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Farbcodes in der Reinigung: rot, gelb, blau, grün

Privat Lesezeit 5 Minuten · Klar GmbH, Gebäudereinigung Penzberg

Im üblichen Vier-Farben-System steht Rot für WC und Urinal, Gelb für Waschbecken, Dusche und Fliesen, Blau für Möbel, Türen und Glas, Grün für die Küche. Jedes Tuch wischt nur in seinem Bereich, das rote verlässt das WC nie. Zu Hause reichen vier Farben Mikrofasertücher und ein Zettel am Putzschrank.

Farbcodes in der Reinigung: rot, gelb, blau, grün

Flächen und Mittel für jede Farbe

Im Bad arbeiten zwei Farben, Rot nur am WC und Gelb für Waschbecken, Dusche und Fliesen. Am WC sitzen Darmkeime. Das rote Tuch kommt deshalb an keine andere Fläche und nie in die Küche. Arbeitsplatte, Spüle und Esstisch bekommen Grün.

FarbeFlächenMittel
RotWC innen und außen, Urinal, Spültaste, Bürstenhalter, Boden am WCWC-Reiniger, außen Neutral- oder Allzweckreiniger
GelbWaschbecken, Armaturen, Dusche, Wanne, Fliesen, Spiegel im Badsaurer Sanitärreiniger, auf Naturstein Neutralreiniger, an Armaturen ein milder Reiniger auf Zitronensäurebasis, Glasreiniger für den Spiegel
BlauSchreibtische, Türklinken, Fensterbänke, Regale, Möbel, GlasNeutral- oder Allzweckreiniger, für Glas Glasreiniger
GrünArbeitsplatte, Spüle, Kühlschrank innen, Herd, Esstisch, TeekücheSpülmittel, bei Fett ein Fettlöser
Vorsicht am WC: Viele WC-Reiniger enthalten Chlor, auch wenn es nicht im Namen steht. Auf dem Etikett heißt das Natriumhypochlorit oder Aktivchlor. Trifft Chlor auf Säure, entsteht giftiges Chlorgas, und Säure steckt in Entkalkern, sauren WC-Reinigern, Essig, Zitronensäure und auch im milden Armaturenreiniger. Dafür reichen schon Reste im Becken oder im roten Tuch, nacheinander benutzt ist also genauso gefährlich wie gemischt. War Chlor im Becken, bleibt die Säure weg. Ist unklar, was zuletzt drin war, gilt dasselbe. Zwischen zwei Mitteln wird mit viel klarem Wasser nachgespült. Riecht es nach Chlor, erst lüften und mehrmals mit Wasser spülen. Salmiakgeist und Glasreiniger mit Ammoniak gehören genauso wenig zum Chlorreiniger, dabei entstehen Chloramine, die Augen und Atemwege reizen.

An Armaturen löst ein milder Reiniger auf Zitronensäurebasis den Kalk. Verdünnen Sie ihn nach Etikett und sprühen Sie ihn aufs Tuch, nie direkt auf die Armatur. Länger als auf dem Etikett angegeben darf er nicht einwirken, danach mit klarem Wasser nachwischen und trocken reiben. Einige Armaturenhersteller raten dort von Mikrofasertüchern ab und nennen ein weiches Baumwolltuch.

Waschtische und Duschen aus Marmor, Kalkstein, Travertin oder Terrazzo vertragen keine Säure. Säure löst den Stein an, es bleiben matte, helle Stellen. Ist unklar, welcher Stein es ist, gilt er als Marmor und bekommt Neutralreiniger.

Zementfugen sind ebenfalls säureempfindlich. Nässen Sie sie vor dem sauren Reiniger mit Wasser vor und spülen Sie danach gründlich mit kaltem Wasser nach.

Was ein Tuch von Raum zu Raum mitnimmt

Wer mit demselben Schwammtuch erst die Toilette und dann den Esstisch wischt, trägt die Keime einfach mit. Dazu bleibt so ein Tuch den ganzen Tag feucht, und darin vermehren sich Bakterien.

  • Darmbakterien wie E. coli kommen am nächsten Morgen von der Toilettenbrille auf den Frühstückstisch.
  • Keime von rohem Geflügel, etwa Salmonellen, gelangen von der Arbeitsplatte ans Waschbecken.
  • Reste von saurem Sanitärreiniger machen eine Arbeitsplatte aus Marmor oder Travertin stellenweise matt.
  • Fettlöser aus der Küche schmiert auf Spiegel und Glas.

Mit festen Farben sieht jeder im Haushalt sofort, welches Tuch wohin gehört, auch wer nur alle paar Wochen mitputzt.

Vier Farben im Haushalt einführen

  1. Der Einkauf. Besorgen Sie Mikrofasertücher in 40 × 40 cm, drei bis fünf Stück je Farbe, damit immer ein frisches bereitliegt. Für die Küche passt eine grüne Spülbürste dazu.
  2. Für alle sichtbar. Schreiben Sie die vier Bereiche auf einen Zettel: Rot WC, Gelb Bad, Blau Wohnräume, Grün Küche. Am besten hängt er innen an der Tür des Putzschranks.
  3. Farbpunkt oder eigene Flasche. Fertige Sprays bleiben in der Originalflasche, dort reicht ein farbiger Punkt auf dem Etikett. Wenn Sie ein Konzentrat ansetzen, gehört die Gebrauchslösung in eine beschriftete Sprühflasche: Sanitärreiniger in die gelbe, Fettlöser in die grüne, Neutralreiniger in die blaue. Geben Sie erst kaltes Wasser in die Flasche und dann das Konzentrat. Bei ätzenden Konzentraten tragen Sie Schutzbrille und Handschuhe. Das gilt für Säuren und für Laugen. In Getränkeflaschen füllen Sie nie um, auch nicht mit Aufschrift.
  4. Feste Haken. Rote und gelbe Tücher hängen im Bad, grüne in der Küche, blaue am Putzschrank. Wenn eins fehlt, holen Sie keins aus einem anderen Raum.
  5. Von sauber nach schmutzig. Sie fangen mit Grün in der Küche an, danach kommen Blau in den Wohnräumen und Gelb im Bad, zuletzt Rot am WC. In einen Raum, der schon fertig ist, tragen Sie dann nichts mehr zurück.
  6. Nach dem Putzen. Sammeln Sie benutzte Tücher im Wäschebeutel und waschen Sie sie bei 60 °C, die roten in einer eigenen Ladung. Weichspüler bitte nicht, der legt sich auf die Fasern, und in den Trockner nur auf kleiner Stufe. Nass an den Haken hängen und am nächsten Tag weiterbenutzen, genau das soll nicht passieren.
  7. Wechsel und Ersatz. Rot kommt nach jedem Einsatz am WC direkt in den Wäschebeutel und nie zurück an den Haken. Grün wird täglich gewechselt, nach rohem Fleisch oder Geflügel sofort. Gelb und Blau gehen nach jedem Putzdurchgang in die Wäsche. Ein Tuch, das feucht bleibt oder riecht, waschen Sie sofort. Nach vielen Wäschen nimmt ein Mikrofasertuch weniger Schmutz auf, und wenn es nur noch über die Fläche gleitet, kommt ein neues dazu. Die WC-Bürste steht nach jedem Einsatz nass im Halter, und im Restwasser vermehren sich Keime. Tauschen Sie sie aus, sobald die Borsten verbogen oder verfärbt sind.
Bei Magen-Darm-Infekt: Fürs WC Einwegtücher von der Rolle nehmen und jedes nach dem Wischen in den Müll werfen. Ins Becken selbst kommt nur die Bürste. Erbrochenes oder Stuhl zuerst mit einem Einwegtuch aufnehmen. Ein Desinfektionsmittel brauchen Sie zu Hause normalerweise nicht. Nur wenn der Arzt es ausdrücklich rät, nehmen Sie eins und halten die Einwirkzeit auf der Flasche ein.

Wo die Farbtrennung trotzdem versagt

Ein Eimer für alle Tücher

Wenn Sie die Tücher trennen, sie aber im selben Eimer auswaschen, bringt das Wasser alles wieder zusammen. Gelb und Blau bekommen deshalb je einen Eimer. Grün spülen Sie in der Küche mit frischem Spülwasser aus, oder der Eimer wird zwischen Grün und Blau geleert und neu gefüllt. Rot wandert nach dem WC direkt in den Wäschebeutel.

Der Spiegel nach dem Waschbecken

Hat das gelbe Tuch gerade Sanitärreiniger am Becken verteilt, zieht es auf dem Spiegel Schlieren. Wir wischen deshalb zuerst Spiegel und Glas und erst danach Becken und Armatur.

Rohes Geflügel auf der Arbeitsplatte

Nach rohem Fleisch und Geflügel reicht ein grünes Tuch für die Küche nicht. Reinigen Sie die Fläche mit heißem Spülwasser und geben Sie das Tuch sofort in die Wäsche, bevor Sie den Esstisch mit einem frischen grünen Tuch wischen.

Farbcodes im Hygieneplan

Küchen und Lebensmittelbetriebe müssen nach HACCP ihre Hygiene selbst überwachen und aufschreiben. Kitas, Pflegeheime und viele Praxen brauchen einen Hygieneplan nach dem Infektionsschutzgesetz. In beiden steht, womit welche Fläche gereinigt oder desinfiziert wird.

Bei Kontrollen fragen die Prüfer genau danach, und ein Farbsystem zeigt die Trennung auf einen Blick. Welche Farbe wofür steht, legt allerdings kein Gesetz fest.

In Praxen, Kitas und Pflegeeinrichtungen desinfizieren Sie mit einem VAH-gelisteten Mittel. Die RKI-Liste gilt nur, wenn das Gesundheitsamt die Desinfektion anordnet. Für WC und Urinal sind dort Einwegtücher statt roter Mikrofaser verbreitet. In Büros trennt das System vor allem die Toiletten von der Teeküche.

Mittel im Betrieb: Im gewerblichen Einsatz nehmen wir für Rot und Gelb Duocit-eco von Kiehl und für Blau Forol von Dr. Schnell. Duocit-eco ist ein saurer Sanitärreiniger auf Milch- und Zitronensäurebasis und eignet sich nur für säurefeste Flächen. Beschädigtes Chrom, Messing, Eloxal, Polyamid und säureempfindlicher Stein vertragen ihn nicht. Zementfugen und Armaturen werden vorher mit kaltem Wasser vorgenässt und danach mit Wasser nachgespült. Für Flächen setzen Sie ihn mit bis zu 20 ml auf 4 l Wasser an, ins WC geht er unverdünnt. Forol ist ein alkalischer Universalreiniger für wasserbeständige Flächen und taugt nicht für unversiegeltes Holz. Naturstein nennt der Hersteller dafür nicht, Fensterbänke aus Marmor oder Jura wischen wir deshalb mit Neutralreiniger. Im Eimer sind es 25 bis 100 ml auf 10 l Wasser, in der Sprühflasche 2,5 bis 5 ml auf 1 l.

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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.

Häufige Fragen dazu

Ich wasche alle Lappen bei 60 Grad. Brauche ich dann überhaupt Farben?

Die Wäsche ersetzt die Farben nicht, weil sie das Tuch erst hinterher sauber macht. Beim Putzen selbst nimmt es Keime von einer Fläche zur nächsten mit.

Welche Farbe nehme ich für Türklinken und Lichtschalter?

Beide bekommen Blau, im Haushalt mit Allzweckreiniger. Den Reiniger geben Sie aufs Tuch, nie auf den Schalter, und wischen nur nebelfeucht. Das Tuch ist dabei so ausgewrungen, dass kein Tropfen mehr herausläuft. Desinfizieren ist im Haushalt nicht nötig.

Gilt das auch für den Wischmopp?

Im Betrieb ja, mit Moppbezügen in denselben Farben. Zu Hause tun es auch zwei Bezüge, einer für Bad und WC und einer für alle anderen Räume. Beide gehen nach dem Wischen in die Wäsche.

Sind die Farben überall gleich belegt?

Nein. Bei manchen Sprühflaschen steht Gelb für die Küche und Grün für den Boden, Weiß ist zusätzlich für Desinfektion vorgesehen. Welche Belegung Sie wählen, ist egal, solange alle im Haushalt oder im Team dasselbe System benutzen.

Bevor Sie loslegen

Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.