Welcher Belag welchen Reiniger braucht
Auf Badfliesen finden wir meist zwei Schichten übereinander. Unten sitzt Kalk aus dem Duschwasser, darüber ein grauer, matter Film aus Kalkseife und Hautfett. Kalkseife bildet sich, wo Seife auf hartes Wasser trifft, und löst sich in Wasser nicht.
Kalk und Kalkseife löst ein saurer Reiniger mit einem pH unter 7, das Fett ein alkalischer mit einem pH über 7. Fangen Sie mit der Lauge an, denn solange ein Fettfilm obenauf liegt, kommt die Säure kaum an Kalk und Kalkseife heran.
| Belag | So sieht er aus | Reiniger |
|---|---|---|
| Hautfett und Pflegeölreste | leicht schmierig | alkalisch |
| Kalkseife | grauer, matter Film | sauer, mit Tensiden |
| Kalk | weiße Ränder an Wanne, Armatur und Glas | sauer |
| Bakterienfilm (Serratia) | rosa Schlieren in Fugen und am Abfluss | alkalisch, dazu die Fugenbürste |
| Schimmel | schwarze Punkte im Silikon | chlorhaltiger Schimmelentferner, punktuell |
Fliesen in zwei Durchgängen reinigen
- Anfeuchten. Brausen Sie die Fliesen mit der Handbrause lauwarm ab, bevor der erste Reiniger kommt. Auf feuchter Fläche verteilt er sich gleichmäßiger.
- Alkalischen Reiniger aufsprühen. Verdünnen Sie einen chlorfreien alkalischen Allzweckreiniger laut Etikett in der Sprühflasche. Chlor steht oft nicht im Produktnamen. Auf dem Etikett heißt es Natriumhypochlorit oder Aktivchlor, und ein solches Mittel gehört nicht in diesen Durchgang, weil danach Säure kommt. Erst kaltes Wasser in die Flasche, dann das Konzentrat. Steht auf dem Etikett das Ätzsymbol, gehören Handschuhe und Schutzbrille dazu, auch später beim sauren Reiniger. Sprühen Sie den Reiniger von unten nach oben auf, damit keine Laufspuren entstehen, und lassen Sie ihn einige Minuten einwirken. Antrocknen darf er dabei nicht.
- Kalt abspülen. Jetzt brausen Sie von oben nach unten ab, mit reichlich kaltem, klarem Wasser. Der Fettfilm ist danach größtenteils weg, und Kalk und Kalkseife liegen frei. Spülen Sie gründlich, weil Reste des alkalischen Reinigers sonst die Säure abschwächen. Zugleich nässt das kalte Wasser die Zementfugen vor, die ebenfalls säureempfindlich sind.
- Sauren Reiniger aufsprühen. Verdünnen Sie einen sauren Sanitärreiniger auf Zitronensäurebasis und sprühen Sie ihn auf, solange die Fugen noch nass sind. Lassen Sie ihn nicht länger einwirken, als auf dem Etikett steht, weil die Säure sonst auch den Zement in den Fugen anlöst. Armaturen sprühen Sie nicht direkt an, sondern geben den Reiniger aufs Tuch, sonst zieht der Sprühnebel in Spalten und Öffnungen. Das saure Spülwasser läuft immer in den Abfluss. War dort kurz vorher Rohrreiniger-Gel oder Schimmelspray, riecht der Abfluss nach Chlor oder ist unklar, was zuletzt darin war, lassen Sie den Säuredurchgang an diesem Tag weg. Viele dieser Mittel enthalten Chlor, und mit Säure entsteht giftiges Chlorgas (mehr dazu im Abschnitt zu den Fugen). Lüften Sie dann, spülen Sie mehrmals mit Wasser und nehmen Sie den Entkalker an einem anderen Tag.
- Fugen bürsten. Erst in diesem Schritt brauchen Sie die Fugenbürste, für Zementfugen mit Nylonborsten und für Silikon mit weichen Borsten.
- Nachspülen. Fliesen und Fugen bekommen noch einmal reichlich kaltes Wasser, die Armaturen wischen Sie mit klarem Wasser nach. Säurereste greifen den Fugenmörtel sonst weiter an.
- Abziehen und trocknen. Mit dem Abzieher gehen Sie über Fliesen und Glas, mit einem Mikrofasertuch über Ecken und Kanten. Armaturen reiben Sie mit einem weichen Baumwolltuch trocken. Mikrofaser lassen Sie dort weg, weil Armaturenhersteller sie wie Scheuermittel und Pad-Schwämme ausschließen.
Mit Abzieher seltener putzen
Den Zwei-Stufen-Durchgang brauchen Sie erst, wenn sich ein Belag aufgebaut hat. Für die wöchentliche Reinigung genügt ein saurer Sanitärreiniger mit Tensiden. Auch dabei nässen Sie die Fugen vorher und spülen danach kalt nach.
Den meisten Kalk halten Sie mit dem Abzieher fern. Wenn Sie Fliesen und Glas nach jedem Duschen abziehen, trocknet das Wasser nicht auf der Fläche an. Ohne Abzieher bildet sich bei hartem Wasser schon nach wenigen Tagen ein neuer Kalkfilm, und mit der Zeit werden die Fugen grau.
Wie schnell der Kalk nachwächst, hängt an der Wasserhärte. Über 14 °dH gilt Wasser als hart. Den Wert für Ihren Ort nennt der örtliche Wasserversorger.
Dunkle Zement- und Silikonfugen behandeln
Welche Bürste passt und was bei dunklen Fugen noch hilft, richtet sich nach dem Fugenmaterial.
| Merkmal | Zementfuge | Silikonfuge |
|---|---|---|
| Material | porös, saugt Kalkseife, Farbstoffe und Feuchtigkeit auf | glatt und elastisch, Schimmel wächst ins Material |
| Bürste | Fugenbürste mit Nylonborsten und schmalem Kopf | weiche Bürste |
| Bleibt dunkel | Schmutz sitzt im Mörtel: Fugenfräse und Neuverfugung oder Fugenfarbe | Schimmel sitzt im Silikon: Fuge herausschneiden und neu ziehen |
Ein chlorhaltiger Schimmelentferner tötet Schimmel an der Oberfläche des Silikons ab und bleicht die schwarzen Punkte. Tragen Sie ihn punktuell auf, und halten Sie sich an die Einwirkzeit vom Etikett. Das Pilzgeflecht tief im Silikon erreicht er nicht, dort kommt der Befall wieder. Befallenes Silikon erneuern Sie deshalb.
Chlorreiniger sind alkalisch, und Laugen verätzen das Auge meist schwerer als Säuren. Tragen Sie beim Sprühen Schutzbrille und Handschuhe, und lüften Sie das Bad.
Bringen Sie Chlorreiniger nie mit Säure zusammen, dabei entsteht giftiges Chlorgas. Das gilt auch, wenn Sie die Mittel nacheinander benutzen: Schon Reste im Siphon, in den Fugen oder im Tuch reichen. Spülen Sie zwischen zwei Mitteln mit viel klarem Wasser nach. Den Schimmelentferner nehmen Sie deshalb nicht am selben Tag wie den Entkalker.
Säure steckt in Entkalkern, sauren WC-Reinigern, Essig und Zitronensäure. Chlor steht dagegen oft nicht im Produktnamen. Auf dem Etikett heißt es Natriumhypochlorit oder Aktivchlor.
Silikonfugen sind Wartungsfugen. Im Bad müssen Sie sie von Zeit zu Zeit erneuern. Schneiden Sie die alte Fuge dafür vollständig heraus und entfernen Sie alle Reste. Danach muss der Untergrund gut trocknen, sonst haftet das neue Silikon schlecht.
Fehler beim Badputzen und was besser wirkt
Diese Fehler sehen wir in Bädern immer wieder. Manche kosten nur Zeit, andere greifen Chrom, Glasur oder Stein an oder sind gefährlich.
| Fehler | Folge | Besser |
|---|---|---|
| Essig als Kalklöser | wirkt langsam, greift Chrom und Gummidichtungen an, auf Marmor bleiben matte Stellen | Sanitärreiniger auf Zitronensäurebasis, auf Naturstein gar keine Säure |
| Scheuermilch oder raue Schwammseite | Kratzer in Chrom, glänzende Glasur wird stumpf, Acryl- und Emaillewannen verkratzen | weiche Schwammseite, an Armaturen ein weiches Baumwolltuch |
| Reiniger antrocknen lassen | Ränder, die schlimmer aussehen als der Schmutz vorher | in kleineren Feldern arbeiten und rechtzeitig abspülen |
| Beide Reiniger zugleich auftragen | sauer und alkalisch heben sich gegenseitig auf, als Konzentrat reagieren sie heiß und spritzen | dazwischen mit viel klarem Wasser spülen |
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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Gibt es keinen Reiniger, der Kalk und Fett auf einmal löst?
Ein Reiniger kann nicht zugleich sauer und alkalisch sein, das schließt sich chemisch aus. Ein saurer Sanitärreiniger mit Tensiden löst aber Kalk und Kalkseife und nimmt leichte Fettreste mit. Für die wöchentliche Reinigung kann er genügen, bei einem dicken grauen Film brauchen Sie beide Durchgänge.
Der rosa Belag am Abfluss kommt immer wieder. Was hilft auf Dauer?
Auf Dauer hilft Trockenheit. Lüften Sie nach dem Duschen und ziehen Sie die Fugen trocken, denn der rosa Belag ist ein Bakterienfilm, der von Feuchtigkeit lebt. Ganz verhindern lässt er sich im Bad kaum. Wenn er wiederkommt, entfernen ihn ein alkalischer Reiniger und die Fugenbürste.
Helfen Fugenstifte gegen graue Fugen?
Einige Monate lang schon. Danach kann sich die Farbe stückweise lösen, und die Fuge sieht fleckiger aus als vorher. Länger halten eine Neuverfugung oder eine Fugenfarbe auf Epoxidbasis.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




