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Farbcodes in der Reinigung: rot, gelb, blau, grün

Privat Lesezeit 6 Minuten · Klar GmbH, Gebäudereinigung Penzberg

Auf jedem unserer Reinigungswagen liegen Tücher in vier Farben, und keine Kraft würde ein rotes Tuch auf einen Schreibtisch legen. Das ist kein Design, sondern ein Hygienesystem, das seit den 1990ern in Kliniken, Küchen und Reinigungsbetrieben Standard ist. Es verhindert, dass Keime vom WC in die Küche wandern. Zu Hause funktioniert es genauso, kostet vier Tücher und lässt sich in einer Minute erklären.

Farbcodes in der Reinigung: rot, gelb, blau, grün

Das Problem: ein Lappen für alles

Ein Schwammtuch, das morgens den Frühstückstisch wischt, mittags das Waschbecken und abends die Toilettenbrille, transportiert Keime in beide Richtungen. Darmbakterien wie E. coli aus dem WC-Bereich landen auf der Küchenarbeitsplatte, Salmonellen vom Hühnchen im Bad. Untersuchungen von Haushaltsschwämmen finden regelmäßig mehr Keime pro Quadratzentimeter als auf der Toilettenbrille, gerade weil der Schwamm überall war und immer feucht ist.

Dazu kommt die Chemie: Ein Tuch, das mit saurem Sanitärreiniger gearbeitet hat, hinterlässt Säurereste auf Naturstein in der Küche. Ein Tuch mit Fettlöser aus der Küche schmiert auf dem Spiegel. Farbcodes lösen beides: Jede Farbe hat ihren Bereich, ihr Mittel und ihren Weg in die Wäsche. Niemand muss nachdenken, nicht die Reinigungskraft, nicht der Ehepartner, nicht das Kind mit dem Putzdienst.

Die vier Farben und ihre Bereiche

FarbeBereichFlächenTypisches MittelRisiko bei Verwechslung
RotSanitär, hohes RisikoWC innen und außen, Urinal, Spültaste, Bürstenhalter, WC-BodenSaurer Sanitärreiniger, z. B. Kiehl Duocit, bei Bedarf DesinfektionDarmkeime auf alle anderen Flächen
GelbSanitär, niedriges RisikoWaschbecken, Armaturen, Dusche, Badewanne, Spiegel, Fliesen im BadSaurer Sanitärreiniger, Glasreiniger für SpiegelBad-Keime in Küche, Säure auf Stein
BlauAllgemeine FlächenSchreibtische, Türklinken, Fensterbänke, Regale, Möbel, Glas, WohnräumeNeutral- oder Allzweckreiniger, z. B. Dr. Schnell Forol verdünntgering, aber Fett von Küchentuch auf Bildschirm
GrünKüche und LebensmittelArbeitsplatten, Spüle, Kühlschrank innen, Herd, Esstisch, TeekücheFettlöser, lebensmittelechte Desinfektion, z. B. Kiehl BlutoxolSanitärkeime auf Lebensmittelflächen

Die Zuordnung ist eine Konvention, keine Norm. Manche Betriebe tauschen Blau und Grün oder ergänzen Weiß für Klinikbereiche und Schwarz für Außenbereiche. Wichtig ist, dass in einem Haushalt oder Betrieb ein System gilt und alle es kennen. Wir arbeiten in allen Objekten mit Rot, Gelb, Blau, Grün und schulen jede neue Kraft am ersten Tag darauf.

So führen Sie das System zu Hause ein

  1. Vier Farben kaufen. Mikrofasertücher 40 x 40 cm, je Farbe drei bis fünf Stück, damit immer ein frisches da ist. Dazu vier Schwämme oder Bürsten in passenden Farben, für die Küche eine Spülbürste in Grün.
  2. Bereiche festlegen. Rot: WC. Gelb: Waschbecken, Dusche, Bad. Blau: Wohnräume, Staub, Möbel, Glas. Grün: Küche. Einmal als Zettel an die Innenseite des Putzschranks.
  3. Eimer und Sprühflaschen zuordnen. Sanitärreiniger in die gelbe Sprühflasche, Fettlöser in die grüne, Neutralreiniger in die blaue. Farbige Etiketten reichen.
  4. Lagerung trennen. Rote Tücher hängen im Bad am Haken, nie in der Küche. Grüne bleiben in der Küche. Ein Tuch, das den Raum wechselt, ist ein Fehler im System.
  5. Reihenfolge beim Putzen. Von sauber nach schmutzig: Grün Küche zuerst, dann Blau Wohnräume, dann Gelb Bad, zuletzt Rot WC. So wandert nichts rückwärts.
  6. Wäsche. Alle Tücher nach Gebrauch in einen Wäschebeutel, bei 60 Grad ohne Weichspüler waschen, rote separat oder mit Desinfektionswaschmittel. Nie ein feuchtes Tuch auf den Haken für den nächsten Tag.
  7. Wechseln. Rot und Grün täglich, Gelb und Blau spätestens nach zwei Tagen. Ein Mikrofasertuch hält 300 bis 500 Wäschen, dann werden die Fasern glatt und nehmen nichts mehr auf.

Profi-Tipp: Einwegtücher, wo es sein muss

Wie wir es in Praxen und Pflegeeinrichtungen handhaben: Für WC-Innenräume, Urinale und bei Krankheit im Haushalt (Magen-Darm-Infekt, Grippe) nehmen wir Einwegtücher statt roter Mikrofaser. Das Tuch geht nach dem Raum in den Müll, nicht in die Wäsche. Zu Hause: Eine Rolle Vliestücher im Bad für die Tage, an denen jemand krank ist, und fürs WC-Innere die Bürste, nie ein Tuch. Und die Bürste alle drei Monate tauschen, das ist die vergessene Keimquelle im Bad.

Fehler und Sonderfälle

Vier Tücher, ein Eimer

Wer die Tücher trennt, aber alle im gleichen Eimer auswäscht, hat das System aufgehoben. Der Eimer verteilt, was das Tuch getrennt hat. Zwei Eimer reichen: einer für Sanitär (rot und gelb), einer für den Rest.

Sanitärtuch am Spiegel

Gelb ist für den Spiegel richtig, aber nicht, wenn es gerade Sanitärreiniger am Waschbecken verteilt hat. Spiegel und Glas immer zuerst mit dem trockenen Tuch, dann Becken und Armatur.

Mikrofaser und Weichspüler

Weichspüler legt sich auf die Faser und macht sie glatt. Das Tuch schiebt Wasser vor sich her, statt es aufzunehmen. Ohne Weichspüler waschen, ohne Trocknerhitze über 60 Grad.

Nur ein Bad, aber mehrere Personen

Das System bleibt gleich. Wer will, hängt jedem Bewohner ein eigenes gelbes Tuch hin, das Rot für WC bleibt gemeinsam und wird täglich getauscht.

Küche mit rohem Fleisch

Grün deckt die Küche ab, aber nach rohem Fleisch und Geflügel gilt: Fläche mit heißem Spülwasser, dann lebensmittelechte Desinfektion, das Tuch sofort in die Wäsche. Nicht mit demselben grünen Tuch den Esstisch wischen.

Wo das System Pflicht ist

In Gastronomie, Lebensmittelhandel, Arztpraxen, Pflegeheimen und Kitas ist die Trennung von Sanitär- und Küchenreinigung Teil des Hygieneplans nach HACCP beziehungsweise IfSG, und bei Kontrollen wird gefragt. Ein Farbsystem ist die einfachste Art, sie nachzuweisen. In Büros ist sie nicht Pflicht, aber der Unterschied, ob Erkältungen im Winter über Türklinken und Teeküche durch die Abteilung laufen.

Wir erklären das System dort in fünf Minuten.

Aus unserem Laden

Produkte aus diesem Artikel

Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.

ArcoraMikrofasertuch 40 x 40 cm, rot, gelb, blau, grünJe 5er-Pack, 60 Grad waschbar, 300 bis 500 Wäschen
ArcoraSprühflasche 500 ml mit FarbetikettFür die Zuordnung des Mittels zur Farbe
ArcoraEimer 10 l in vier FarbenFür getrenntes Auswaschen
KiehlDuocitSanitärreiniger für rot und gelb
Dr. SchnellForolAllzweckreiniger für blau und grün
FunnyVliestücher auf RolleEinweg für WC und Krankheitstage

Häufige Fragen dazu

Reicht es, die Tücher zu trennen, wenn ich sie eh bei 60 Grad wasche?

Das Waschen macht die Tücher wieder sauber, aber es verhindert nicht, dass ein Tuch während des Putzens Keime vom WC zur Küche trägt. Beides gehört zusammen: trennen beim Putzen, dann heiß waschen.

Welche Farbe für Türklinken und Lichtschalter?

Blau, als allgemeine Fläche. In Zeiten mit Krankheit im Haus zusätzlich mit alkoholischem Schnelldesinfizierer nachwischen, dann mit Einwegtuch.

Was ist mit dem Boden?

Für Böden gilt das gleiche Prinzip mit Moppbezügen: rot für WC-Böden, gelb für Bad, blau für Wohnräume, grün für Küche. Zu Hause reichen zwei Bezüge: einer für Bad und WC, einer für den Rest, beide nach Gebrauch in die Wäsche.

Bevor Sie loslegen

Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und sind sorgfältig geprüft. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.

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Für Büros, Praxen, Läden und Häuser im Oberland. Festpreis nach Besichtigung, Testreinigung je nach Objektart nach Absprache, fest angestellte Teams.

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