Warum Fliesen grau und klebrig werden
Feinsteinzeug nimmt höchstens 0,5 % Wasser auf. Was auf den Boden kommt, dringt kaum in die Fliese ein.
Das meiste bleibt oben liegen. Zuerst sieht man eine Laufstraße vor der Küche, später ist der ganze Boden grau und klebt unter den Socken. Dahinter steckt eins davon:
- Wischpflege: Die ist für Linoleum, PVC und versiegeltes Parkett gemacht. Auf Feinsteinzeug zieht sie nicht ein, jedes Wischen legt eine neue Schicht drauf.
- Zu viel Reiniger: Ohne Messkappe landet schnell ein Mehrfaches der Menge vom Etikett im Eimer. Der Rest trocknet als Tensidfilm an.
- Kalk: Bleibt beim Wischen Wasser stehen, bleibt nach dem Trocknen der Kalk. Auf dunklen Fliesen sieht man ihn als hellen Schleier.
- Zementschleier: Auf neu verlegten oder frisch verfugten Fliesen ist der Grauschleier häufig Zement vom Verfugen. Den löst nur ein saurer Zementschleierentferner, Grundreiniger wirkt dagegen nicht. Dafür gelten dieselben Regeln wie für jede Säure, siehe unten bei den Zementfugen.
Bei Terrakotta und Cotto ist es umgekehrt. Der offenporige Ton saugt Wasser und Fett auf, deshalb braucht er eine Imprägnierung oder Wachs. Glasiertes Steingut liegt dazwischen: Die Glasur ist dicht, der Scherben darunter saugt.
Poliertes Feinsteinzeug ist an der Oberfläche offener als mattes, weil beim Polieren feine Poren angeschnitten werden. Öl oder Rotwein können dort einziehen.
Reiniger für Feinsteinzeug, Steingut und Cotto
Neutrale Reiniger um pH 7 lösen weder Kalk noch alte Pflegefilme. Sie nehmen Alltagsschmutz ab und schonen dafür empfindliche Beläge.
| Fliese | Wischen | Grundreinigung | Nicht verwenden |
|---|---|---|---|
| Feinsteinzeug poliert | alkalischer Unterhaltsreiniger ohne Pflegezusatz | alkalischer Grundreiniger, rotes Pad | Wischpflege, Seife, Öl |
| Feinsteinzeug matt, rutschhemmend (R10/R11) | alkalischer Reiniger, Mikrofaser-Mopp | Grundreiniger, Bürste oder Einscheibenmaschine | Wischpflege |
| Steingut glasiert | Neutral- oder Allzweckreiniger | saurer Reiniger gegen Kalk, Fugen vorher nässen | Scheuerpulver |
| Terrakotta, Cotto | Steinseife oder Wachspflege des Herstellers | Grundreiniger mit Freigabe für Cotto, danach neu einpflegen | Säure, Chlorreiniger, Dampf |
| Zementfugen | alkalischer Reiniger, Fugenbürste | bei Kalk verdünnte Säure, danach kalt nachspülen | unverdünnte Säure, Säure auf trockener Fuge |
Den Film mit Grundreiniger abtragen
Die Grundreinigung entfernt, was beim normalen Wischen liegen bleibt: alte Pflegefilme, Tensidreste und Schmutz in den Fugen. Der Ablauf gilt für Feinsteinzeug und glasierte Fliesen, Terrakotta ist ausgenommen.
- Sand zuerst. Saugen Sie Sand und Krümel ab, bevor Wasser auf den Boden kommt. Sonst schleifen sie beim Schrubben über die Fliese.
- Reiniger ansetzen. Füllen Sie erst kaltes Wasser in den Eimer und geben Sie dann den alkalischen Grundreiniger dazu. Umgekehrt spritzt das Konzentrat, und warmes Wasser setzt mehr Dämpfe frei. Wie viel hineingehört, steht auf dem Etikett. Wenn dort das Ätzsymbol abgebildet ist, tragen Sie Schutzbrille und Handschuhe, denn Laugen wie Grundreiniger verätzen das Auge meist schwerer als Säuren.
- Abschnittsweise einweichen. Wischen Sie den Boden Stück für Stück satt nass und lassen Sie den Grundreiniger so lange wirken, wie es auf dem Etikett steht. Der Boden darf in dieser Zeit nicht antrocknen, deshalb nässen Sie bei Bedarf nach.
- Pad oder Bürste. Auf poliertem Feinsteinzeug und Glanzglasur arbeiten Sie mit Schrubber und rotem Pad. Ein grünes Pad schleift stärker und macht diese Flächen matt, deshalb nehmen Sie es nur auf mattem Feinsteinzeug und testen es dort zuerst an einer verdeckten Stelle. Strukturierte Fliesen bearbeiten Sie mit der Fugenbürste in beide Richtungen. Der Film löst sich als grauer Schaum.
- Solange der Schaum nass ist. Nehmen Sie das Schmutzwasser mit dem Nasssauger oder einem gut ausgewrungenen Mopp auf, statt es auf der Fläche zu verteilen.
- Zweimal nachwischen. Frisches Wasser gehört in jeden Durchgang, weil Reste vom Grundreiniger sonst selbst einen Schleier hinterlassen.
- Handprobe nach dem Trocknen. Streichen Sie mit der Hand über die Fliese. Wenn sie sich glatt und nicht mehr klebrig anfühlt, ist der Film weg.
Glanz halten: wenig Wasser, trocken nachziehen
Glanzreiniger mit Wachs- oder Polymeranteil legen auf Feinsteinzeug denselben Film auf wie Wischpflege. Sauberes poliertes Feinsteinzeug glänzt auch ohne sie. Für den Alltag reichen ein Mikrofaser-Flachmopp und abgemessener Unterhaltsreiniger. Wir nehmen zum Abmessen eine Dosierflasche, damit in jeden Eimer dieselbe Menge kommt.
Pressen Sie den Mopp gut aus und ziehen Sie gleich danach mit einem trockenen Mopp nach. Auf der Fliese bleibt dann kein Wasser stehen, das antrocknen kann.
| Fläche | Wie oft |
|---|---|
| Küche, Flur, Bad | wöchentlich wischen |
| Wohnräume | alle zwei Wochen wischen |
| Grundreinigung | sobald der Boden trotz Wischen grau oder klebrig bleibt |
Zementfugen und Terrakotta schonen
Säure auf Zementfugen
Zementfugen enthalten selbst Kalk, deshalb greift ein saurer Reiniger ihre Oberfläche an. Nach vielen Anwendungen wird sie rau und sandig. Wir greifen auf Zementfugen nur dann zur Säure, wenn ein Kalkschleier da ist.
Bevor die Säure auf die Fuge kommt, nässen Sie sie mit Wasser vor. Das Konzentrat verdünnen Sie wie oben beim Grundreiniger, und auch hier gehören bei ätzenden Mitteln Brille und Handschuhe dazu. Lassen Sie den Reiniger nicht länger wirken als angegeben und spülen Sie danach gründlich mit kaltem Wasser nach.
Sicherheit: Chlorreiniger und Säure kommen nie zusammen, auch nicht nacheinander: Dabei entsteht giftiges Chlorgas. Säure steckt in Entkalkern, sauren WC-Reinigern, Essig und Zitronensäure.
Saure Reiniger kommen auch nie mit Grundreiniger zusammen. Säure und Lauge reagieren heiß und spritzen. Wenn Sie nach dem Grundreiniger noch gegen Kalk ran müssen, spülen Sie dazwischen gründlich mit klarem Wasser nach. Reste des einen Mittels in den Fugen nehmen dem anderen sonst die Wirkung.
Marmor und Kalkstein
Marmor, Kalkstein, Travertin und Terrazzo vertragen keine Säure. Säure löst den Stein an, es bleiben matte, helle Stellen. Unbekannten Stein behandeln Sie wie Marmor und lassen die Säure weg.
Flecken in Terrakotta
Terrakotta saugt Fett, Rotwein und Öl auf, die Flecken sitzen im Ton. Ein Grundreiniger mit Freigabe für Cotto holt sie teilweise heraus. Damit der nächste Fleck nicht genauso einzieht, braucht der Boden danach eine neue Imprägnierung oder Wachs.
Dampfreiniger
Glasierte Fliesen und Feinsteinzeug vertragen Dampf, und er löst Fett aus den Fugen. Auf Terrakotta gehört er nicht, weil der offenporige Ton die Feuchtigkeit aufnimmt. Silikonfugen an Wanne und Dusche sparen Sie aus, da die Hitze das Silikon von der Kante lösen kann.
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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Warum sind meine Fliesen nach dem Wischen streifig?
Meist ist zu viel Reiniger im Wasser. Halbieren Sie die Dosis und pressen Sie den Mopp stärker aus. Wenn die Streifen bleiben, wischen Sie einmal nur mit klarem Wasser nach, das nimmt alte Reste ab.
Geht Essig auf Feinsteinzeug?
Nicht regelmäßig. Die Fliese verträgt Essig, die Zementfugen nicht, weil jede Säure den Kalk im Fugenmörtel löst. Gegen einen gelegentlichen Kalkschleier geht verdünnter Essig, wenn Sie die Fugen vorher mit Wasser vornässen und danach gründlich mit kaltem Wasser nachspülen. Und Essig kommt nie mit Chlorreiniger zusammen, siehe oben.
Was tun, wenn matte Fliesen dunkle Flecken behalten?
Auf rutschhemmenden Fliesen sitzt der Schmutz in der rauen Struktur, wo der Mopp nicht hinkommt. Hier hilft nur Grundreiniger mit Einwirkzeit und Bürste, so wie oben unter Grundreinigung beschrieben. Nehmen Sie das Schmutzwasser gleich mit dem Nasssauger auf, sonst trocknet es wieder in die Struktur. Bleiben die Flecken, ist die Einscheibenmaschine mit Schrubbbürste der nächste Schritt, bei tiefer Struktur eine Walzenbürstenmaschine.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




