Warum ein Autohaus drei Objekte in einem ist
Showroom, Werkstatt und Kundenbereich haben nichts gemeinsam außer der Adresse. Der Showroom ist ein Repräsentationsraum mit Feinsteinzeug oder Epoxidboden, Glasfront über zwei Etagen und Fahrzeugen, die täglich bewegt werden. Reifen bringen Straßenschmutz herein, im Winter Streusalz und Splitt. Die Werkstatt hat beschichteten Betonboden, Ölfilm, Bremsstaub, Metallspäne und Reifenabrieb, dazu Grubenränder und Hebebühnen, an denen Schmutz haftet. Der Kundenbereich mit Theke, Wartezone und WC muss aussehen wie ein Hotel, obwohl Mechaniker in Arbeitsschuhen durchlaufen.
Das größte Problem ist die Verschleppung: Werkstattschmutz auf dem Showroomboden. Ölfilm an Schuhsohlen bleibt auf Feinsteinzeug als grauer Schleier, den ein normaler Wischgang verteilt statt entfernt. Deshalb gehören Geräte, Mopps und Wasser strikt nach Bereich getrennt.
Showroomboden in der Praxis
- Früh anfangen. Zwischen 5 und 7 Uhr, bevor der erste Wagen bewegt wird. Fahrzeuge stehen dann noch, Reifenspuren sind vom Vortag.
- Trocken vorreinigen. Sand und Splitt mit Trockenmopp oder Kehrsaugmaschine aufnehmen. Was liegen bleibt, schleift unter der Maschine den Boden.
- Scheuersaugmaschine. Feinsteinzeug mit rotem Pad oder mittlerer Bürste, Unterhaltsreiniger 0,25 bis 0,5 Prozent, also 25 bis 50 ml auf 10 Liter. Bei Epoxid- oder Polyurethanboden nur weiche Bürste, kein Pad.
- Reifenspuren. Schwarze Streifen von Reifen sind Gummi plus Weichmacher. Mit Melaminschwamm oder Reifenspur-Entferner auf Lösemittelbasis punktuell, dann mit der Maschine nachfahren.
- Unter und zwischen den Fahrzeugen. Flachmopp mit Mikrofaser, 1,20 Meter Reichweite reicht meist. Sichtbare Ränder um die Reifen vermeiden.
- Kontrolle im Streiflicht. Ein Showroomboden wird gegen die Glasfront betrachtet. Schlieren, die von oben nicht sichtbar sind, sieht der Kunde beim Hereinkommen.
Profi-Tipp: Keine Wischpflege auf Feinsteinzeug im Showroom. Sie baut einen Film auf, auf dem Reifen Spuren hinterlassen und der unter Halogenlicht fleckig wirkt. Nur Reiniger, schwach dosiert, und zweimal im Jahr Grundreinigung. Bei Vinyl oder Linoleum in Beratungszonen ist es umgekehrt: dort braucht der Boden Pflegefilm, sonst gehen Stuhlrollen ins Material.
Glasfront: 14-tägig, innen wie außen
Die Glasfront eines Autohauses ist oft 6 bis 10 Meter hoch und 40 bis 80 Meter lang. Fingerabdrücke innen in Griffhöhe, Straßenstaub, Regenspuren und im Frühjahr Pollen außen. Nach 14 Tagen ist der Unterschied sichtbar, nach vier Wochen fällt er dem Kunden auf.
Innen arbeiten wir mit Einwascher und Abzieher, bis 12 Meter mit Teleskopstange. Außen mit Osmosewasser: Das Wasser hat 0 ppm gelöste Mineralien, im Oberland liegt Leitungswasser bei 14 bis 18 °dH, das würde als Kalkschleier trocknen. Mit Osmose bürsten wir die Scheibe, spülen mit reinem Wasser ab und lassen sie trocknen, ohne Abziehen, ohne Streifen, ohne Leiter. Rahmen und Fensterbänke gehören zum Glas dazu, sonst laufen beim nächsten Regen graue Fahnen über die Scheibe.
Im Winter reduzieren wir außen auf vier Wochen: Bei Frost bleibt Wasser auf der Scheibe stehen, und Streusalzstaub kommt sowieso täglich neu.
Werkstatt: Öl, Bremsstaub, Abscheider
Werkstattböden sind beschichtet oder aus geglättetem Beton. Ölfilm, Bremsstaub und Reifenabrieb bilden eine schwarze, schmierige Schicht. Sie geht nur mit einem alkalischen Industriereiniger und mechanischer Kraft: Scheuersaugmaschine mit harter Bürste, Reiniger 1 bis 3 Prozent, also 100 bis 300 ml auf 10 Liter, 5 Minuten Einwirkzeit vor dem Absaugen. Ölspuren vorher mit Bindemittel aufnehmen. Reiniger müssen abscheiderfreundlich sein, also nicht emulgieren, damit das Öl im Abscheider aufschwimmt und nicht in den Kanal geht.
Vierteljährlich Grundreinigung: Grubenränder mit Hochdruck, Hebebühnen-Fußplatten mit Bürste, Bodenmarkierungen nachziehen lassen, wenn sie unter dem Schmutz waren. Tore, Handwaschbecken und Teileregale im gleichen Zug.
Fehler und Sonderfälle
- Ein Mopp für alles. Werkstattöl landet im Showroom. Farbcodierte Mopps und getrennte Eimer, bei uns Standard.
- Fahrzeuge mit Reiniger abwischen. Lack und Displays vertragen keinen Allzweckreiniger. Nur trocken mit Mikrofaser, alles andere macht die Aufbereitung.
- Ölfilm mit Neutralreiniger. Wird verteilt statt gelöst, der Boden wird rutschig.
- Hochdruck an der Glasfront. Wasser dringt in Dichtungen und Rahmen, Beschichtungen lösen sich.
- Winter ignorieren. Streusalz von Reifen kristallisiert auf dem Showroomboden weiß aus. Salz löst sich nur in Wasser: im Winter Eingangsmatten verdoppeln und Wischwasser öfter wechseln.
- Reinigung während der Öffnungszeit. Nasse Böden zwischen Kunden und Neuwagen sind ein Haftungsrisiko. Wir arbeiten vor Öffnung und nach Ladenschluss.
Woran Sie eine saubere Arbeit erkennen
Was wir nicht anbieten: Fahrzeugaufbereitung, Lackpolitur oder Innenraumreinigung von Kundenfahrzeugen. Das ist ein eigenes Gewerk, und wir empfehlen dafür den Aufbereiter Ihres Vertrauens.
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Produkte aus diesem Artikel
Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Warum Glas alle 14 Tage und nicht monatlich?
Nach zwei Wochen sind Fingerabdrücke und Staub sichtbar, aber schnell zu entfernen. Nach vier Wochen haftet Schmutz fester, die Reinigung dauert länger und der Kunde hat es zwei Wochen lang gesehen. 14 Tage sind der wirtschaftliche Punkt.
Reinigen Sie auch die Fahrzeuge im Showroom?
Wir stauben sie täglich trocken ab, damit sie unter Halogenlicht glänzen. Waschen, Polieren und Innenraum bleiben bei der Fahrzeugaufbereitung.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und sind sorgfältig geprüft. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




