Was der Belag auf der Scheibe verrät
Ruß auf der Scheibe kommt von unvollständiger Verbrennung. Meist ist das Holz zu feucht, die Luftzufuhr zu knapp oder der Ofen noch kalt. Holz mit mehr als 20 % Restfeuchte verbrennt bei zu niedriger Temperatur und setzt Teer frei, der sich an der kältesten Stelle im Brennraum niederschlägt, meist an der Scheibe.
| Belag | Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Hellgrau, pudrig | Asche, normal | Trockenes Tuch |
| Schwarz, matt | Zu wenig Luft oder Holz zu nah an der Scheibe | Luftzufuhr öffnen, Holz weiter hinten auflegen |
| Braun, glänzend, klebrig | Teer aus feuchtem Holz oder gedrosseltem Betrieb über Nacht | Trockenes Holz, Luft nicht drosseln, Kaminglasreiniger |
Mit trockenem Holz und offener Luftzufuhr bleibt die Scheibe deutlich länger klar. Ob das Holz unter 20 % liegt, zeigt ein Holzfeuchtemessgerät an einer frisch gespaltenen Fläche. Öfen mit Scheibenspülung lenken einen Luftstrom am Glas entlang, der den Ruß fernhält.
Kaminscheibe mit Asche oder Kaminglasreiniger säubern
Für die normale Reinigung reicht die Asche aus dem Ofen, sie ist stark alkalisch und schleift ganz fein. Tupfen Sie feuchtes Küchenpapier in die kalte Asche, reiben Sie kreisend über das Glas und wischen Sie feucht nach. Mit Wasser wird die Asche zur Lauge, die die Haut austrocknet. Tragen Sie dabei Handschuhe.
Kaminglasreiniger brauchen Sie erst, wenn brauner Teer auf dem Glas klebt. Sprühen Sie ihn aufs Küchenpapier oder sparsam auf die kalte Scheibe und wischen Sie nach der Wirkzeit vom Etikett ab und feucht nach. Manche Kaminglasreiniger sind ätzend, Sie erkennen das am Ätzsymbol auf dem Etikett. Bei diesen tragen Sie Schutzbrille und Nitrilhandschuhe, weil Laugen das Auge meist schwerer verätzen als Säuren.
Verbietet Ihre Ofenanleitung Scheuermittel, lassen Sie die Asche weg.
| Methode | Wirkt gegen | Grenze |
|---|---|---|
| Asche-Methode | Ruß, leichten Teer | Staubt, Kohlen- und Brikettasche kratzt |
| Kaminglasreiniger | Ruß und Teer | Stark alkalisch, nicht an die Dichtung |
| Ceranfeldschaber | Dicke Teerkrusten | Kratzt steil angesetzt oder auf trockenem Glas |
| Heiß brennen (trockenes Holz, volle Luftzufuhr) | Frischen Ruß | Hilft bei Teer kaum, zu viel Holz überhitzt den Ofen |
| Haushalts-Glasreiniger auf der kalten Scheibe | Aschestaub | Zu schwach für Teer |
Den Ceranfeldschaber setzen wir nur auf nassem Glas und fast flach an. Die Klinge schiebt die Kruste dann ab, ohne das Glas zu zerkratzen.
Brennraum ausräumen und Asche entsorgen
- Auskühlzeit. Nach dem letzten Feuer warten Sie mindestens 12 Stunden, besser 24. Auch dann kann unter der Asche noch Glut sein.
- Vor dem Ofen. Legen Sie Zeitungspapier oder Malervlies aus und öffnen Sie ein Fenster. Tragen Sie eine Feinstaubmaske, wenn Ihre Atemwege empfindlich sind.
- Mit der Schaufel. Füllen Sie die Asche in einen Metalleimer mit Deckel. Eine Schicht von 1 bis 2 cm darf liegen bleiben, weil das nächste Feuer darauf besser zündet. Bei Öfen mit Rost leeren Sie auch den Aschekasten und machen den Rost mit einer Drahtbürste frei.
- Nach draußen. Stellen Sie den geschlossenen Eimer draußen auf Stein oder Beton ab, mit Abstand zu Hauswand, Holzstapel, Zaun und Mülltonnen und nie unter ein Vordach aus Holz. Die Glut hält sich zwei Tage und länger, Plastikeimer und Müllsäcke fangen davon Feuer. In den Restmüll darf die Asche frühestens nach 48 Stunden und nur ganz kalt, in die Biotonne nur, wenn Ihre Kommune das ausdrücklich erlaubt.
- Feine Reste. Die feinen Reste saugen Sie mit einem Aschesauger ab oder setzen einen Aschefilter aus Metall vor den Staubsauger, beides nur bei kalter Asche. Ein Haushaltsstaubsauger ohne Vorsatz bläst den Feinstaub durch und kann an versteckter Glut Feuer fangen.
- Schamottesteine. Haarrisse in den Steinen sind normal. Bröckelnde oder fehlende Steine tauschen Sie aus, passende gibt es beim Ofenhersteller. Reinigen Sie die Schamotte nicht nass, denn sie saugt Wasser und kann beim nächsten Feuer reißen oder abplatzen.
- Glas und Türdichtung. Putzen Sie die Scheibe als Letztes und polieren Sie sie mit einem trockenen Mikrofasertuch nach. Die Dichtung saugen Sie mit dem Bürstenaufsatz ab, und wenn sie hart ist oder sich ein Blatt Papier aus der geschlossenen Tür leicht herausziehen lässt, tauschen Sie sie.
Wie oft Aschekasten, Scheibe und Rauchrohr dran sind
Umlenkplatte und Rauchrohr nehmen Sie sich spätestens am Ende der Heizsaison vor, zusammen mit dem Brennraum. Steht der Ofen dann sauber über den Sommer, riecht er bei feuchtem Wetter weniger nach Ruß.
| Teil | Richtwert bei täglichem Heizen | Handgriff |
|---|---|---|
| Aschekasten | bevor die Asche an den Rost reicht | Leeren, Asche in den Metalleimer |
| Scheibe | sobald die Sicht nachlässt | Asche-Methode |
| Brennraum | monatlich | Aussaugen, Schamotte prüfen |
| Umlenkplatte | mindestens 1× pro Saison | Nach Ofenanleitung aushängen, Ruß darauf in den Brennraum kehren; Platten aus Vermiculit brechen leicht |
| Rauchrohr | mindestens 1× pro Saison | Reinigungsöffnung aufmachen, mit der Rohrbürste ausbürsten |
| Lackierter Stahl außen | nach Bedarf | Trocken oder kaum feucht, ohne Reiniger und Politur |
| Speckstein, Keramik | nach Bedarf | Wasser mit Neutralreiniger |
Ohne Reinigungsöffnung am Rauchrohr fragen Sie den Schornsteinfeger. Wenn Sie das Rohr selbst abnehmen, setzen Sie es danach wieder dicht in den Schornsteinanschluss. Sonst kann Rauchgas in den Raum ziehen.
Für Speckstein und andere Natursteinverkleidungen nehmen Sie weder sauren Reiniger noch Essig. Unbekannten Stein behandeln Sie wie Marmor, ohne Säure.
Wofür Sie den Schornsteinfeger brauchen
Brennraum, Scheibe, Aschekasten und Umlenkplatte bleiben Ihre Sache. Der Schornsteinfeger kehrt den Schornstein und macht die Feuerstättenschau. Welche Arbeiten anstehen und bis wann, steht im Feuerstättenbescheid. Ob er das Rauchrohr zwischen Ofen und Schornstein mitkehrt, fragen Sie ihn beim nächsten Termin.
Wenn der Ofen nachts mit gedrosselter Luft schwelt und die Scheibe jeden Morgen braun ist, kann sich der Teer auch im Schornstein absetzen. Dieser Belag heißt Glanzruß, er ist leicht entzündlich und kann einen Schornsteinbrand auslösen. Melden Sie das dem Schornsteinfeger, er brennt den Glanzruß kontrolliert aus oder kratzt ihn heraus.
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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Stimmt es, dass Backofenspray auch die Kaminscheibe sauber macht?
Ja, Backofenreiniger ist genauso alkalisch wie Kaminglasreiniger und löst Teer. Viele sind aber ätzend, deshalb nur auf die kalte Scheibe, mit Brille und Handschuhen, und nicht an die Dichtung. Sprühen Sie ihn aufs Küchenpapier statt direkt aufs Glas. Nach der Wirkzeit wischen Sie mehrmals mit klarem Wasser nach, weil eingebrannte Laugenreste das Glas milchig machen.
Die Scheibe bleibt milchig, egal womit ich putze. Ist sie kaputt?
Nicht unbedingt, oft ist das ein eingebrannter Belag aus Flugasche, etwa nach Papier, Pappe oder Briketts. Der Schleier ist selbst alkalisch, deshalb richtet alkalischer Kaminglasreiniger dagegen wenig aus. Spülen Sie die kalte Scheibe mit viel klarem Wasser nach und versuchen Sie es dann mit einem Cerankochfeld-Reiniger oder einem milden sauren Reiniger. Erst wenn der Schleier auch danach bleibt, ist die Glaskeramik angegriffen oder fein zerkratzt, und es hilft nur eine Ersatzscheibe vom Ofenhersteller.
Darf die Holzasche auf den Kompost oder ins Beet?
Besser nicht. Auch Asche aus unbehandeltem Holz kann Schwermetalle enthalten, die sich im Boden anreichern, und sie ist stark alkalisch. Sicher entsorgt ist sie im Restmüll. Asche von Kohle, Briketts oder behandeltem Holz gehört immer dorthin.
Gilt das auch für meinen Kachelofen?
Für Scheibe, Feuerraum und Aschekasten ja. An Ruß und Flugasche in den Heizgaszügen kommen Sie nur über die Putztüren heran, das ist Arbeit für den Ofenbauer oder den Schornsteinfeger.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




