Warum die Scheibe schwarz wird
Ruß auf der Scheibe entsteht bei unvollständiger Verbrennung. Ursachen sind zu feuchtes Holz, zu wenig Luft, zu kalter Ofen. Holz mit mehr als 20 Prozent Restfeuchte brennt bei niedriger Temperatur und setzt Teer und Ruß frei, der sich an der kältesten Fläche niederschlägt, und das ist die Scheibe. Bei richtig trockenem Holz und offener Luftzufuhr bleibt die Scheibe über Wochen weitgehend klar, weil die Scheibenspülung, ein Luftstrom entlang des Glases, den Ruß wegbrennt.
- Hellgrauer, pudriger Belag: Asche, normal, mit trockenem Tuch weg
- Schwarzer, matter Ruß: zu wenig Luft oder Holz unter 15 cm Abstand zur Scheibe
- Brauner, glänzender, klebriger Belag: Teer aus feuchtem Holz oder Drosselbetrieb über Nacht, schwer zu entfernen und Warnsignal für Glanzruß im Kamin
- Milchiger Schleier, der nicht weggeht: Glaskorrosion durch Jahre alkalischer Asche, bleibt
Fichte und Kiefer, das häufigste Brennholz im Oberland, harzen stärker und rußen mehr als Buche. Wer mit Fichte heizt, reinigt die Scheibe häufiger, und das Holz sollte mindestens zwei Sommer gelagert sein.
Scheibenreinigung: Methoden im Vergleich
| Methode | So geht es | Wirkung | Kosten | Nachteil |
|---|---|---|---|---|
| Asche-Methode | Feuchtes Küchenpapier in kalte Holzasche tupfen, Scheibe kreisend reiben, mit feuchtem Tuch nachwischen | Sehr gut bei Ruß, mittel bei Teer | Keine | Nur feine Holzasche, keine Kohle oder Briketts (Kratzer); staubt |
| Kaminglasreiniger, alkalisch | Auf kalte Scheibe sprühen, 1 bis 3 Minuten, mit Küchenpapier abwischen, nachwischen | Sehr gut, auch Teer | Gering | Ätzend, Handschuhe; nicht auf Dichtung und lackierten Rahmen tropfen lassen |
| Backofenreiniger | Wie Kaminglasreiniger | Sehr gut | Gering | Gleiche Chemie, gleiche Vorsicht |
| Glasreiniger, haushaltsüblich | Sprühen, wischen | Nur bei Aschestaub | Gering | Gegen Ruß und Teer zu schwach |
| Ceranfeldschaber | Klinge flach, Teerkrusten abschieben | Gut bei dicken Krusten | Gering | Nur flach, sonst Kratzer im Glaskeramik |
| Heiß brennen | Ofen 30 Minuten mit trockenem Holz und voller Luft laufen lassen | Gut bei frischem Ruß | Keine | Bei Teer unwirksam |
Die Asche-Methode nutzt, dass Holzasche alkalisch ist (pH 12 bis 13) und als feines Schleifmittel wirkt. Sie ist die Methode unserer Wahl für die regelmäßige Reinigung. Der Kaminglasreiniger ist für den Teerfall.
Komplettreinigung Schritt für Schritt
- Ofen kalt. Mindestens 12 Stunden nach dem letzten Feuer, besser 24. Asche kann unter der Oberfläche zwei Tage lang Glut halten.
- Abdecken. Zeitungspapier oder Malervlies vor dem Ofen, Fenster auf. Feinstaubmaske, wenn Sie empfindlich sind.
- Asche entnehmen. Mit Schaufel in einen Metalleimer mit Deckel. Rest im Brennraum darf 1 bis 2 cm hoch liegen bleiben, das Glutbett zündet besser. Bei Öfen mit Rost den Aschekasten leeren und den Rost mit einer Drahtbürste freimachen.
- Brennraum aussaugen. Nur mit Aschesauger oder Metallvorsatz mit Feinfilter. Ein Haushaltsstaubsauger bläst Feinstaub durch und kann bei versteckter Glut brennen.
- Schamotte prüfen. Risse unter 2 mm sind normal, bröckelnde oder fehlende Steine tauschen. Schamotte nie nass reinigen, sie saugt Wasser und platzt beim nächsten Feuer.
- Scheibe reinigen. Asche-Methode oder Kaminglasreiniger, siehe oben. Dichtung der Tür dabei nicht einweichen. Scheibe mit Mikrofasertuch trocken nachpolieren.
- Rauchrohr und Umlenkplatte. Einmal pro Saison, meist im Frühjahr: Umlenkplatte oben im Brennraum aushängen, Ruß darüber mit Handfeger in den Brennraum kehren. Rauchrohr an der Reinigungsöffnung öffnen und mit Rohrbürste ausbürsten. Bei Öfen ohne Öffnung Rohr abnehmen.
- Außen. Lackierten Stahl mit trockenem Tuch oder ganz leicht feucht, kein Reiniger, keine Politur. Speckstein und Keramik mit Wasser und Neutralreiniger. Türdichtung mit Bürste absaugen; wenn sie hart ist oder ein Blatt Papier nicht mehr klemmt, tauschen.
Profi-Tipp: Asche ist zwei Tage Feuer
Fehler und Sonderfälle
Braune, klebrige Scheibe jeden Morgen
Ursache ist fast immer Nachtbetrieb mit gedrosselter Luft. Der Ofen schwelt, Teer setzt sich an Scheibe und im Kamin ab. Das erzeugt Glanzruß, der beim nächsten Heizen als Kaminbrand abgehen kann. Lösung: nicht drosseln, Holz vollständig durchbrennen lassen, trockenes Holz. Wenn der Schornsteinfeger Glanzruß feststellt, muss er ausgebrannt oder mechanisch entfernt werden.
Scheibe bleibt milchig
Glaskeramik wird über Jahre von alkalischer Asche und Reinigern angeätzt, besonders wenn der Reiniger heiß auf die Scheibe kommt. Das ist Korrosion und nicht mehr zu retten. Scheiben lassen sich beim Ofenhersteller nachbestellen, Kosten.
Kaminglasreiniger auf die Dichtung
Die alkalische Lösung macht die Glasfaserdichtung hart. Beim Sprühen die Dichtung mit Küchenpapier abdecken oder den Reiniger auf das Tuch geben.
Wasser im Brennraum
Nie mit Wasser reinigen. Schamotte saugt, Stahl rostet, und bei Gussofen kann Feuchte Risse begünstigen.
Kachelofen und Grundofen
Hier sitzt die Asche in Zügen, die nur über Putztüren zugänglich sind. Das ist Arbeit für den Schornsteinfeger oder Ofenbauer, nicht für die Haushaltsreinigung.
Wie oft und wann der Schornsteinfeger kommt
Scheibe alle 1 bis 2 Wochen im Betrieb, Aschekasten alle 2 bis 4 Tage bei täglichem Heizen, Brennraum monatlich, Rauchrohr und Umlenkplatte einmal pro Saison. Außenflächen nach Bedarf. Ende April, wenn im Oberland die Heizsaison ausläuft, die Komplettreinigung, dann steht der Ofen sauber über den Sommer und riecht nicht bei feuchter Witterung.
Die Kehrpflicht regelt die Kehr- und Überprüfungsordnung: Bei regelmäßig genutzten Kaminöfen mit festem Brennstoff kehrt der Schornsteinfeger den Schornstein zwei- bis dreimal im Jahr, bei gelegentlicher Nutzung einmal. Dazu kommt alle zwei Jahre die Feuerstättenschau und, je nach Baujahr, die Messung nach 1. BImSchV. Den Kaminofen selbst, also Brennraum, Scheibe und Rauchrohr bis zum Kamineintritt, reinigen Sie selbst. Der Schornsteinfeger ist für den Kamin ab Rauchrohranschluss zuständig.
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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Kann ich die Scheibe wirklich mit Asche reinigen?
Ja, feine, kalte Holzasche auf feuchtem Küchenpapier ist ein mildes Schleifmittel mit hohem pH-Wert und löst Ruß zuverlässig. Keine Kohlen- oder Brikettasche, sie enthält harte Partikel und kratzt. Bei Teer hilft ein Kaminglasreiniger besser.
Wie entsorge ich Asche richtig?
In einem Metalleimer mit Deckel im Freien auf Stein oder Beton 48 Stunden abkühlen lassen, dann in den Restmüll. Nicht in die Biotonne, nicht in den Kompost. Kleine Mengen im Garten sind bei unbehandeltem Holz vertretbar, größere nicht, wegen Schwermetallen und des hohen pH-Werts.
Was macht der Schornsteinfeger und was ich?
Sie reinigen Brennraum, Scheibe, Aschekasten und das Rauchrohr bis zum Kamin. Der Schornsteinfeger kehrt den Schornstein, bei regelmäßigem Betrieb zwei- bis dreimal pro Jahr, und führt alle zwei Jahre die Feuerstättenschau durch. Wer Glanzruß im Kamin hat, ruft ihn zusätzlich.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und sind sorgfältig geprüft. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




