Was über den Winter auf der Terrasse passiert
Grünbelag sind Algen, die auf dauerhaft feuchten, schattigen Flächen wachsen. Im Oberland mit 1.000 bis 1.400 Millimetern Niederschlag im Jahr, Schneedecke und Nordseiten unter Fichten ist das die Regel, nicht die Ausnahme. Moos siedelt in Fugen, wo sich Feinerde sammelt. Laub und Fichtennadeln geben Gerbstoffe ab, die sich als braune bis schwarze Flecken in poröse Steine ziehen. Streusalz hinterlässt weiße Ausblühungen und schädigt Beton und Naturstein mit Frost-Tau-Wechseln. Und Fichtenharz aus dem Herbst ist im Frühjahr hart wie Lack.
- Grüner Schleier, rutschig bei Nässe: Algen, flach, gut zu entfernen
- Schwarze Punkte und Flecken: Flechten oder Gerbsäureflecken, hartnäckig
- Grün in Fugen: Moos, mechanisch entfernen
- Weiße Ränder: Salz oder Kalkausblühung, mit Wasser und Bürste
Verfahren nach Belag
| Belag | Empfohlen | Hochdruck | Nicht verwenden |
|---|---|---|---|
| Betonpflaster, Betonplatten | Terrassenreiniger alkalisch, Schrubber; Grünbelagentferner | Ja, Flachstrahl, max. 100 bar, 30 cm Abstand | Rotierende Dreckfräse auf gefärbtem Beton |
| Naturstein weich (Sandstein, Kalkstein, Travertin) | Neutraler Steinreiniger, weiche Bürste, viel Wasser | Nein, Oberfläche wird aufgeraut | Säure, Essig, Chlor |
| Naturstein hart (Granit, Quarzit, Gneis) | Alkalischer Steinreiniger, Schrubber | Ja, Flachstrahl, Fugen aussparen | Rostfördernde Reiniger auf eisenhaltigem Stein |
| Feinsteinzeug (Keramik 2 cm) | Alkalischer Reiniger, Schrubber oder Scheuersaugmaschine | Ja, unproblematisch | Nichts Besonderes, Fugensand beachten |
| WPC-Dielen | WPC-Reiniger, Bürste in Rillenrichtung | Nur Flachstrahl, unter 80 bar, 30 cm | Dreckfräse, Chlor |
| Holz (Lärche, Douglasie, Bangkirai) | Holzterrassenreiniger, Schrubber in Faserrichtung, danach Öl | Nur unter 60 bar, sonst Fasern reißen auf | Chlor, Hochdruck quer zur Faser |
Ehrlich gesagt: Der Hochdruckreiniger mit Dreckfräse macht auf Beton und Naturstein in einer Stunde Schäden, die Jahre halten. Er raut die Oberfläche auf, spült Fugensand aus, und die raue Fläche vergrünt im nächsten Jahr doppelt so schnell.
Schritt für Schritt
- Grob räumen. Laub, Nadeln, Möbel, Blumenkübel entfernen. Moos aus Fugen mit Fugenkratzer oder Fugenbürste, erst trocken, das geht leichter.
- Anfeuchten. Terrasse mit dem Schlauch nässen. Reiniger auf trockenem Stein zieht ungleichmäßig ein und fleckt.
- Reiniger auftragen. Terrassen- oder Steinreiniger nach Etikett, meist 1:10 bis 1:20 in der Gießkanne, gleichmäßig verteilen. Bei starkem Grünbelag zusätzlich Grünbelagentferner auf Basis quartärer Ammoniumverbindungen, 1:10 bis 1:20.
- Einwirken. 10 bis 20 Minuten, nie antrocknen lassen, an heißen Tagen abschnittsweise arbeiten. Grünbelagentferner wirken über Tage weiter.
- Schrubben. Mit Schrubber oder Straßenbesen mit harten Borsten, bei Holz in Faserrichtung, bei WPC in Rillenrichtung. Auf großen Flächen mit Scheuersaugmaschine oder Terrassenbürstenaufsatz für den Hochdruckreiniger mit Flachstrahl.
- Spülen. Reichlich mit klarem Wasser, Schmutzwasser nicht ins Beet leiten.
- Trocknen und Fugen prüfen. Ausgespülten Fugensand nach 24 Stunden Trocknung mit Quarzsand oder Fugensplitt nachfüllen.
Imprägnieren: wann es sich lohnt
Lösemittelfreie Imprägnierungen auf Silan-Siloxan-Basis mit Rolle oder Sprüher in zwei dünnen Schichten nass in nass auftragen, Überschuss nach 15 Minuten abnehmen, sonst glänzt der Stein fleckig. Verbrauch je nach Saugfähigkeit 100 bis 300 Milliliter pro Quadratmeter. Haltbarkeit im Oberland realistisch zwei bis vier Jahre. Holzterrassen nicht imprägnieren, sondern nach dem Reinigen und 48 Stunden Trocknung ölen.
Fehler und Sonderfälle
Fichtenharz
Nicht kratzen. Mit Harzentferner oder Spiritus auf einem Tuch aufweichen, auf Naturstein vorher an verdeckter Stelle prüfen, dann mit Steinreiniger nachbehandeln.
Rostflecken von Gartenmöbeln
Nur mit speziellem Rostentferner für Stein, nie mit Salzsäure oder Essig auf Kalkstein und Beton. Auf Granit ist ein saurer Rostentferner möglich.
Schwarze Flechten
Flechten sitzen fest im Stein. Grünbelagentferner über Tage wirken lassen, dann bürsten, oft zweimal. Nicht mit Hochdruck: Die Flechte geht, die Steinoberfläche mit.
Fugen sind nach dem Winter leer
Das ist meist der Hochdruckreiniger vom letzten Jahr. Fugen mit Fugensand oder Fugenmörtel auf Polymerbasis neu füllen, sonst wandert Erde hinein und Moos wächst noch schneller.
Chlorreiniger
Chlor bleicht Grünbelag in Minuten, tötet aber Pflanzen im Beet, korrodiert Metall und ist auf Holz und WPC nicht zugelassen. Wir setzen ihn im Außenbereich nicht ein.
Wann und wie oft, und wann wir helfen
Der beste Zeitpunkt im Oberland ist Mitte April bis Mitte Mai, wenn die Nächte frostfrei sind, aber die Birkenpollen noch nicht die ganze Fläche gelb legen; ansonsten im Juni nach der Pollenzeit noch einmal spülen. Einmal im Jahr gründlich reicht bei sonnigen Terrassen, Nordseiten unter Bäumen brauchen im Herbst einen zweiten Durchgang und eine Behandlung mit Grünbelagentferner vor dem Winter.
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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Darf ich Naturstein mit dem Hochdruckreiniger reinigen?
Harte Steine wie Granit mit Flachstrahl und 30 Zentimeter Abstand ja. Weiche Steine wie Sandstein, Kalkstein und Travertin nein, die Oberfläche wird rau und vergrünt schneller. Die Dreckfräse hat auf keiner Terrasse etwas zu suchen.
Wann sollte ich die Terrasse imprägnieren?
Nach der Reinigung, wenn der Stein mindestens 48 Stunden trocken ist und über 10 Grad herrschen, also meist Mai oder Juni. Auf Beton und porösem Naturstein sinnvoll, auf Feinsteinzeug nicht nötig.
Hilft Soda oder Essig gegen Grünbelag?
Soda löst Schmutz und leichten Algenbelag, wirkt aber nicht nachhaltig. Essig ist auf Kalkstein und Beton tabu, weil er den Stein anätzt. Ein Grünbelagentferner auf Basis quartärer Ammoniumverbindungen hält den Belag mehrere Monate fern.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und sind sorgfältig geprüft. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




