Warum Kaffeeflecken nachdunkeln
Kaffee gehört wie Tee und Rotwein zu den Gerbstoff-Flecken, weil er Tannine und braune Röststoffe enthält. Solange der Fleck feucht ist, lösen sie sich gut in Wasser. Beim Trocknen haften sie fester an der Faser und können an der Luft von Hellbraun zu Dunkelbraun nachdunkeln.
Beim Entfernen selbst geht am meisten schief:
- Reiben: Teppichgarn aus Polyamid oder Wolle ist gedreht. Wer reibt, dreht es auf, die Stelle wird hell und flauschig und fällt danach mehr auf als der Kaffee.
- Zu viel Wasser: Was man drübergießt, läuft in den Teppichrücken und die Unterlage und braucht dort lange zum Trocknen.
- Bunte Tücher: Die färben auf hellen Teppich oder Bezug ab, also Küchenpapier oder ein weißes Tuch.
Was Kaffee aus der Faser löst
Für einen frischen Fleck genügt meist kaltes Wasser. Natron lassen wir bei Kaffee weg. Es löst ihn kaum und kann den Gerbstoff durch seine Alkalität dunkler machen, während Percarbonat trotz Alkalität die Farbstoffe mit Sauerstoff bleicht. Percarbonat kommt erst dran, wenn der Kaffee eingetrocknet ist, und danach wird gründlich nachgespült.
| Mittel | Wofür | Grenze |
|---|---|---|
| Kaltes Wasser | Frischer, noch feuchter Fleck | Zu schwach für eingetrockneten Kaffee |
| Spülmittel, 1 Tropfen auf 100 ml lauwarmes Wasser | Fett im Milchkaffee | Gründlich ausspülen |
| Teppichfleckenentferner | Schatten nach dem Verdünnen, alte Flecken | Wolle und Seide nur, wenn das Etikett sie nennt |
| Sauerstoffbleiche (Percarbonat) | Alte Flecken auf hellen Polstern und Baumwolle | Nicht auf Wolle, Seide und nicht farbechten Stoffen, beim Anrühren Brille und Handschuhe |
| Allzweckreiniger, wenige Tropfen in Wasser | Notlösung im Büro | Tensidreste ziehen neuen Schmutz an, gründlich ausspülen |
Frischen Kaffee aus Teppich und Polster holen
- Gleich nach dem Verschütten. Tupfen Sie den Kaffee mit Küchenpapier oder einem weißen Tuch von außen nach innen auf, bis das Papier trocken bleibt.
- Bei Polstern erst das Etikett. Bevor Wasser auf den Bezug kommt, sehen Sie auf das Pflegeetikett. Wenn dort W oder WS steht, verträgt der Stoff Wasser. Testen Sie es trotzdem zuerst an einer verdeckten Stelle. Bei Code S und bei Leder bleibt es beim Auftupfen, dort kommt kein Wasser drauf.
- Verdünnen. Geben Sie mit der Sprühflasche kaltes Wasser auf die Stelle und tupfen Sie sie wieder trocken. Nach zwei bis drei Durchgängen ist der Fleck oft schon weg.
- Bei einem Schatten. Geben Sie einen Teppichfleckenentferner auf ein weißes Tuch und betupfen Sie damit den Fleck. Für Wolle, Seide und Viskose gilt anderes, siehe unten. Wie lange das Mittel einwirken muss, steht auf der Flasche.
- Ausspülen. Sprühen Sie klares Wasser auf und tupfen Sie ab, bis kein Schaum mehr kommt. Reinigerreste im Teppich ziehen sonst neuen Schmutz an. Schneller trocknet die Stelle, wenn Sie nach jedem Spülen mit dem Nasssauger absaugen.
- Handtuch und Buch. Den Föhn lassen Sie weg. Legen Sie ein weißes Handtuch auf die Stelle, ein dickes Buch obendrauf, und lassen Sie beides über Nacht liegen. Das Handtuch zieht auf, was aus dem Teppichrücken noch hochkommt.
- Wenn alles trocken ist. Richten Sie den Flor mit einer weichen Bürste in Strichrichtung auf.
Alte Flecken, Milchkaffee und Zucker
Fleck älter als einen Tag
Das gilt für Teppich und für Polster mit W oder WS. Bei Code S und bei Leder kommen keine wässrigen Mittel drauf. Dort nehmen Sie einen Polsterreiniger ohne Wasser (Code S) oder einen Lederreiniger, sonst einen Fachbetrieb.
- Zuerst warmes Wasser. Feuchten Sie den Fleck damit an und warten Sie einige Minuten, bevor Sie weitermachen.
- Dann der Fleckenentferner. Tragen Sie ihn auf, lassen Sie ihn einwirken und tupfen Sie danach ab. Spülen Sie mit klarem Wasser nach.
- Bei braunem Rest. Lösen Sie Percarbonat in warmem Wasser, die Menge steht auf der Packung. Das Pulver ist alkalisch und kann die Augen schwer schädigen. Tragen Sie beim Anrühren Schutzbrille und Handschuhe. Setzen Sie die Lösung jedes Mal frisch an und verschließen Sie sie nicht in einer Flasche, weil sie Sauerstoff abgibt und Druck aufbaut.
- Vor dem Auftragen. Ausgenommen sind Wolle, Seide und Viskose. Auf anderen Stoffen probieren Sie die Lösung zuerst an einer verdeckten Stelle aus, denn Percarbonat kann Farben aufhellen. Wenn die Farbe hält, tragen Sie nur so viel auf, dass der Flor feucht wird und der Rücken trocken bleibt. Lassen Sie die Lösung nur kurz einwirken. Die langen Zeiten auf Wäsche-Fleckensalz gelten fürs Einweichen, nicht für Teppich. Richten Sie sich nach der Packung eines Teppich-Fleckentferners mit Sauerstoff.
- Zum Schluss sparsam nachspülen. Sprühen Sie wenig klares Wasser auf und saugen oder tupfen Sie es ab. Wasser allein neutralisiert Percarbonat-Reste nicht, Profis spülen nach alkalischen Mitteln mit einer schwach sauren Lösung nach. Lassen Sie die Stelle danach wieder unter Handtuch und Gewicht trocknen.
Milchkaffee, Latte, Cappuccino
Milch bringt Fett und Eiweiß mit. Deshalb tupfen Sie den Fleck zuerst mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen Spülmittel aus. Nehmen Sie kein heißes Wasser, sonst gerinnt das Eiweiß und sitzt fest. Danach geht es weiter wie beim schwarzen Kaffee.
Kaffee mit Zucker
Zucker bleibt klebrig in der Faser und hält Staub fest, und nach einigen Wochen kann die Stelle grau werden. Spülen Sie mit warmem Wasser nach, bis sich der Flor nicht mehr klebrig anfühlt.
Wo Hausmittel bei Kaffee nicht mehr reichen
Wolle und Seide
Sauerstoffbleiche und stark alkalische Mittel greifen die Eiweißfaser von Wolle und Seide an. Tupfen Sie dort nur mit einer pH-neutralen Wollwaschmittel-Lösung oder einem Fleckenentferner, dessen Etikett Wolle nennt, lassen Sie das Mittel kurz einwirken und spülen Sie kalt nach. Wenn sich der Fleck bei einem handgeknüpften Teppich wie einem Perser so nicht löst, ist eine Teppichwäscherei der sichere Weg. Die Farben solcher Teppiche können bei zu viel Nässe ausbluten.
Viskose, auch Kunstseide oder Bambusseide genannt, gehört nicht zur Synthetik. Sie verträgt nur wenig Nässe und keine Bleiche. Den Kaffee dort nur auftupfen und den Teppich sonst in eine Teppichwäscherei bringen.
Büroteppich mit vielen Rändern
Auf Büroteppich sehen wir nach einigen Jahren die meisten Ränder am Kaffeeautomaten, am Besprechungstisch und am Eingang, dazu graue Laufstraßen. Einzelne Flecken zu behandeln bringt dann wenig, sinnvoller ist eine Sprühextraktion der ganzen Fläche. Das Gerät sprüht Wasser mit Reiniger in den Teppich und saugt es sofort wieder ab.
Sofa mit abnehmbarem Bezug
Ein abnehmbarer Bezug darf in die Maschine, wenn das Pflegeetikett es erlaubt, und zwar mit der Temperatur, die es angibt. Ohne Waschsymbol bleibt er aus der Maschine, sonst kann er einlaufen. Fest bezogene Polster lassen sich mit demselben Verfahren und einer Handdüse sprühextrahieren, wenn der Bezugsstoff Wasser verträgt.
Aus unserem Laden
Produkte aus diesem Artikel
Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Nach dem Trocknen ist ein brauner Ring um die Stelle. Was ist schiefgelaufen?
Meist ist Wasser bis in den Teppichrücken gesickert. Beim Trocknen wandert es nach oben und nimmt Kaffee und Schmutz aus der Tiefe mit. Wo es zuletzt verdunstet, also am Rand, bleibt das als brauner Ring liegen, bei einem Jute-Rücken färbt sich zusätzlich die Jute. Feuchten Sie die Stelle nur leicht an und lassen Sie sie unter einem beschwerten Handtuch schnell trocknen.
Geht Kaffee mit dem Dampfreiniger raus?
Besser nicht. Hitze kann Kaffeereste in der Faser festsetzen, und bei Milchkaffee gerinnt zusätzlich das Eiweiß.
Der Teppich riecht Wochen nach dem Cappuccino säuerlich. Woher kommt das?
Wahrscheinlich von Milchresten, die beim Reinigen in der Faser geblieben sind. Ein Enzymreiniger, wie es ihn für Tierflecken gibt, baut das Eiweiß ab. Wolle und Seide ausgenommen, das Enzym greift auch diese Faser an. Bei anderen Teppichen tupfen Sie nach der Einwirkzeit mit klarem Wasser nach.
Stimmt es, dass Fleckensalz auch auf dem Teppich hilft?
Auf hellem, farbechtem Synthetikteppich schon. Die meisten Fleckensalze bestehen im Kern aus Percarbonat, das ist dieselbe Sauerstoffbleiche wie bei den alten Flecken oben. Wolle, Seide und Viskose ausgenommen. Beim Anrühren gelten dieselben Regeln wie bei der Bleiche, mit Schutzbrille, Handschuhen und Test an einer verdeckten Stelle.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.
Kein Rechtsrat: Aussagen zu Miet-, Vertrags- und Arbeitsrecht geben unsere Praxiserfahrung wieder und ersetzen keine Rechtsberatung. Verbindlich klärt das ein Anwalt oder Ihr Mieterverein.




