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Toilette richtig reinigen und desinfizieren

Privat Lesezeit 6 Minuten · Klar GmbH, Gebäudereinigung Penzberg

Urinstein und Kalk unter dem Rand löst nur Säure, deshalb kommt zuerst ein saurer WC-Reiniger ins Becken und wirkt ein. Danach reinigen Sie mit einem Tuch nur fürs WC von oben nach unten, Spültaste und Klinke zuletzt. Im Haushalt reicht gründliches Reinigen, desinfizieren Sie nur, wenn Arzt oder Gesundheitsamt es raten, etwa bei einem Magen-Darm-Infekt.

Toilette richtig reinigen und desinfizieren

Wo sich Urinstein und Geruch festsetzen

Am Beckenboden nimmt das Spülwasser den meisten Schmutz mit. Liegen bleibt er dort, wo weder Spülwasser noch Bürste hinkommen.

  • Der Spülrand verkalkt zuerst. Auf dem Kalk aus dem Spülwasser setzen sich Urinstein und Biofilm ab. Biofilm ist ein Belag aus Bakterien. Bei hartem Wasser wird daraus mit der Zeit eine gelbe Kruste.
  • Am Wasserspiegel bildet sich ein Ring. Kalk und Urinstein lagern sich genau auf Höhe des Wasserstands im Siphon ab.
  • Die Scharniere riechen. Urinspritzer trocknen an den Scharnieren und auf der Rückseite des Sitzes an. Wenn ein sauberes WC trotzdem riecht, finden wir die Quelle eher hier als im Becken.
  • In der Silikonfuge steht Wasser. Spritzer und Wischwasser sammeln sich am Sockel und in der Fuge zum Boden. Lässt sich eine dunkle Verfärbung dort nicht wegwischen, sitzt meist Schimmel im Silikon. Dann hilft nur, die Fuge zu erneuern.
  • Spültaste und Klinke fasst jeder an. Über diese Flächen gehen Keime von Hand zu Hand.

Urinstein besteht aus Kalk aus dem Wasser und Salzen aus dem Urin. Mit der Bürste allein bekommen Sie ihn nicht ab. Wie hart Ihr Wasser ist, sagt der örtliche Wasserversorger. Über 14 °dH gilt es als hart.

Geruch aus den Scharnieren: Nehmen Sie den Sitz ab und reinigen Sie Scharniere, Befestigung und den Beckenrand darunter. Viele neuere Sitze lösen sich per Knopf, andere sind von unten mit zwei Muttern verschraubt.

Säure ins Becken, Chlor nur im Ausnahmefall

Für den normalen Durchgang brauchen Sie drei Mittel. Chlorreiniger kommt nur dazu, wenn auf den Fliesenfugen Schimmel sitzt.

MittelWofürGrenze
Saurer WC-Reiniger (etwa mit Zitronen-, Ameisen- oder Amidosulfonsäure)Kalk und Urinstein im Becken und unter dem Randnie mit Chlorreiniger, kein Naturstein, kein Messing, nicht lange auf dem Sitz
Saurer Sanitärreiniger, verdünntBeckenaußenseite, Sockel, Spülkasten, Fliesen, Urinränder am Sitzkein Naturstein, Zementfugen vorher nässen, auf dem Sitz nur kurz und dann nachwischen
Wasser mit SpülmittelSitz, Deckel und Spültastelöst keinen Kalk
ChlorreinigerSchimmel auf Fliesenfugen, punktuellnie mit Säure, Ammoniak oder Alkohol, auch nicht nacheinander; im Silikon kommt der Schimmel wieder

Bei einer dicken Kruste lassen Sie den WC-Reiniger länger einwirken und spülen so lange nicht. Wie lange er wirken muss, steht als Einwirkzeit auf dem Etikett, manche Mittel dürfen über Nacht stehen. Sitz und Deckel bleiben in der Zeit hochgeklappt, damit nichts darauf tropft.

Was danach noch sitzt, arbeiten Sie mit einem Bimsstein für Keramik oder einem Melaminschwamm nach. Beide nehmen Sie nur nass und nur auf glasierter Keramik ohne Beschichtung, denn auf schmutzabweisend beschichteten Becken hinterlassen sie Kratzer. Stahlwolle zerkratzt die Glasur, außerdem bleiben graue Metallspuren zurück.

Bringen Sie Chlorreiniger nie mit Säure zusammen. Dabei entsteht giftiges Chlorgas. Säure steckt in Entkalkern, sauren WC-Reinigern, Essig und Zitronensäure.

Chlor steht oft nicht im Produktnamen. Auf dem Etikett heißt es Natriumhypochlorit oder Aktivchlor.

Chlorreiniger ist eine Lauge. Für die Fugen brauchen Sie deshalb Schutzbrille und Handschuhe. Laugen verätzen das Auge meist schwerer als Säuren.

Nach Chlorreiniger oder Schimmelspray gehört kein saurer Reiniger an dieselbe Fuge. Auch nacheinander reagieren die Mittel, weil Reste in der Fuge bleiben. Spülen Sie zwischen zwei Mitteln mit viel klarem Wasser nach.

Im gewerblichen Einsatz nehmen wir für den täglichen Unterhalt den säurefreien Sanitärreiniger Sanikal und gegen Urinstein das saure Konzentrat Milizid. Laut Hersteller sind beide nur für den gewerblichen Gebrauch bestimmt.

Becken, Sitz und Spültaste der Reihe nach reinigen

Für die Handgriffe brauchen Sie etwa fünf Minuten, dazu kommt die Einwirkzeit des WC-Reinigers. Die Reihenfolge verhindert, dass Schmutz aus dem Becken auf Sitz und Klinke landet.

Wir arbeiten nach Farbcode und nehmen Tuch, Schwamm und Handschuhe in Rot nur für das WC, Gelb für Waschbecken und Fliesen. Wenn Sie das zu Hause genauso halten, wandern keine Keime vom WC zum Zahnputzbecher. Bei den Handschuhen greifen Sie zu Nitril. Es hält Sanitärreinigern stand.

  1. Vor der Säure. Wenn zuletzt Chlorreiniger im Becken war, lüften Sie und lassen die Säure in diesem Durchgang weg. Brauchen Sie sie doch, bürsten Sie erst den Rand ab und spülen mehrmals mit viel klarem Wasser nach. Wenn Sie nicht wissen, was zuletzt drin war, etwa in einer Ferienwohnung, lassen Sie die Säure beim ersten Putzen ebenfalls weg und spülen mehrmals durch. Vor dem WC-Reiniger drücken Sie das Wasser im Siphon mit der Bürste ein paarmal nach hinten. Der Kalkring liegt dann frei, und der Reiniger bleibt unverdünnt.
  2. Schrägkopf ansetzen. Geben Sie den WC-Reiniger rundum unter den Spülrand und lassen Sie ihn ins Becken laufen. Tragen Sie Schutzbrille und Handschuhe, wenn das Etikett das Ätzsymbol zeigt. Kein zweites Mittel hinterher, auch kein anderes WC-Gel. Es gibt Gele mit Chlor und Gele mit Säure, und zusammen entsteht Chlorgas. Während der Reiniger einwirkt, erledigen Sie den Rest.
  3. Außen von oben nach unten. Fangen Sie am Spülkasten an, dann folgen Deckel, Sitz oben und unten und die Scharniere. Sitz und Deckel wischen Sie mit Spülmittelwasser und dem roten Tuch, in die Scharniere kommen Sie mit einer alten Zahnbürste. Scheuermilch lassen Sie am Sitz weg, sie zerkratzt ihn.
  4. Beckenaußenseite und Sockel. Beide wischen Sie mit verdünntem saurem Sanitärreiniger ab, ebenfalls mit dem roten Tuch. Zum Verdünnen geben Sie erst kaltes Wasser in den Eimer, dann das Konzentrat. Umgekehrt spritzt es, warmes Wasser setzt mehr Dämpfe frei. Steht das WC auf Marmor, Kalkstein, Travertin oder Terrazzo, darf keine Säure auf den Boden. Sie löst diese Steine an, es bleiben matte, helle Stellen. Unbekannten Stein behandeln Sie wie Marmor. Zementfugen am Sockel nässen Sie vorher mit Wasser vor und spülen sie danach gründlich mit kaltem Wasser nach.
  5. Nach der Einwirkzeit. Bürsten Sie erst unter dem Rand entlang, dann Beckenboden und Siphonring. Beim Spülen halten Sie die Bürste in den Spülstrahl und lassen sie danach abtropfen.
  6. Kontaktflächen zuletzt. Spültaste, Klinke, Papierhalter und Lichtschalter wischen Sie mit einem frischen Tuch. Mit dem benutzten Tuch käme der Beckenschmutz auf die Klinke. Schalter und Steckdosen wischen Sie nur nebelfeucht ab. Das Tuch ist dafür so ausgewrungen, dass kein Tropfen mehr herausläuft.
  7. Trocken nachwischen. Gehen Sie mit einem trockenen Tuch über Sitz und Rand. Aus stehenden Tropfen werden sonst Kalkränder. Der Deckel bleibt offen, bis alles trocken ist.

Desinfizieren nach einem Magen-Darm-Infekt

Noro- und Rotaviren halten sich lange auf Flächen und stecken schon in kleinen Mengen an. Wenn jemand im Haushalt einen Magen-Darm-Infekt hat, fragen Sie den Arzt, ob Sie desinfizieren sollen. Rät er dazu, kommt ein Desinfektionsmittel an alle Stellen, die angefasst werden.

In Praxen, Kitas und Pflegeeinrichtungen legt der Hygieneplan fest, welche Flächen wann desinfiziert werden. Dort desinfizieren Sie mit einem VAH-gelisteten Mittel. Die RKI-Liste gilt nur, wenn das Gesundheitsamt die Desinfektion anordnet.

  1. Zuerst aufnehmen. Ziehen Sie Einmalhandschuhe an, bevor Sie Erbrochenes oder Stuhl mit einem Einwegtuch wegnehmen. Das Tuch kommt in einem verschlossenen Beutel in den Restmüll. Solange jemand krank ist, spülen Sie mit geschlossenem Deckel.
  2. Vor dem Desinfizieren. Putzen Sie dann die ganze Toilette, denn auf verschmutzten Flächen wirkt Desinfektionsmittel schlechter. Mehrwegtücher waschen Sie danach bei mindestens 60 °C. Säure und Chlor kommen auch nacheinander nie ins Becken, denn Reste bleiben unter dem Rand haften. Putzen Sie das Becken in diesem Durchgang ohne sauren WC-Reiniger und nehmen Sie ein chlorfreies Desinfektionsmittel. War doch vorher Säure drin, bürsten Sie den Rand ab und spülen mehrmals mit viel klarem Wasser nach.
  3. Das richtige Mittel. Gegen Noro- und Rotaviren muss auf dem Etikett „begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“ stehen. „Begrenzt viruzid“ allein wirkt nur gegen behüllte Viren wie Grippeviren. Alkoholische Mittel nehmen Sie nur für kleine Flächen wie Klinke und Spültaste. Mit Chlorreiniger dürfen sie nie zusammenkommen, dabei bilden sich giftige Stoffe wie Chloroform. Für Boden und Sitz nehmen Sie ein Mittel zum Ansetzen mit Wasser. Mischen Sie es nie mit Reiniger. Auch hier kommt erst das kalte Wasser in den Eimer, dann das Konzentrat.
  4. Reichlich auftragen. Geben Sie das Mittel mit Handschuhen auf Sitz, Spültaste, Klinke, Wasserhahn und Waschbecken, dazu auf den Boden rund um das WC. Tragen Sie es mit einem Tuch auf, statt es zu sprühen. Die ganze Fläche muss nass sein. Wischen Sie nicht nach und reiben Sie nicht trocken.
  5. Wartezeit. Hier gilt für alle desinfizierten Stellen die volle Einwirkzeit vom Etikett, auch für Klinke und Spültaste. Den Boden betreten Sie erst, wenn er trocken ist.

Täglich im Betrieb, wöchentlich im Haushalt

Grundreinigung bedeutet hier, den Sitz abzunehmen und Scharniere und Spülrand gründlich zu reinigen. Die ASR A4.1 verlangt, dass Betriebe täglich genutzte Toiletten auch täglich reinigen. Bei Kundenverkehr kommen je nach Andrang Zwischendurchgänge dazu.

OrtReinigungGrundreinigung
Haushalt, 2–4 Personenwöchentlich, Sitz täglich abwischenmonatlich
Ferienwohnungbei jedem Gästewechselvor jeder Saison
Büro und Betrieb, täglich genutzttäglich (ASR A4.1)wöchentlich
Büro mit Kundenverkehrtäglich, bei Bedarf öfterwöchentlich
Praxen, Fitnessstudiostäglich, weitere Durchgänge nach Hygieneplan oder Nutzungwöchentlich, dokumentiert
Gastronomie, Kundentoilettenmehrmals täglich nach Kontrollplanwöchentlich

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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.

Häufige Fragen dazu

Stimmt es, dass Cola gegen Urinstein hilft?

Bei dünnen Rändern hilft Cola etwas, wenn sie über Nacht im Becken steht. Die Phosphorsäure in der Cola löst den Belag langsam, Essig wirkt ähnlich. Gegen eine dicke Kruste unter dem Rand ist ein saurer WC-Reiniger stärker, weil er als Gel dort haftet, wo Flüssigkeit sofort abläuft. Auch Cola und Essig sind Säure und kommen nie zu Chlorreiniger ins Becken.

Bringen WC-Steine oder Duftspüler etwas gegen Urinstein?

Gegen Urinstein, der schon da ist, bringen sie kaum etwas. Ihr Wirkstoff läuft bei jeder Spülung nur ein paar Sekunden über die Keramik und ist dabei stark verdünnt. Für eine Kruste reicht das nicht. WC-Steine und Duftspüler überdecken vor allem den Geruch, die normale Reinigung brauchen Sie trotzdem.

Mein WC-Sitz ist gelb geworden. Geht das wieder weg?

Gelbe Ränder an Unterseite und Scharnieren sind Urinstein und gehen meist wieder weg. Verdünnter saurer Sanitärreiniger löst sie, wenn Sie ihn nur kurz einwirken lassen und danach mit klarem Wasser abwischen. Wenn die ganze Fläche gleichmäßig vergilbt ist, sitzt die Farbe im Kunststoff und lässt sich nicht mehr entfernen. Kunststoff vergilbt mit den Jahren, schneller durch Chlorreiniger oder WC-Reiniger, die lange darauf stehen.

Bevor Sie loslegen

Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.

Kein Rechtsrat: Aussagen zu Miet-, Vertrags- und Arbeitsrecht geben unsere Praxiserfahrung wieder und ersetzen keine Rechtsberatung. Verbindlich klärt das ein Anwalt oder Ihr Mieterverein.