Warum Winterfenster anders schmutzig sind
Im Sommer sind es Pollen und Staub, im Winter ist es ein zäher Film aus drei Quellen: Streusalz, das der Wind von der Straße hochträgt, Ruß und Feinstaub aus Holzöfen und Kaminen, und Kondenswasser, das innen an der Scheibe herunterläuft und Schmutzränder hinterlässt. Dazu kommt Föhn: Er bringt Saharastaub und trocknet alles fest an.
- Salzschleier außen: weißlich, fühlt sich rau an, braucht viel Wasser
- Grauer Film innen: Kondenswasser plus Hausstaub, meist unten an der Scheibe
- Schwarze Ränder an Rahmen und Dichtung: Schimmelansatz durch Feuchtigkeit, kein Fensterputz-Thema, sondern ein Lüftungsthema
Die gute Nachricht: Die tief stehende Wintersonne zeigt jeden Streifen. Sie sehen sofort, ob Sie sauber gearbeitet haben.
Ab wann Wasser auf der Scheibe gefriert
Glas ist im Winter kälter als die Luft, weil es Wärme abstrahlt. Bei minus 2 Grad Luft kann die Scheibe minus 5 Grad haben. Ein dünner Wasserfilm auf so einer Fläche gefriert in 10 bis 20 Sekunden. Sie ziehen ab und hinterlassen Eiskristalle statt Glanz.
| Außentemperatur | Was passiert | Empfehlung |
|---|---|---|
| über +5 °C | Normales Arbeiten, Wasser trocknet langsam | Wie im Sommer, aber lauwarmes Wasser |
| 0 bis +5 °C | Wasser bleibt lange stehen, Reiniger wirkt schlechter | Kleine Flächen, sofort abziehen, Tuch nachtrocknen |
| -5 bis 0 °C | Wasserfilm gefriert innerhalb einer Minute | Nur mit Frostschutz im Wasser, in der Mittagssonne |
| unter -5 °C | Auch Frostschutzlösung wird zäh, Gummilippe hart | Nur Innenseite putzen, Außen auf Tauwetter warten |
Welcher Frostschutz ins Wasser darf
Profis nehmen Isopropanol (Isopropylalkohol, 70 Prozent aus der Apotheke oder dem Fachhandel) oder Brennspiritus. Beides senkt den Gefrierpunkt und verdunstet rückstandsfrei. Dosierung: 100 bis 200 Milliliter auf 5 Liter Wasser reichen bis etwa minus 5 Grad. Mehr bringt nichts, weil der Alkohol die Netzmittel im Glasreiniger schwächt und die Scheibe dann schmiert.
Was nicht ins Putzwasser gehört: Scheibenfrostschutz aus dem Auto. Der enthält Ethylenglykol und Duftstoffe, die einen Film hinterlassen. Auch Salz ist keine Lösung, es bleibt als weißer Rand zurück. Und Spülmittel senkt den Gefrierpunkt nicht, es schäumt nur.
Wir arbeiten in unseren Winterrunden mit Glasfee von Dr. Schnell plus Isopropanol im Verhältnis 1 zu 30. Für die Osmoseanlage gilt das nicht: Reinwasser lässt sich nicht mit Alkohol mischen, deshalb pausiert die Teleskopreinigung mit Osmose bei Dauerfrost.
So gehen Sie im Winter vor
- Zeitpunkt wählen. Zwischen 11 und 14 Uhr, wenn die Sonne auf die Scheibe scheint. Glas erwärmt sich dann auf plus 5 bis 10 Grad, selbst bei leichtem Frost.
- Wasser ansetzen. 5 Liter lauwarmes Wasser (etwa 30 Grad), Glasreiniger nach Dosierangabe, 150 Milliliter Isopropanol.
- Rahmen zuerst. Rahmen und Falz mit feuchtem Tuch abwischen, sonst läuft Ihnen Schmutz von oben auf die fertige Scheibe.
- Kleine Flächen. Ein Fensterflügel, nicht die ganze Front. Einwaschen, sofort abziehen.
- Abziehen mit Druck. Gummilippe im Winter etwas fester ansetzen, weil sie härter ist. Nach jedem Zug abwischen.
- Kanten trocknen. Mit Mikrofasertuch die Ränder abtrocknen. Hier gefriert Restwasser zuerst und hinterlässt Ränder.
- Innen zuletzt. Innenseite bei Zimmertemperatur, ohne Frostschutz, mit normaler Dosierung.
Profi-Tipp: Gummilippe und Hände
Noch ein Detail aus der Praxis: Mikrofasertücher im Winter doppelt mitnehmen. Ein feuchtes Tuch ist bei minus 3 Grad nach 20 Minuten ein Brett.
Fehler und Sonderfälle
Heißes Wasser auf gefrorenes Glas
Temperaturschock kann Isolierglas reißen lassen, besonders bei alten Scheiben oder solchen mit kleinen Kantenschäden. Lauwarm ist die Grenze, nie kochend.
Dachfenster und Wintergärten
Schnee und Eis auf Dachfenstern nicht abkratzen. Warten, bis es taut, dann außen reinigen. Der Kratzer bleibt, der Schnee nicht.
Eisblumen innen
Wenn sich innen Eis bildet, ist das Fenster undicht oder die Raumluft zu feucht. Putzen hilft nicht. Dichtungen prüfen, öfter stoßlüften, Luftfeuchte unter 55 Prozent halten.
Föhnlage
Föhn bringt plus 12 Grad im Januar. Das ist die beste Gelegenheit für Außenfenster im Oberland, aber der Wind trocknet Wasser in Sekunden an. Noch kleinere Flächen, noch schneller abziehen.
Wie oft ist sinnvoll
Für Privathaushalte reicht im Winter eine Reinigung, idealerweise Ende Januar oder Februar bei einer Föhnlage, und dann die große Runde nach der Pollenzeit im Juni. Läden und Büros mit Straßenlage in Penzberg, Weilheim oder Bad Tölz haben im Winter mehr Salzschleier als im Sommer Staub. Dort halten wir den 4-Wochen-Turnus durch, verlegen die Termine aber in die Mittagsstunden.
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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Kann ich Fenster bei minus 10 Grad putzen?
Außen nein. Auch mit Frostschutz wird die Lösung zäh, die Gummilippe hart und die Scheibe kann durch Temperaturunterschiede reißen. Innen jederzeit. Für außen auf Tauwetter oder Föhn warten.
Reicht Spiritus als Frostschutz?
Ja, Brennspiritus und Isopropanol wirken gleich. 100 bis 200 Milliliter auf 5 Liter Wasser reichen bis etwa minus 5 Grad. Beides verdunstet rückstandsfrei, riecht aber kurz.
Warum sind meine Fenster im Winter innen ständig beschlagen?
Zu hohe Luftfeuchte im Raum, meist über 60 Prozent. Beschlag ist Kondenswasser, das beim Herunterlaufen Schmutzränder hinterlässt. Zwei- bis dreimal täglich fünf Minuten stoßlüften löst das Problem meist, Putzen nur das Symptom.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und sind sorgfältig geprüft. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




