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Waschbecken und Armaturen entkalken

Privat Lesezeit 5 Minuten · Klar GmbH, Gebäudereinigung Penzberg

An der Armatur nehmen Sie einen milden Reiniger auf Zitronensäurebasis, am Keramikbecken darf es ein saurer Sanitärreiniger sein. Danach wischen Sie mit klarem Wasser nach und reiben trocken. Essig und Scheuerschwamm sind für die hauchdünne Chromschicht tabu, und Marmor oder Kalkstein vertragen überhaupt keine Säure.

Waschbecken und Armaturen entkalken

Woher Kalk und grauer Rand im Becken kommen

Kalk wächst dort, wo Tropfen verdunsten: am Auslauf, um den Perlator, am Armaturenfuß und in der Kante am Ablauf. Über 14 °dH gilt Wasser als hart, und dann bleiben pro verdunstetem Liter mehr als 250 mg Kalk zurück. Wie hart das Wasser bei Ihnen ist, nennt der Wasserversorger.

Der graue, leicht fettige Rand im Becken ist meist Kalkseife. Sie entsteht, wenn sich Seifenreste mit Kalk verbinden. Mit Wasser allein geht sie nicht ab, und ein reiner Entkalker löst sie kaum. Ein saurer Sanitärreiniger mit Tensiden löst Kalk und Kalkseife zusammen.

Welche Oberfläche welche Säure verträgt

Wir klären vor dem ersten Sprühstoß, woraus Armatur und Becken bestehen. Chrom, beschichtete Oberflächen und Naturstein reagieren sehr verschieden auf Säure.

OberflächeMittel und WerkzeugNicht verwenden
Chrom, glänzendMilder Reiniger auf Zitronensäurebasis, weiches BaumwolltuchEssig, Salz-, Ameisen- und Phosphorsäure, Chlorreiniger, Scheuermittel, Scheuerschwamm, Mikrofasertuch
Edelstahl, gebürstetMilder Reiniger auf Zitronensäurebasis, weiches Tuch in SchliffrichtungChlorreiniger, Scheuermittel, Stahlwolle
Schwarz matt, Bronze, PVD-beschichtetNeutralreiniger zur Pflege, gegen Kalk das Mittel aus der Pflegeanleitung, weiches TuchSäure ohne Freigabe in der Pflegeanleitung, Scheuermittel
KeramikbeckenSaurer Sanitärreiniger oder Zitronensäure, Schwamm, Bürste am AblaufScheuerpulver
AcrylMilder Reiniger auf Zitronensäurebasis, weicher SchwammScheuermittel, Alkohol, Aceton
MineralgussNeutralreiniger zur Pflege, gegen Kalk das Mittel aus der Pflegeanleitung, weicher SchwammScheuermittel, Aceton, Säure ohne Freigabe in der Pflegeanleitung
Marmor, Kalkstein, TravertinSteinseife oder Neutralreiniger, TuchJede Säure, auch Essig und Zitrone

Die Zeile für Chrom deckt sich mit den Pflegeanleitungen von hansgrohe und GROHE. Viele saure Sanitärreiniger enthalten Phosphor- oder Amidosulfonsäure und gehören dann nur ans Becken, nicht an die Armatur. Welche Säure drin ist, steht meist bei den Inhaltsstoffen auf dem Etikett.

Marmor, Kalkstein, Travertin und Terrazzo vertragen keine Säure. Säure löst den Stein an, es bleiben matte, helle Stellen. Weil der Stein selbst aus Kalk besteht, hilft gegen Kalk auf diesen Steinen nur Vorbeugen. Bei unbekanntem Stein verzichten Sie wie bei Marmor auf Säure.

Kalk an Armatur und Becken lösen

  1. Erst der Abfluss. Becken, Ablauf und Überlauf führen in denselben Siphon, und dorthin läuft später auch der saure Reiniger. Viele Rohrreiniger-Gele enthalten Chlor. Chlor steht oft nicht im Produktnamen. Auf dem Etikett heißt es Natriumhypochlorit oder Aktivchlor. Rohrreiniger sind außerdem alkalisch, auch die ohne Chlor. Saure Reiniger bringen Sie nie mit Rohrreiniger zusammen. Säure und Lauge reagieren heiß und spritzen. Ist unklar, was zuletzt im Abfluss war, bleibt Säure weg. Riecht es nach Chlor, lüften Sie zuerst und spülen den Abfluss mehrmals mit Wasser.
  2. Ansetzen und vornässen. Verdünnen Sie den Reiniger nach Etikett und geben Sie dabei erst kaltes Wasser in die Flasche, dann das Konzentrat. Bei Konzentraten mit Ätzsymbol gehören Schutzbrille und Handschuhe dazu. Bevor Sie auftragen, benetzen Sie Armatur und Becken mit Wasser, dann verteilt sich der Reiniger gleichmäßiger. Auch die Zementfugen an der Wand dahinter nässen Sie vor, denn sie sind säureempfindlich.
  3. Becken und Armatur getrennt. Den sauren Sanitärreiniger geben Sie nur auf die Keramik. Ablaufstopfen, Überlaufrosette und Armaturenfuß sparen Sie aus. Wenn doch etwas daran kommt, spülen Sie es sofort mit Wasser ab. An die Armatur kommt nur der milde Reiniger auf Zitronensäurebasis. Geben Sie ihn aufs Tuch, nie direkt auf die Armatur. Der Sprühnebel dringt sonst in Spalten und Öffnungen. Bei dicker Kruste am Auslauf tränken Sie Küchenpapier mit dem milden Reiniger und wickeln es für die Einwirkzeit herum. Chlorreiniger bringen Sie nie mit Säure zusammen. Dabei entsteht giftiges Chlorgas. Säure steckt in Entkalkern, sauren WC-Reinigern, Essig und Zitronensäure.
  4. Kurz wirken lassen. Lassen Sie den Reiniger nicht länger wirken, als auf dem Etikett steht, und nie antrocknen. Wenn er am Rand trocken wird, gehen Sie mit dem feuchten Tuch nach.
  5. Ohne Kratzen. Über das Chrom gehen Sie mit einem weichen Baumwolltuch, in die Kanten am Armaturenfuß und um den Ablaufstopfen mit einer weichen Zahnbürste. Fürs Becken nehmen Sie den Schwamm. Wenn danach noch Kalk sitzt, tragen Sie den Reiniger lieber ein zweites Mal auf.
  6. Klares Wasser hinterher. Nehmen Sie den Reiniger überall wieder ab, auch an der Unterseite des Auslaufs. Säurereste greifen sonst Chrom und Dichtungen weiter an. Spülen Sie auch die Zementfugen gründlich mit kaltem Wasser nach.
  7. Zum Schluss polieren. Chrom glänzt erst, wenn es trocken ist. Reiben Sie die Armatur deshalb mit einem trockenen, weichen Baumwolltuch nach und das Becken mit einem Mikrofasertuch.
Tuch am Haken: Hängen Sie ein Baumwolltuch neben das Becken und wischen Sie abends kurz über Armatur und Rand. Dann trocknen keine Tropfen an, und Sie brauchen den sauren Reiniger viel seltener.

Perlator, Überlauf, Stopfen und Spalt reinigen

  • Perlator abschrauben, wenn der Strahl spritzt. Bei hartem Wasser lohnt es sich auch vorher. Lösen Sie ihn von Hand, oder legen Sie ein Tuch darum und nehmen eine Zange. Den Kunststoffeinsatz legen Sie in Zitronensäurelösung, bis sich der Kalk löst, dann bürsten Sie das Sieb mit der Zahnbürste aus und spülen es. Das verchromte Gehäuse kommt nicht mit in die Lösung.
  • Überlauf ausbürsten. Im Überlaufloch sitzen Kalk und Biofilm. Es führt in denselben Siphon wie der Ablauf, deshalb gilt hier derselbe Abfluss-Check wie im ersten Schritt der Anleitung. Mit einer kleinen Flaschenbürste bringen Sie den milden Reiniger hinein, bürsten nach der Einwirkzeit aus und spülen mit viel Wasser durch.
  • Stopfen ohne Zange. Ziehen Sie den Ablaufstopfen von Hand und holen Sie die Haare mit dem Finger im Tuch heraus. Eine Zange zerkratzt das Chrom am Stopfen schnell.
  • Spalt am Armaturenfuß ausbürsten. Wir nehmen dafür eine weiche Zahnbürste und geben den milden Reiniger auf die Borsten, statt in den Spalt zu sprühen. Nach kurzer Wirkzeit bürsten Sie aus, ziehen einen feuchten Tuchzipfel oder ein Stück Zahnseide durch und wischen mit klarem Wasser nach.

Schäden, die Entkalken nicht behebt

Kratzer vom Scheuerschwamm

Schwämme mit grüner Seite lassen wir an Armaturen ganz weg. Bei vielen Haushaltsschwämmen steckt in dieser Seite Schleifkorn wie Korund. Schon ein Durchgang hinterlässt auf Chrom feine Kratzer, und in denen haftet der nächste Kalk besser.

Nachpolieren lässt sich das zu Hause nicht, dafür ist die Chromschicht zu dünn. Wo die Kratzer bis auf das Nickel darunter gehen, läuft die Armatur mit der Zeit an.

Milchiger Schleier nach dem Entkalken

Wenn Chrom nach dem Entkalken stumpf bleibt, können noch Reinigerreste oder ein dünner Kalkfilm darauf sitzen. Spülen Sie dann mit klarem Wasser nach und reiben Sie trocken.

Wenn der Schleier auch nach mehreren Durchgängen mit dem milden Reiniger nicht weggeht, kann die Chromschicht angegriffen sein. Es kann auch ein Belag sein, den Säure nicht löst. Stumpfes Chrom lässt sich zu Hause nicht retten. Dann tauscht der Installateur die Armatur oder das betroffene Teil.

Grünlicher Rand am Armaturenfuß

Ein grünlicher Rand am Fuß der Armatur deutet auf Grünspan hin. Er kommt aus dem Messingkörper und bildet sich, wo Messing lange nass bleibt.

Wenn der Fuß auch ohne Spritzer ständig feucht ist, tritt dort wahrscheinlich Wasser aus, an einer Dichtung oder an der Kartusche. Den Fleck nehmen Sie mit dem milden Reiniger ab. Für die undichte Stelle rufen Sie den Installateur.

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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.

Häufige Fragen dazu

Reicht Zitronensäure aus dem Supermarkt?

Für Kalk an Chrom und Keramik ja. Lösen Sie das Pulver nach der Menge auf der Packung in Wasser auf, wischen Sie danach mit klarem Wasser nach und reiben Sie trocken. Gegen den grauen Rand aus Kalkseife kommt sie kaum an, weil ihr die Tenside fehlen. Marmor und Kalkstein vertragen auch Zitronensäure nicht.

Geht auch Essigessenz?

Nein, an der Armatur auch nicht verdünnt. Die Armaturenhersteller schließen Essigsäure aus. Sie schadet der Oberfläche, und wo das Chrom feine Risse hat, greift sie auch das Nickel darunter an. Nehmen Sie stattdessen einen milden Reiniger auf Zitronensäurebasis.

Warum tropft die Armatur nach dem Entkalken?

Wenn beim Aufdrehen Wasser am Gewinde des Perlators vorbeiläuft, sitzt er nicht dicht, oder seine Dichtung ist beim Ausbau verrutscht oder gerissen. Eine neue Dichtung kostet wenig und liegt in jeder Sanitärabteilung. Anders ist es, wenn der Auslauf bei geschlossenem Hebel tropft oder am Hebel Wasser austritt. Dann liegt es meist an der Kartusche, und die tauscht der Installateur.

Wie oft muss ich die Armatur entkalken?

Einen festen Abstand gibt es nicht, er richtet sich nach der Wasserhärte. Bei hartem Wasser kann sich am Auslauf schon nach wenigen Tagen ein weißer Rand zeigen. Entkalken Sie, sobald er zu sehen ist, dann genügen ein milder Reiniger und eine kurze Einwirkzeit.

Bevor Sie loslegen

Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.