Was Mikrofaser kann und woran man Qualität erkennt
Mikrofaser besteht aus Polyester und Polyamid, gesplittet in Fasern, die dünner als ein Hundertstel eines Haares sind. Die Fasern haben scharfe Kanten und eine große Oberfläche, deshalb schaben sie Schmutz ab und halten ihn in den Kapillaren fest, statt ihn zu verschieben. Fett und Bakterien werden mechanisch aufgenommen, ohne Chemie.
- Mischung: 80/20 (Polyester/Polyamid) ist Standard, 70/30 nimmt mehr Wasser auf und ist weicher, besser für Glas und Politur
- Gewicht: Profitücher liegen bei 300 bis 350 Gramm pro Quadratmeter. Supermarkttücher unter 200 sind nach 50 Wäschen durch
- Waschzyklen: Profiqualität hält 300 bis 500 Wäschen bei 60 Grad, das steht auf dem Etikett
- Test: Ein gutes Tuch bleibt an der trockenen Handfläche „hängen“, man spürt die Fasern greifen. Gleitet es ab, sind die Fasern nicht gesplittet
Wichtig: Kein Weichspüler beim Waschen, er verschließt die Fasern und das Tuch schmiert. Kein Trockner über 60 Grad, Polyamid verklebt.
Farbcodes: warum das Sanitärtuch nie auf den Tisch kommt
| Farbe | Bereich | Beispiele |
|---|---|---|
| Rot | Sanitär, hohe Keimlast | WC, Urinal, Boden im Sanitärraum |
| Gelb | Sanitär, geringere Keimlast | Waschbecken, Armaturen, Fliesen, Spiegel |
| Blau | Allgemeine Flächen | Schreibtische, Türen, Fensterbänke, Regale |
| Grün | Küche, Lebensmittelbereich | Arbeitsflächen, Tische, Kühlschrank |
| Weiß/Grau | Glas und Polieren | Fenster, Spiegel, Edelstahl |
Das ist keine Kosmetik, sondern das System, mit dem verhindert wird, dass Keime vom WC auf den Küchentisch wandern. In Praxen und Küchen ist es Teil des Hygieneplans, zu Hause sind vier Farben in einer Schublade der einfachste Weg, dieselbe Trennung zu haben. Farbcodierte Tücher gibt es bei Arcora als Mikrofaser-Universaltuch 40 × 40 Zentimeter, dazu farblich passende Eimer und Moppbezüge.
Flachmopp-Systeme: Eimer, Presse, Bezug
Der klassische Stielmopp mit Fransen tropft, verteilt Schmutzwasser und muss mit der Hand ausgewrungen werden. Das Flachmopp-System besteht aus einem Halter (40 oder 50 Zentimeter), einem Teleskopstiel und wechselbaren Bezügen, die mit Klett oder Taschen befestigt werden.
- Mikrofaser-Bezug: Für tägliches feuchtes Wischen, nimmt Feinschmutz und Fett auf, nebelfeucht für Parkett und Vinyl
- Baumwoll-Mikrofaser-Mischbezug: Mehr Wasser für Fliesen und stark verschmutzte Böden
- Trockenmopp mit Fransen: Zum Staubwischen vor dem Nasswischen, ersetzt den Besen und wirbelt nichts auf
- Borstenbezug: Für strukturierte Fliesen und Fugen
Für zu Hause: Zwei Bezüge Mikrofaser, ein Trockenbezug, ein Eimer mit Flachpresse. Der Bezug wird in die Presse gelegt und mit dem Hebel ausgedrückt, die Hände bleiben trocken und die Feuchte ist immer gleich. Bezüge in der Waschmaschine bei 60 Grad, wie die Tücher.
Für Gewerbe: Reinigungswagen mit zwei Eimern (Lösung und Klarwasser), Presse und Bezughalterung, dazu vorbereitete Bezüge nach der Vortränk-Methode: Am Morgen werden alle Bezüge mit der genau dosierten Menge Reinigungslösung getränkt, pro Raum ein frischer Bezug. Das ist hygienischer als jeder Eimer und verbraucht 80 Prozent weniger Wasser.
Fensterabzieher: Gummi, Schiene, Einwascher
- Einwascher. Halter mit Mikrofaser- oder Vliesbezug, 35 oder 45 Zentimeter. Bezug in Glasreinigerlösung tauchen, leicht ausdrücken, Scheibe von oben nach unten einwaschen, Ecken mit der Kante.
- Abzieher. Schiene aus Edelstahl oder Alu mit auswechselbarer Gummilippe, 25 bis 45 Zentimeter. Erster Zug oben quer, dann S-Züge oder senkrecht überlappend, Lippe nach jedem Zug abwischen.
- Gummilippe. Weiches Gummi für kalte Tage, hartes für Sommer. Nach 2 bis 4 Wochen täglichen Gebrauchs ist die Kante rund und streift. Lippe umdrehen (zweite Kante), dann wechseln. Eine Ersatzlippe kostet wenig, streifige Fenster kosten Zeit.
- Teleskopstange. Für Fenster im ersten Stock von unten, 2 bis 6 Meter, mit Winkelgelenk für Abzieher und Einwascher.
- Duschabzieher. Kleine Version, 25 Zentimeter, mit Haken an der Duschwand. Die 20-Sekunden-Routine nach jedem Duschen spart bei 14 bis 18 Grad deutscher Härte 80 Prozent der Kalkarbeit.
Profi-Tipp: Pflege des Werkzeugs
Fehler und Sonderfälle
Zu viel Chemie mit Mikrofaser
Mikrofaser arbeitet mechanisch. Überdosierter Reiniger sättigt die Fasern und sie schmieren. Halbe Dosierung oder nur Wasser, das Ergebnis ist oft besser.
Mikrofaser auf empfindlichen Oberflächen
Hochglanzlack, Klavierlack, Acrylglas, Bildschirme mit Entspiegelung: Mikrofaser kann bei Druck feine Kratzer erzeugen, wenn Staub im Tuch ist. Dort nur sehr weiche Tücher (70/30), nass, ohne Druck.
Bezug für alles
Ein Bezug für das ganze Haus verteilt den Schmutz vom Flur ins Schlafzimmer. Pro 30 bis 40 Quadratmeter ein frischer Bezug, im Sanitärbereich immer ein eigener.
Wegwerftücher
Vliestücher zum Wegwerfen sind in Praxen bei Kontamination sinnvoll. Für den Alltag ist ein Mikrofasertuch nach 300 Wäschen die günstigere und sauberere Lösung. Wir nutzen Einweg nur, wo der Hygieneplan es verlangt.
Für wen sich welches System lohnt
Für den Haushalt in Penzberg, Weilheim oder Bad Tölz reichen vier farbige Tücher, ein Flachmopp mit Presse und ein Fensterset mit Einwascher und Abzieher. Das kostet einmalig weniger als ein Jahr Supermarkt-Wegwerfprodukte und hält Jahre. Für Ferienwohnungen am Kochelsee oder Starnberger See mit wöchentlichem Wechsel empfehlen wir das Vortränk-System mit Bezügen pro Raum.
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Produkte aus diesem Artikel
Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Wie oft muss ich Mikrofasertücher wechseln?
Ein Profituch hält 300 bis 500 Wäschen bei 60 Grad, das sind bei täglichem Gebrauch ein bis zwei Jahre. Wechseln, wenn es nicht mehr an der Hand haftet, hart wird oder schmiert. Weichspüler und Trockner über 60 Grad verkürzen die Lebensdauer drastisch.
Brauche ich zu Hause wirklich vier Tuchfarben?
Zwei sind das Minimum: eine für Sanitär, eine für alles andere. Vier machen es einfacher, weil man nicht nachdenken muss. In Küche und Bad geht es um Keime, die vom WC auf die Arbeitsfläche wandern, und das ist mit Farbe am sichersten verhindert.
Flachmopp oder klassischer Wischmopp?
Flachmopp. Er wischt gleichmäßiger, tropft nicht, lässt sich mit der Presse ohne Handkontakt auswringen und die Bezüge kommen in die Waschmaschine. Ein Fransenmopp braucht mehr Wasser, trocknet schlechter und riecht nach drei Tagen im Eimer.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und sind sorgfältig geprüft. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




