Was über den Winter passiert ist
Fett ist der Kern jedes Grillproblems. Beim Grillen verbrennt es zu Ruß und Teer, was nicht verbrennt, läuft in die Fettwanne und in die Ritzen. Über den Winter oxidiert es und wird ranzig, das ist der Geruch beim ersten Öffnen. Zusätzlich:
- Flugrost auf Rost und Brennerabdeckungen: Kondenswasser unter der Abdeckhaube, vor allem bei emailliertem Gusseisen mit abgeplatzter Emaille
- Verstopfte Brennerdüsen beim Gasgrill: Spinnen bauen in Venturirohren gern Netze, das führt zu gelber Flamme und Flammenrückschlag
- Verharztes Fett: in Fettwanne und Fettauffangschale, teilweise hart wie Lack
- Mäuse und Insekten: im Brennerraum und unter dem Deckel
- Schlauch und Regler: Gummischlauch spröde, Dichtung am Regler ausgetrocknet
Eine Faustregel: Alles, was innen mit Lebensmitteln in Berührung kommt, wird gründlich gereinigt und ausgebrannt. Alles außen wird gepflegt. Beides braucht unterschiedliche Mittel.
Welches Mittel wofür
| Teil | Mittel | Verfahren | Nicht verwenden |
|---|---|---|---|
| Grillrost Edelstahl | Alkalischer Grillreiniger oder Sodalösung (2 EL auf 1 l heißes Wasser) | Einweichen 30 Minuten, Grillbürste ohne Stahlborsten, spülen | Stahlwolle, Drahtbürste mit Messingborsten |
| Grillrost Gusseisen emailliert | Warmes Spülwasser, weiche Bürste | Nie länger einweichen, sofort trocknen, einölen | Spülmaschine, Alkalien, Einweichen über Nacht |
| Grillrost Gusseisen roh | Nur heißes Wasser | Abbürsten, trocknen, mit Pflanzenöl einbrennen | Spülmittel (löst Patina), Wasser stehen lassen |
| Brennerabdeckungen, Innenraum | Grillreiniger, alkalisch, pH 11 bis 13 | Sprühen, 10 bis 15 Minuten, Schaber aus Kunststoff, abwischen | Wasserstrahl in Brenner und Zündung |
| Fettwanne, Fettauffangschale | Grillreiniger oder Backofenreiniger | Grobes abschaben, 20 Minuten einwirken, warm auswaschen | Spülmaschine bei Alu-Schalen (läuft dunkel an) |
| Edelstahl außen, Deckel, Seitentische | Neutralreiniger, dann Edelstahlpflege | In Schliffrichtung wischen, mit Pflegeöl abreiben | Chlorreiniger, Scheuerschwamm, Grillreiniger (Fleckenbildung) |
| Gusseiserner oder emaillierter Deckel | Grillreiniger innen, Neutralreiniger außen | Fettablagerungen innen sind normal, nur lose Flocken entfernen | Kratzen an der Emaille |
Grillreiniger sind stark alkalisch, oft mit Kalium- oder Natriumhydroxid. Sie lösen Fett gut, greifen aber Aluminium, Zink und lackierte Flächen an. Handschuhe, Schutzbrille, nicht auf dem Rasen arbeiten, das Mittel verbrennt Gras. Und nie auf ein warmes Gerät sprühen, die Dämpfe reizen die Atemwege.
So gehen Sie vor: Gasgrill
- Gas ab. Flasche zudrehen, Regler abschrauben. Schlauch auf Risse prüfen, indem Sie ihn biegen. Schlauch und Regler haben ein Herstelldatum, nach 10 Jahren tauschen, viele Hersteller empfehlen 5.
- Zerlegen. Rost, Brennerabdeckungen, Fettwanne, Fettauffangschale und Aromaschienen herausnehmen. Foto vorher, dann wissen Sie beim Zusammenbau, was wohin gehört.
- Einweichen. Rost und Abdeckungen in eine Wanne oder auf eine Folie legen, mit Grillreiniger einsprühen oder in Sodalösung legen. 30 Minuten, bei starker Verkrustung 2 Stunden.
- Brenner reinigen. Brennerrohre mit einer weichen Bürste außen abbürsten. Die Düsenlöcher mit einer Nadel oder einem Zahnstocher durchstechen, nicht aufbohren. Venturirohre am Brennereingang mit einer Flaschenbürste oder Pfeifenreiniger von Spinnennetzen befreien. Kein Wasser in die Brenner.
- Innenraum. Lose Fett- und Rußflocken mit Kunststoffschaber und Handfeger raus, dann mit Grillreiniger einsprühen, 15 Minuten, mit Tuch und Bürste abnehmen. Nicht auf Zündelektrode und Thermometerfühler sprühen.
- Teile abbürsten und spülen. Rost mit Grillbürste, alles gründlich mit klarem Wasser, trocknen.
- Außen. Edelstahl mit Neutralreiniger in Schliffrichtung, dann Edelstahlpflege. Lackierte und pulverbeschichtete Teile nur mit Spülwasser.
- Zusammenbauen und Dichtheitsprüfung. Regler anschrauben, Flasche auf, alle Verschraubungen mit Seifenwasser bepinseln. Bläschen heißen undicht.
- Ausbrennen. Alle Brenner auf hoher Stufe, Deckel zu, 15 bis 20 Minuten. Das verbrennt Reste vom Reiniger und desinfiziert den Rost. Rost danach leicht einölen.
Holzkohle- und Kugelgrill
Beim Holzkohlegrill ist weniger zu zerlegen, aber mehr Asche im Spiel. Asche zieht Feuchtigkeit und wird mit Wasser zu Lauge, die Emaille und Stahl angreift. Deshalb zuerst alles Trockene raus.
- Asche und Kohlereste mit Handfeger und Schaufel entfernen, Aschesammler leeren. Bei Kugelgrills die Lüftungsschieber unten mit einer Bürste freimachen.
- Kohlerost auf Rost prüfen. Roh gusseiserne Roste nur heiß abbürsten und ölen, nicht einweichen.
- Innenraum der Kugel mit Grillreiniger, 15 Minuten, Kunststoffschaber, auswaschen. Emaille innen nicht kratzen, sonst rostet es unter der Emaille weiter.
- Deckel innen: Die schwarze Schicht ist verbranntes Fett, keine Farbe. Nur lose Flocken abbürsten.
- Rost wie beim Gasgrill einweichen, bürsten, spülen, trocknen.
- Erste Füllung Holzkohle 30 Minuten ohne Grillgut durchglühen lassen, das brennt Reste aus.
Rostflecken an der Kugel außen entstehen, wo Emaille abgeplatzt ist. Mit feinem Schleifvlies anschleifen, mit hitzefestem Lack bis 600 Grad tupfen, dann bleibt es stabil.
Fehler und Sonderfälle
Drahtbürste mit Stahlborsten
Borsten brechen ab, bleiben am Rost hängen und landen im Fleisch. Das führt jedes Jahr zu Notaufnahme-Fällen. Grillbürsten mit Edelstahlspirale, Holzschaber oder Nylonbürste für den kalten Rost.
Hochdruckreiniger
Drückt Wasser in Brenner, Zündung und Ventile, und bei Gusseisen in die Emaille. Nach dem Winter ohnehin nicht nötig.
Backofenreiniger auf Edelstahl außen
Erzeugt matte Flecken und Laufspuren, die bleiben. Außen nur Neutralreiniger und Edelstahlpflege.
Der Grill riecht auch nach dem Reinigen ranzig
Fett in den Seitenwänden hinter dem Brennerraum oder im Unterschrank. Unterschrank auswischen, Fettauslauf und Rohr zur Auffangschale mit Flaschenbürste reinigen.
Gelbe Flamme oder Flammen unter dem Brenner
Venturirohr verstopft oder Brenner durchgerostet. Erstes reinigen, zweites tauschen. Nicht weitergrillen, Flammenrückschlag kann den Schlauch anbrennen.
Wann sich Profi-Technik lohnt
Einmal gründlich zum Saisonstart im April, dann nach jedem Grillen 10 Minuten ausbrennen und bürsten, Fettwanne monatlich. Zum Saisonende im Oktober nochmal die kleine Version, Rost einölen, Gasflasche abschrauben, atmungsaktive Abdeckhaube statt Plastikplane, sonst kondensiert Wasser darunter. Im Oberland mit Föhn und Frostwechsel ist Kondenswasser unter der Plane die Hauptursache für Flugrost.
Für Privathaushalte ist das Selbstarbeit. Dazu gehört auch die Fettabscheider-Kontrolle bei fest installierten Außenküchen.
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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Kann der Grillrost in die Spülmaschine?
Edelstahlrost ja, wenn er hineinpasst, mit normalem Tab. Emailliertes Gusseisen nein, die Emaille wird stumpf und an Kanten platzt sie ab. Rohes Gusseisen nie, es rostet sofort.
Wie bekomme ich Rost vom Grillrost?
Flugrost mit Sodalösung einweichen, dann mit Edelstahlspirale bürsten. Bei Gusseisen die Stelle mit Schleifvlies abreiben, trocknen, mit Öl bei 200 Grad 30 Minuten einbrennen. Ist der Rost tief und blättert, Rost tauschen.
Muss ich den Grill wirklich ausbrennen?
Ja, 15 bis 20 Minuten auf höchster Stufe mit geschlossenem Deckel. Das verbrennt Fettreste und Reinigerreste und erhitzt den Rost auf über 250 Grad, was Keime abtötet. Danach heiß bürsten und leicht ölen.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und sind sorgfältig geprüft. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




