Zum Inhalt springen

Matratze reinigen bei Flecken, Milben und Geruch

Privat Lesezeit 5 Minuten · Klar GmbH, Gebäudereinigung Penzberg

Gegen Staub und Milbenkot helfen Absaugen, ein bei 60 °C gewaschener Bezug und alle zwei bis drei Jahre eine Nassreinigung mit dem Waschsauger. Blut- und Urinflecken löst ein Enzymreiniger. Natron, Duftspray und UV-C-Lampen bringen dagegen wenig.

Matratze reinigen bei Flecken, Milben und Geruch

Was sich in einer Matratze sammelt

Bis zu einem halben Liter Schweiß gibt der Körper in warmen Nächten ab. Er zieht in den Bezug und macht die oberen Zentimeter des Kerns feucht.

Hausstaubmilben leben von Hautschuppen. Am stärksten vermehren sie sich bei 25 °C und über 65 % Luftfeuchte, und beides finden sie im benutzten Bett. In ihrem Kot steckt ein Eiweiß, das zu den Hauptauslösern der Hausstauballergie gehört.

Alte Flecken werden mit der Zeit gelb. Welches Mittel hilft, hängt davon ab, was drinsteckt: Blut enthält Eiweiß, Schweiß Salze, Hautfett und etwas Eiweiß, Kaffee und Wein Gerbstoffe. Bei Urin kommt der Geruch oft erst Tage später. Bakterien zersetzen die eingetrockneten Reste, und dann riecht es nach Ammoniak.

Womit Sie Staub, Milben und Flecken erwischen

Absaugen gehört vor jedes andere Verfahren. Was tiefer sitzt, holt erst die Sprühextraktion heraus. Bei dieser Nassreinigung sprüht der Waschsauger Wasser mit Reiniger ins Polster und saugt es im selben Zug wieder ab.

VerfahrenWirkt gegenGrenze
Absaugen mit HEPA-Filter und PolsterdüseStaub, Hautschuppen, tote Milben, Milbenkot an der OberflächeLebende Milben halten sich in der Faser fest
Bezug waschen bei 60 °CMilben, Allergene, Schweiß und Geruch im BezugNur bei abnehmbarem Bezug, dessen Pflegeetikett 60 °C erlaubt; der Kern bleibt
SprühextraktionSchmutz, Schweißsalze, Allergene, leichte Flecken in den oberen SchichtenNicht bei Bezügen, die Wasserränder bekommen
Enzymreiniger, punktuellEiweißflecken (Blut, Schweiß, Erbrochenes) und UrinBraucht die Einwirkzeit von der Packung. Nicht auf Wolle oder Seide, das Enzym greift die Eiweißfaser an
UV-C-LampeMilben an der direkt bestrahlten OberflächeWirkt nur an der Oberfläche; UV-C schädigt Augen und Haut

Flecken aus Blut, Urin, Schweiß und Kaffee lösen

Bei Blut und Schweiß arbeiten Sie nur kalt oder lauwarm. Eiweiß gerinnt ab etwa 40 °C, und heißes Wasser macht diese Flecken dann fest, statt sie zu lösen. Bei Urin nehmen wir den Enzymreiniger großzügig, weil der Urin tiefer ins Polster reicht als der sichtbare Fleck.

FleckBehandlungGrenze
BlutFrisch mit kaltem Wasser tupfen, eingetrocknet mit Enzymreiniger oder Wasserstoffperoxid 3 % aus der Apotheke, bis es nicht mehr schäumtPeroxid bleicht, deshalb nur auf weißem Stoff
Urin, auch altEnzymreiniger, abgedeckt einwirken lassen, damit nichts antrocknet; dann absaugen oder mit Tüchern aufnehmenKein Essig dazu, Säure bremst viele Enzyme; kein heißes Wasser; Duftspray überdeckt nur
Gelbe SchweißfleckenEnzymreiniger einwirken lassen, dann SprühextraktionAlte Flecken werden heller, verschwinden aber nicht ganz
Kaffee, WeinFrisch mit kaltem Wasser ausspülen und abtupfen, danach einen neutralen Polster-Flecklöser nehmen. Alte Flecken zuerst mit einem leicht sauren Tannin-Flecklöser behandeln. Bleibt ein Farbrest, auf weißem Stoff danach Sauerstoffbleiche nehmenKein alkalischer Polsterreiniger, Alkali fixiert Gerbstoffflecken. Sauerstoffbleiche nicht auf Wolle oder Seide

Sauerstoffbleiche (Natriumpercarbonat) hellt weißen Bezugsstoff auf, nur Wolle und Seide vertragen sie nicht. Ihre Lösung ist zwar alkalisch, aber sie zerstört den Farbstoff durch Oxidation, während ein normaler alkalischer Reiniger ihn nur festsetzt.

Lösen Sie das Pulver nach der Angabe auf der Packung in Wasser. Weil die Lösung alkalisch ist und bleicht, testen Sie sie erst an der Unterseite. Danach spülen Sie die Stelle mit klarem Wasser aus und saugen sie ab, am besten mit der Handdüse des Waschsaugers. Ohne Waschsauger tupfen Sie mehrmals mit einem nassen Tuch nach und nehmen die Flüssigkeit jedes Mal mit einem trockenen Tuch auf.

Sicherheit: Percarbonat-Pulver schädigt die Augen. Tragen Sie beim Anrühren Nitrilhandschuhe und eine Schutzbrille.

Wie viel Nässe der Kern verträgt

Wie nass Sie arbeiten dürfen, hängt am Kern. Welcher in Ihrer Matratze steckt, steht auf dem Etikett am Bezug oder in den Kaufunterlagen. Manche Hersteller schließen eine Nassreinigung ganz aus, und das steht dann in der Pflegeanleitung.

KernVerhalten bei NässeTrocknen nach Sprühextraktion
KaltschaumOffenporig, nimmt Wasser tief auf und gibt es gut ab6–12 Std.
FederkernPolster auf Metallfedern, durchnässt können die Federn rosten8–12 Std.
LatexOffenporig, trocknet langsamer als Kaltschaum12–24 Std.
ViscoschaumFeinporig, hält Wasser lange24–48 Std., nur mit Gebläse

Die Zeiten gelten für eine hochkant gestellte Matratze bei offenem Fenster und laufendem Ventilator. Ohne Luftbewegung dauert es länger, und im Kern kann Schimmel entstehen.

Matratze mit dem Waschsauger reinigen

Einen Waschsauger mit Polsterdüse können Sie in vielen Baumärkten ausleihen. Fangen Sie morgens an, dann sind Kaltschaum und Federkern meist bis zum Abend trocken. Viscoschaum trocknet nicht an einem Tag, Latex oft erst über Nacht, und für diese Nacht planen Sie besser einen anderen Schlafplatz ein.

Mit dem Waschsauger gehen Sie über den aufgezogenen oder fest vernähten Bezug, nie direkt über den nackten Kern. Nasser Latex und nasser Viscoschaum reißen unter der Düse leicht. Ohne Bezug saugt sich der Schaum außerdem viel stärker voll, und dann reichen die Trockenzeiten aus der Tabelle nicht mehr. Wenn Ihr Bezug abnehmbar ist und in die Maschine darf, waschen Sie ihn lieber, saugen den Kern nur trocken ab und behandeln Flecken darauf punktuell.

  1. Absaugen. Saugen Sie beide Seiten und alle Kanten langsam mit der Polsterdüse ab, auch die Steppnähte, weil sich dort Staub und Milben sammeln.
  2. Flecken vorbehandeln. Tragen Sie vorher Enzymreiniger oder Polsterreiniger auf und lassen Sie ihn einwirken, ohne dass er antrocknet.
  3. Tank füllen. Füllen Sie den Tank mit lauwarmem Wasser und geben Sie den Reiniger nach Etikett dazu. Nehmen Sie einen schaumarmen Extraktionsreiniger, mit normalem Teppichshampoo schäumt der Tank über.
  4. Einsprühen und absaugen. Mit der Handdüse sprühen Sie die Lösung ein und saugen sie im selben Zug wieder ab. Jede Bahn fahren Sie zweimal, beim zweiten Mal ohne Sprühen. Nehmen Sie dabei wenig Wasser, weil ohnehin nur die oberen Schichten gespült werden.
  5. Mit klarem Wasser nachspülen. Fahren Sie danach noch einen Durchgang mit reinem Wasser. Wir lassen ihn nie weg, weil Tensidreste im Bezug sonst schnell neuen Schmutz anziehen.
  6. Aufstellen und lüften. Stellen Sie die Matratze mit Abstand hochkant an die Wand, öffnen Sie das Fenster und lassen Sie einen Ventilator davor laufen. Beziehen Sie das Bett erst wieder, wenn sich die dickste Stelle beim Drücken nicht mehr kühl anfühlt.
  7. Nachsaugen. Ein letzter Durchgang mit dem Sauger nimmt aufgestellte Fasern und Reinigerreste mit.

Pflegeturnus für Bezug und Matratze

Den größten Teil der Pflege schaffen Staubsauger und Waschmaschine. Der Waschsauger kommt nur alle paar Jahre dran.

Wie oftWas
Einmal im MonatMatratze absaugen
Alle 3 MonateWenden und drehen, wenn die Matratze zwei Liegeseiten hat und der Hersteller es vorsieht
Alle 6 MonateBezug waschen, bei der Temperatur auf dem Pflegeetikett
Alle 2–3 JahreSprühextraktion, bei Allergikern und in Ferienwohnungen jedes Jahr

Bei Hausstauballergie senkt die Sprühextraktion die Allergenmenge nur für eine Weile. Dazu kommen ein milbendichter Bezug (Encasing), Bettwäsche jede Woche bei 60 °C und weniger als 50 % Luftfeuchte im Schlafzimmer.

Morgens aufdecken: Schlagen Sie nach dem Aufstehen die Decke zurück und öffnen Sie das Fenster. Die Matratze gibt dann einen Teil der Feuchtigkeit aus der Nacht ab, und für Milben wird es trockener.

Wann sich die Reinigung nicht mehr lohnt

Eine Matratze hält meist 8 bis 10 Jahre. An einem durchgelegenen Kern ändert keine Reinigung etwas.

  • Die Kuhlen sind tiefer als etwa 2 cm. Dann stützt der Kern nicht mehr.
  • Der Uringeruch bleibt. Riecht die Matratze nach Enzymreiniger und Sprühextraktion noch großflächig nach Urin, sitzt er zu tief.
  • Der Kern ist verschimmelt, oder die Matratze riecht muffig. Im Schaum und im Polster wächst das Pilzgeflecht in die Poren und lässt sich dort nicht herausreinigen. Auch abgetöteter Schimmel wirkt noch als Allergen.

Wenn nur einzelne Schimmelpunkte auf einem abnehmbaren Bezug sitzen, waschen Sie ihn so heiß, wie das Pflegeetikett erlaubt, und prüfen dann auch den Kern darunter. Schimmel an der Unterseite sehen wir meist bei Matratzen, die direkt auf dem Boden oder auf einem geschlossenen Bettkasten liegen. Solange keine Luft unter die Matratze kommt, bildet er sich dort immer wieder neu.

Aus unserem Laden

Produkte aus diesem Artikel

Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.

Häufige Fragen dazu

Stimmt es, dass Natron Gerüche aus der Matratze zieht?

Natron bindet etwas von dem säuerlichen Geruch, aber nur oben, und gegen Milben hilft es gar nicht. Der Geruch kommt von Bakterien, die Schweiß und Hautfett im Bezug zersetzen. Diese Rückstände bekommen Sie mit Enzymreiniger und Sprühextraktion heraus. Vom Natron bleibt auch nach dem Absaugen ein Rest im Stoff.

Darf der Dampfreiniger an die Matratze?

Besser nicht. Milben an der Oberfläche tötet der Dampf zwar, aber er bringt Feuchtigkeit in den Kern, die kein Sauger wieder aufnimmt. Die Hitze macht außerdem Blut- und Schweißflecken fest, und Viscoschaum und Latex vertragen sie schlecht.

Bringt ein UV-C-Milbensauger etwas?

Das Saugen ja, das UV-Licht kaum. Die Allergene stecken vor allem im Milbenkot und in toten Milben, und die entfernt nur der Sauger. Ein Staubsauger mit HEPA-Filter und Polsterdüse schafft das auch.

Muss ich die Matratze desinfizieren?

Nein. Im Haushalt reicht gründliches Reinigen, so sieht es auch das Umweltbundesamt. Ein Desinfektionsmittel brauchen Sie nur, wenn Arzt oder Gesundheitsamt dazu raten.

Der Bezug hat keinen Reißverschluss. Was mache ich dann?

Einen fest vernähten Bezug reinigen Sie zusammen mit der Matratze und behandeln Flecken punktuell mit Enzymreiniger. Ein waschbarer Matratzenschoner darüber fängt Schweiß und Hautschuppen ab und kommt stattdessen in die Maschine.

Bevor Sie loslegen

Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.