Warum Wachs sich nicht wegwischen lässt
Kerzen bestehen aus Paraffin, Stearin, Bienenwachs oder einer Mischung daraus. Alle drei sind fettartig und lösen sich nicht in Wasser. Je nach Sorte schmelzen sie bei 50 bis 70 °C. Solange das Wachs flüssig ist, läuft es tief in Fasern und Holzporen und wird dort beim Abkühlen hart.
Diese Reflexe machen den Fleck schlimmer:
- Ein Tuch drückt flüssiges Wachs beim Wischen tiefer ins Gewebe.
- Heißes Wasser verteilt das Wachs im Stoff und im Teppichflor.
- Wenn Sie mit dem Messer kratzen, können Fasern mit herausreißen.
- Zeitungspapier liegt schneller bereit als Löschpapier, kann aber mit Druckfarbe auf den Stoff abfärben.
Wachs aus Tischdecke und Kleidung bügeln
- Einfrieren. Die Tischdecke kommt für 30 Minuten ins Gefrierfach. Wenn sie dafür zu groß ist, legen Sie einen Kühlakku oder Eiswürfel im Gefrierbeutel auf den Fleck.
- Abbrechen. Ist das Wachs spröde, heben Sie es mit dem Fingernagel, einem Löffelrücken oder einer Plastikkarte ab. Danach ist der größte Teil schon weg.
- Bügeleisen ohne Dampf. Löschpapier oder unbedrucktes Küchenpapier kommt unter und auf den Fleck. Stellen Sie das Eisen höchstens auf die Stufe, die das Pflegeetikett erlaubt. Bei Baumwolle und Leinen reicht Stufe 2 (etwa 150 °C). Setzen Sie das Eisen drei bis fünf Sekunden auf und rücken Sie das Papier dann weiter, sodass immer eine saubere Stelle auf dem Fleck liegt. Sonst drückt sich das Wachs zurück in den Stoff. Sobald das Papier kein Fett mehr aufnimmt, hören Sie auf.
- Gallseife auf den Schatten. Was jetzt noch grau zu sehen ist, reiben Sie mit Gallseife oder Spülmittel ein. Nach 10 Minuten Einwirken spülen Sie kalt aus.
- Zuletzt die Maschine. Die Tischdecke darf so heiß in die Wäsche, wie das Pflegeetikett erlaubt. Bevor sie in den Trockner kommt, sehen Sie nach, ob noch ein Schatten da ist. Die Hitze im Trockner kann Reste dauerhaft fixieren.
Bei Seide, Wolle und Viskose setzen Sie kein Bügeleisen an. Brechen Sie das Wachs dort nur kalt ab und geben Sie das Stück für den Rest in eine chemische Reinigung.
Kerzenwachs im Teppich und auf dem Sofa
Setzen Sie das Bügeleisen auf Teppich und Polster nicht direkt auf. Kunstfaserflor kann unter der heißen Sohle anschmelzen, und diesen Schaden behebt hinterher keine Reinigung mehr. Bezüge aus Mikrofaser vertragen den Föhn, aber nur auf kleiner Stufe.
- Kälte zuerst. Ein Kühlakku oder Eiswürfel im Gefrierbeutel liegen 10 bis 15 Minuten auf dem Fleck.
- Aus dem Flor bröseln. Zwischen den Fingern zerfällt das harte Wachs in Krümel, die Sie danach absaugen.
- Wärme von oben. Legen Sie Löschpapier auf und erwärmen Sie es mit dem Föhn auf mittlerer Stufe, bei Mikrofaserbezügen auf kleiner Stufe, bis es sich mit Wachs vollgesogen hat. Tauschen Sie dann das Blatt und wiederholen Sie das, bis nichts mehr ins Papier übergeht.
- Wenn ein grauer Schatten bleibt. Der Rest aus Paraffin oder Stearin geht mit Wasser kaum heraus, deshalb kommt zuerst ein Fleckentferner auf Lösemittelbasis dran. Testen Sie ihn an einer verdeckten Stelle und tupfen Sie ihn dann sparsam auf. Solche Fleckentferner sind meist entzündbar. Löschen Sie vorher alle Kerzen und lüften Sie. Gegen Ränder kommt die Stelle danach unter die Sprühextraktion. Das Gerät sprüht dabei Wasser mit Reiniger in den Flor und saugt es sofort wieder ab.
Wenn das Wachs bis in den Teppichrücken gelaufen ist, etwa unter einem umgekippten Kerzenständer, kommen Föhn und Papier nicht mehr hin. Den Rest holt dann nur noch eine Teppichreinigung heraus.
Was Holz, Stein und Glas vertragen
Auf Möbeln und Stein arbeiten wir zuerst mit Kühlakku und Plastikkarte, den Rest holt der Föhn. Wischen Sie Kondenswasser vom Kühlakku gleich ab, weil auf geöltem Holz sonst Wasserränder zurückbleiben können.
| Fläche | Wachs abnehmen | Danach |
|---|---|---|
| Lackiertes Holz | Kühlakku auflegen, mit Plastikkarte flach abschieben. Rest mit Föhn auf niedriger Stufe und mit etwas Abstand anwärmen, dann mit Küchenpapier aufnehmen. Kein Bügeleisen, der Lack kann weich und stumpf werden | Möbelpolitur |
| Geöltes oder gewachstes Holz | wie lackiertes Holz | matte Stelle dünn mit dem Pflegemittel des Herstellers nacharbeiten (Öl bei geöltem, Wachs bei gewachstem Holz) |
| Naturstein, Terrakotta | abkühlen lassen und kalt abheben. Föhn höchstens kurz auf niedriger Stufe, Rest gleich mit Küchenpapier aufnehmen, weil angewärmtes Wachs in die Poren zieht | dunklen Fettschatten mit lösemittelhaltiger Fleckenpaste für Naturstein herausziehen, erst danach Steinseife zur Pflege |
| Glas, Metall, Fliesen | mit Plastikkarte abheben | heißes Wasser mit Spülmittel, mit Mikrofasertuch trocken polieren |
Die Fleckenpaste enthält Lösemittel, lüften Sie also und löschen Sie vorher die Kerzen. Essig oder Zitronensäure haben auf Stein nichts verloren, denn Marmor, Kalkstein, Travertin und Terrazzo werden davon angelöst und bekommen matte, helle Flecken. Wenn Sie nicht wissen, welcher Stein es ist, lassen Sie Säure ganz weg.
Farbschatten nach roten und blauen Kerzen
Farbige Kerzen enthalten fettlösliche Farbstoffe. Beim Erwärmen wandern sie mit dem Wachs in die Faser und können dort bleiben, auch wenn das Wachs weg ist. Ein blasser Schatten nach dem Waschen ist dann meist ein Farbfleck, und gegen den brauchen Sie ein anderes Mittel.
Für weiße, kochfeste Textilien nehmen Sie Sauerstoffbleiche mit Percarbonat. Weichen Sie die Stücke nach Packungsangabe in einem 40 °C warmen Bad ein und waschen Sie sie danach. Wenn die Packung das Ätzsymbol trägt, gehören Schutzbrille und Handschuhe dazu.
Bei bunten Stoffen lösen Sie den Farbstoff mit Waschbenzin oder Isopropanol. Beide sind leicht entzündlich, löschen Sie deshalb vorher alle Kerzen und lüften Sie beim Arbeiten. Testen Sie das Mittel erst an einer verdeckten Stelle, dann legen Sie ein Tuch unter und tupfen von außen nach innen. Lassen Sie den Stoff auslüften, bis er nicht mehr riecht, und waschen Sie ihn erst dann.
Auf Teppich und Polster nehmen Sie gegen den Farbschatten denselben Fleckentferner auf Lösemittelbasis wie gegen den grauen Rest. Weil auch hier Lösemittel im Spiel sind, bleiben die Kerzen aus und das Fenster offen. Tupfen Sie es nach dem Test an einer verdeckten Stelle sparsam auf, statt zu reiben, und waschen Sie die Stelle danach gegen Ränder per Sprühextraktion aus. Auf hellem Wollteppich hält sich nach rotem oder blauem Wachs trotzdem gern ein Rest, den dann nur noch eine Teppichreinigung abschwächen kann.
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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Das Wachs klebt schon seit Tagen im Teppich. Geht das noch raus?
Ja, der Ablauf ist derselbe wie bei frischem Wachs. Schwieriger wird es, wenn jemand schon darübergerieben oder heiß gewischt hat, denn dann sitzt das Wachs tiefer im Flor. In dem Fall braucht es oft eine Sprühextraktion.
Stimmt es, dass Salz oder Essig Wachs aus dem Stoff ziehen?
Nein. Salz, Backpulver und Essig lösen kein Wachs. Wir lassen solche Hausmittel beim Wachs weg und arbeiten mit Kälte, Wärme und Löschpapier.
Darf die Tischdecke mit dem Wachs gleich in die Waschmaschine?
Erst muss das Wachs herunter, dann darf die Tischdecke in die Maschine. Im heißen Waschgang wird es sonst weich und kann sich auf dem Stoff und auf anderer Wäsche verteilen.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




