dichtungen und Luftfeuchte.

Ab wann Wasser auf der Scheibe gefriert

In der Mittagssonne wird die Außenscheibe wärmer als die Luft. Im Schatten und nach klaren Nächten ist sie dagegen oft kälter, weil sie Wärme abstrahlt. Wenn das Thermometer dann knapp über null zeigt, kann der Wasserfilm auf dem Glas schon gefrieren, und nach dem Abziehen bleiben Eiskristalle stehen.

AußentemperaturAuf dem GlasAußen putzen
über +5 °CWasser trocknet langsamwie im Sommer, mit lauwarmem Wasser
0 bis +5 °CWasser bleibt lange stehen, Reiniger wirkt schwächerkleine Flächen, sofort abziehen, Kanten nachtrocknen
−5 bis 0 °CWasserfilm gefriert schnellnur, wenn die Mittagssonne auf das Glas scheint
unter −5 °CGummilippe wird hart, Wasser gefriert beim Abziehennur innen, außen erst wieder bei Plusgraden

Die beste Gelegenheit für die Außenseite sind Föhntage, weil sie im Winter oft Plusgrade bringen. Der warme Wind trocknet das Wasser allerdings schnell an. An solchen Tagen lieber noch kleinere Flächen einwaschen und sofort abziehen.

Was Spiritus im Putzwasser bringt

Knapp über null hilft ein Schuss Brennspiritus oder Isopropanol im Putzwasser. Beides verdunstet fast ohne Rückstand, und das Wasser trocknet schneller ab. Isopropanol gibt es als Isopropylalkohol in der Apotheke oder im Fachhandel.

Vor Frost schützt die übliche Menge kaum, dafür bräuchte es ein Vielfaches an Alkohol. Wenn Sie trotzdem mehr Spiritus nehmen, trocknet das Wasser zu schnell an, und es bleiben Streifen.

Acrylglas, wie es etwa an Vordächern und Gewächshäusern sitzt, wird von Alkohol rissig. Dort also ohne Alkohol putzen.

Autoscheiben-Frostschutz, Salz oder ein extra Schuss Spülmittel helfen hier nicht. Der Frostschutz hinterlässt einen Schmierfilm, Salz trocknet als weißer Rand an, und mit mehr Spülmittel gefriert das Wasser trotzdem.

Mit Teleskopstange und Osmosewasser lässt sich bei Frost nicht arbeiten. Das entmineralisierte Wasser wird dabei nicht abgezogen, es trocknet auf dem Glas ab. Bei Frost gefriert der Film vorher, und auch Schlauch und Filter können einfrieren. Hohe Glasflächen und Fassaden kommen erst wieder bei Plusgraden dran.

Fenster an einem Frosttag putzen

Wir nehmen uns an Frosttagen immer nur einen Fensterflügel vor und ziehen ihn gleich nach dem Einwaschen ab, nie die ganze Front auf einmal.

Bei Frost gefriert Tropfwasser auf Fensterbank, Balkon und Gehweg schnell zu Glatteis. Wischen Sie es gleich auf oder streuen Sie danach, vor allem vor Schaufenstern am Gehweg.

  1. Zwischen 11 und 14 Uhr. Um diese Zeit liegt die Sonne auf den Südfenstern, und dort ist das Glas am wärmsten. Die tief stehende Sonne zeigt Ihnen dann auch jeden Streifen. Auf Fenster nach Norden fällt im Winter keine Sonne, die bleiben bei Frost außen ungeputzt.
  2. Das Putzwasser. Erst 5 l lauwarmes Wasser (etwa 30 °C) in den Eimer, dann rund 30 ml Fensterreiniger-Konzentrat und einen Schuss Spiritus dazu. Bitte kein heißes Wasser: Kaltes Glas kann beim Temperatursprung reißen, alte Scheiben und angeschlagene Kanten zuerst. Spiritus ist leicht entzündbar, deshalb nicht direkt neben Kaminofen oder Kerze anmischen.
  3. Bevor Sie einwaschen. Rahmen und Falz vorher mit einem feuchten Tuch sauber wischen, damit beim Abziehen kein Schmutz auf das fertige Glas läuft.
  4. Beim Abziehen. Die kalte Gummilippe braucht etwas mehr Druck als sonst und nach jedem Zug einen Wisch mit dem Tuch.
  5. An den Kanten. Dort gefriert Restwasser zuerst, also gleich mit dem Mikrofasertuch nachtrocknen.
  6. Innen bei Zimmertemperatur. Hier reicht normal dosierter Glasreiniger, Spiritus braucht es nicht.
Laut Hersteller kann das Konzentrat schwere Augenschäden verursachen. Beim Dosieren gehören Schutzbrille und Handschuhe dazu. Nach einem Spritzer ins Auge mindestens 10 Minuten mit Wasser spülen. Die Lider dabei auseinanderhalten. Danach immer zum Augenarzt.

Abzieher, Tücher und Handschuhe bei Kälte

Den Abzieher lassen Sie am besten bis kurz vorher drinnen im Warmen liegen. Eine kalte Lippe wird hart, springt übers Glas und zieht Streifen. Im Winter lohnt es sich, öfter eine neue Gummilippe aufzuziehen.

Ein nasses Mikrofasertuch friert draußen bei Frost steif. Wir nehmen im Winter doppelt so viele Tücher mit wie sonst.

Wollhandschuhe saugen sich schnell voll. Besser sind Arbeitshandschuhe mit Fleecefutter und durchgehender Nitril- oder Latexbeschichtung, darin bleiben die Finger auch beim Einwaschen trocken.

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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.

Häufige Fragen dazu

Reicht es, die Fenster im Winter einmal zu putzen?

Im Privathaushalt reicht ein milder Tag Ende Januar oder im Februar, die gründliche Runde folgt dann im Frühjahr. Schaufenster an Straßen bekommen im Winter viel Salz ab. Dort bleibt es beim gewohnten Turnus, nur mit Terminen um die Mittagszeit.

Auf dem Dachfenster liegt Eis. Kann ich das abkratzen?

Besser nicht. Das Eis taut am besten von selbst, und heißes Wasser gehört auch nicht darauf. Beim Kratzen reiben eingefrorene Sandkörner über das Glas, und ein Kratzer bleibt. Viele Dachfenster lassen sich zum Putzen nach innen drehen, dann reinigen Sie die Außenseite vom Raum aus, sobald sie eisfrei ist.

Meine Fenster sind jeden Morgen innen beschlagen. Muss ich öfter putzen?

Nein. Mit Putzen wischen Sie nur die Wasserränder weg, am nächsten Morgen ist die Scheibe wieder nass. Die Raumluft ist zu feucht, meist über 60 Prozent. Da hilft nur Lüften: mehrmals am Tag fünf Minuten das Fenster ganz auf.

Geht der weiße Salzfilm mit normalem Glasreiniger ab?

Ja, Streusalz löst sich in Wasser, nur brauchen Sie dafür mehr Wasser als bei normalem Staub. Die Scheibe also mit reichlich lauwarmem Wasser einwaschen und erst danach abziehen.

Bevor Sie loslegen

Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.