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Naturstein reinigen: Marmor, Granit, Schiefer

Privat Lesezeit 5 Minuten · Klar GmbH, Gebäudereinigung Penzberg

Naturstein reinigen Sie mit Neutralreiniger oder Steinseife und wenig Wasser. Essig und Kalkreiniger ätzen polierten Marmor und Kalkstein sofort matt, und solche Flecken nimmt danach kein Reiniger mehr weg.

Naturstein reinigen: Marmor, Granit, Schiefer

Wie die Steinart die Pflege bestimmt

Für die Pflege genügt es, drei Gruppen von Naturstein auseinanderzuhalten:

  • Kalkhaltige Steine lösen sich in Säure. Dazu gehören Marmor, Kalkstein, Travertin, Jura, Solnhofener Platten und Terrazzo mit Marmorkorn. Sie bestehen aus Calciumcarbonat, also Kalk, und den greift jede Säure an. Schon ein Schuss Essig, Zitronensäure, Sanitärreiniger, Cola oder Wein hinterlässt matte, helle Stellen. Fett und Öl ziehen außerdem tief in den Stein ein.
  • Granit verträgt Säure besser, saugt aber Öl. Wie Gneis, Basalt und Quarzit gehört er zu den Silikatgesteinen, die Säure deutlich besser vertragen als Marmor. Ihre Schwachstelle sind die Poren, in die Öl, Rotwein und Rost einziehen. Auf Handelsnamen ist wenig Verlass. Belgischer Granit zum Beispiel ist ein Kalkstein.
  • Schiefer zerkratzt leicht. Er ist weich und geschichtet, die Oberfläche ist meist eine raue Spaltfläche, und viele Schiefer saugen Wasser. Bei zu viel Wasser kann er Schuppen verlieren, und wenn Kalk- oder Reinigerreste auf ihm liegen, wird er grau.

Wenn Sie nicht wissen, welcher Stein verlegt ist, fragen Sie einen Steinmetz. Bis dahin behandeln Sie ihn wie Marmor, also ohne Säure.

Den Reiniger nach dem Stein wählen

Im Alltag kommen Sie mit einem pH-neutralen Reiniger oder Steinseife aus. Alte Pflegefilme und festsitzender Schmutz brauchen dagegen eine Grundreinigung mit alkalischem Steingrundreiniger. Welche Steinarten ein Mittel verträgt, steht auf dem Etikett. Auch beim Neutralreiniger lohnt auf Marmor ein Blick darauf, ob Naturstein ausdrücklich freigegeben ist.

Konzentrate mit dem Ätzsymbol auf dem Etikett fassen Sie nur mit Schutzbrille und Handschuhen an, egal ob sauer oder alkalisch. Das gilt auch beim alkalischen Grundreiniger, denn Lauge im Auge ist meist schlimmer als Säure.

SteinLaufende PflegeGrundreinigungNie
Marmor poliertSteinseife oder NeutralreinigerSteingrundreiniger mit Freigabe für Marmor, kurz einwirken lassenSäure, Scheuermittel, Dampf
Marmor, Jura geschliffenSteinseifeSteingrundreiniger mit Freigabe für Marmor, BürsteSäure, Chlor
Granit poliertNeutralreiniger, wenig WasserSteingrundreinigerWischpflege mit Wachs (schmiert)
Granit geflammt, außenWasser mit Neutralreiniger, BürsteHochdruckreiniger mit Flachstrahldüse und Abstand, den Strahl nicht in die FugenStreusalz liegen lassen
SchieferSteinseife oder Neutralreiniger, wenig WasserSteingrundreiniger, weiche BürsteViel Wasser, harte Bürsten, Säure

Wer draußen mit dem Hochdruckreiniger arbeitet, bleibt dabei auf festem Boden und hält den Strahl von Außensteckdosen und Leuchten weg.

Steinseife ist eine Seife auf Fettsäurebasis. Bei jedem Wischen bleibt ein hauchdünner Film zurück, durch den Wasser und Schmutz schlechter einziehen. Auf Marmor, Jura und Schiefer nehmen wir Steinseife genau wegen dieses Films. Auf poliertem Granit und in Duschen macht derselbe Film die Fläche rutschig und stumpf, deshalb kommt dort nur Neutralreiniger ins Wasser.

Naturstein nebelfeucht wischen

Steinböden wischen wir nur nebelfeucht. Der Mopp ist dabei so ausgewrungen, dass kein Tropfen mehr herausläuft.

  1. Nehmen Sie zuerst den Sand auf, bevor Wasser auf den Boden kommt. Er wirkt auf Marmor wie Schleifpapier und zerkratzt auch Schiefer. Auf Steinböden nehmen wir dafür einen Trockenmopp.
  2. Geben Sie Neutralreiniger oder Steinseife laut Etikett in lauwarmes Wasser. Wenn Sie überdosieren, bleibt der Rest als grauer Film auf dem Stein liegen.
  3. Wischen Sie so feucht, dass der Boden nach kurzer Zeit wieder trocken ist. Schiefer und offenporiger Kalkstein saugen stehendes Wasser sonst auf und werden fleckig. Betreten Sie den Boden erst, wenn er trocken ist.
  4. Im Bad nehmen Sie nur Neutralreiniger und wischen mit klarem Wasser nach. Ein Seifenfilm würde den nassen Boden rutschig machen. In Wohnräumen wischen Sie Steinseife dagegen nicht nach, weil ihr Film dort auf dem Stein bleiben soll.

Marmor und Schiefer in Wohnräumen kommen mit einmal Wischen pro Woche aus. Im Eingangsbereich wischen Sie öfter, weil dort mehr Sand hereinkommt. Von Außenflächen kehren Sie nach dem Winter Streusalz und Splitt ab.

Weißer Schleier auf schwarzem Granit: Meist ist das Kalk aus dem Leitungswasser. Setzen Sie das Wischwasser dann mit destilliertem Wasser an, für ein Bad reicht ein 5-Liter-Kanister. Oder Sie wischen gleich mit einem trockenen Mopp hinterher. Ist es ein Reinigerrest, nehmen Sie beim nächsten Mal weniger.

Imprägnieren statt versiegeln

Eine Imprägnierung zieht in die Poren ein und macht sie wasserabweisend, je nach Mittel auch ölabweisend. Der Stein sieht danach kaum anders aus als vorher, nur ziehen Flecken deutlich langsamer ein. Vor Säure schützt sie trotzdem nicht. Auch auf imprägniertem Marmor ätzt ein Zitronenspritzer einen Fleck.

Das erste Mal imprägnieren Sie, wenn der neu verlegte Boden samt Mörtelbett ganz ausgetrocknet ist. Wie lange das dauert, hängt von der Verlegeart ab, das können einige Wochen sein. Danach imprägnieren Sie alle 2 bis 5 Jahre nach, je nachdem, wie stark die Fläche beansprucht wird.

Imprägnierungen gibt es mit Lösemittel und auf Wasserbasis. Auf Küchenarbeitsplatten gehört eine ölabweisende, die für Lebensmittelkontakt geeignet ist. Dichter, polierter Stein nimmt kaum etwas auf. Dort bleibt die Imprägnierung als Schmierfilm liegen.

  1. Machen Sie vorher eine Grundreinigung. Danach muss der Stein mindestens 24 Stunden trocknen.
  2. Tragen Sie die Imprägnierung mit Pinsel oder Lammfell reichlich auf. Wenn das Mittel Lösemittel enthält, lüften Sie gut und halten offenes Feuer fern.
  3. Sobald die Einwirkzeit vom Etikett um ist, nehmen Sie alles, was noch auf der Oberfläche steht, vollständig mit einem Tuch ab. Angetrocknete Reste bleiben als Glanzflecken.
  4. Wann der Boden begehbar und voll belastbar ist, steht ebenfalls auf dem Etikett.

Eine Versiegelung liegt dagegen als Film auf dem Stein. Weil sie die Optik verändert, leicht verkratzt und sich schwer wieder entfernen lässt, ist sie in Wohnräumen die schlechtere Wahl. Für stark begangene Eingangshallen gibt es bei poliertem Marmor das Kristallisieren. Ein Steinschleifer arbeitet dabei ein saures Kristallisiermittel mit der Einscheibenmaschine in die Oberfläche ein.

Öl, Rost und Grünbelag aus Naturstein entfernen

Frische Flecken von Rotwein, Öl oder Kaffee nehmen Sie innerhalb von Minuten auf, auf Marmor und Schiefer nur durch Tupfen. Wenn ein Fleck schon eingezogen ist, brauchen Sie ein Mittel, das zur Ursache passt.

FleckUrsacheAbhilfe
Dunkler Fleck in Granit oder SchieferÖlFleckenpaste aus dem Steinfachhandel oder aus Bleicherde und Lösemittel, etwa 5 mm dick, unter Folie 24–48 h, trocken abnehmen, oft zweimal; bei Lösemittel gut lüften
RostfleckMetall auf dem Stein oder Eisen im SteinSäurefreier Rostentferner für Naturstein, auf allen Steinen dieses Artikels kein saurer Rostlöser
Grauer, stumpfer MarmorbodenZu viel Steinseife über JahreEinmal mit Steingrundreiniger abnehmen, danach sparsamer dosieren
Grüner oder grauer Belag außenAlgen, MoosGrünbelagentferner mit quartären Ammoniumverbindungen an einem trockenen Tag ohne Regen in Sicht auftragen, nach Anleitung einwirken lassen, abbürsten; auf Schiefer und Sandstein kein Hochdruck
Braune Flecken auf Kalkstein außenGerbsäure aus Eichen- und WalnusslaubLaub im Herbst zügig abkehren

Grünbelagentferner sind Biozide. Tragen Sie dabei Handschuhe, bei Konzentraten mit Ätzsymbol auch eine Schutzbrille, und halten Sie sich genau an die Dosieranleitung. Die meisten sind giftig für Wasserorganismen, deshalb darf nichts in Gully, Kanal oder Gewässer laufen.

Gegen stumpf gelaufene Laufwege und tiefe Kratzer kommt kein Reiniger an. Schleifen, Kristallisieren und Polieren sind Arbeit für einen Steinschleifer.

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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.

Häufige Fragen dazu

Auf der Marmor-Fensterbank ist ein matter Ring vom Weinglas. Geht der wieder weg?

Ein Reiniger bekommt ihn nicht weg, weil die Säure im Wein den Stein angeätzt hat. Kleine, leichte Stellen polieren Sie mit Marmorpolierpulver und Wasser von Hand nach, tiefere oder größere schleift ein Steinschleifer. Viele dieser Pulver enthalten Oxalsäure, deshalb gehören Schutzbrille und Handschuhe dazu, und Sie polieren nur die matte Stelle. Danach wischen Sie mit klarem Wasser nach und reiben trocken.

Wie erkenne ich, ob mein Stein neu imprägniert werden muss?

Geben Sie einen Wassertropfen auf den trockenen Stein und warten Sie 10 Minuten. Wenn er dann noch abperlt, ist der Schutz intakt. Zieht er ein und hinterlässt einen dunklen Fleck, ist es Zeit zum Nachimprägnieren. Auf poliertem Granit sagt der Test wenig, weil dort auch ohne Imprägnierung kaum Wasser einzieht.

Schiefer mit dem Dampfreiniger putzen, geht das?

Nein. Dampf drückt Feuchtigkeit zwischen die Schichten. Der Schiefer kann dann aufblättern und fleckig werden.

Mein Badreiniger ist für Fliesen gedacht. Darf der auch auf den Marmor im Bad?

Nur, wenn das Etikett ihn ausdrücklich für Marmor oder säureempfindlichen Naturstein freigibt, denn selbst Mittel mit der Aufschrift pH-neutral können Kalklöser enthalten. Die meisten Badreiniger sind sauer, weil sie Kalk lösen sollen, und genau das tun sie auch mit Marmor. Geht doch ein Spritzer daneben, wischen Sie ihn sofort mit Wasser ab. Kalk verhindern Sie auf Marmor nur mit dem Abzieher nach jedem Duschen.

Bevor Sie loslegen

Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.