Öl oder Lack auf der Holzplatte
Ob Ihre Platte geölt oder lackiert ist, fühlen Sie schon mit der Hand. Geöltes Holz fühlt sich nach Holz an, Lack dagegen glatt und leicht glänzend wie eine Folie. Wie groß der Unterschied im Alltag ist, merken Sie spätestens beim ersten Messerkratzer.
| Merkmal | Geölt | Lackiert |
|---|---|---|
| Aufbau | Öl zieht ein und härtet im Holz aus | geschlossener Film auf dem Holz |
| Messerkratzer | Schaden bleibt lokal | Wasser kann unter den Film ziehen, der Lack löst sich dort |
| Reparatur | Stelle ausschleifen, nachölen | meist ganze Fläche abschleifen und neu lackieren |
Die Anleitung unten gilt für geölte Platten aus Buche, Eiche, Nussbaum oder Bambus.
Geöltes Holz reinigen, ohne das Öl abzutragen
Der Reiniger soll Fett lösen, ohne das Öl aus der Oberfläche zu holen. Wir wischen geölte Platten deshalb mit so wenig Reiniger wie möglich.
| Mittel | Geeignet | Hinweis |
|---|---|---|
| Neutralreiniger, stark verdünnt | täglich | niedrigste Dosierung vom Etikett |
| Holzseife für geöltes Holz | wöchentlich | reinigt und fettet leicht nach |
| Spülmittel | sparsam | entfettet bei häufigem Gebrauch auch das Öl |
| Alkalischer Allzweckreiniger | nein | greift das Öl an, Holz kann grau und rau werden |
| Essig, Zitronensäure | nein | greift die Ölschicht an |
| Scheuermilch, Scheuerschwamm | nein | reibt das Öl ab, öffnet die Poren |
Nach dem Kochen
Für diesen Durchgang nehmen wir zwei Mikrofasertücher, eines zum Wischen und eines zum Trockenreiben.
- Krümel zuerst. Fegen Sie sie mit dem Handfeger oder einem trockenen Tuch weg, bevor Sie feucht wischen.
- Feucht wischen. Tauchen Sie das erste Tuch in stark verdünnten Neutralreiniger und wringen Sie es so fest aus, dass nichts mehr tropft. Mit dem nebelfeuchten Tuch wischen Sie dann in Faserrichtung über die Platte.
- Trocken nachreiben. Mit dem zweiten Tuch gehen Sie gleich hinterher, und wo noch Wasser steht, nehmen Sie es sofort auf.
- An Spüle und Herd. Dort ist die Platte am stärksten belastet. Wenn das Holz an diesen Stellen matt wird oder ein Wassertropfen einzieht und einen dunklen Fleck hinterlässt, statt abzuperlen, ist Öl fällig.
Nachölen mit Hartöl oder Arbeitsplattenöl
Nehmen Sie ein Hartöl oder Arbeitsplattenöl, das nach dem Aushärten für Lebensmittelkontakt geeignet ist. Menge und Zeiten unten sind übliche Werte. Verbindlich ist die Angabe auf der Dose.
- Sauber und trocken. Reinigen Sie die Platte mit Holzseife und lassen Sie sie vollständig trocknen, am besten über Nacht.
- Leicht anschleifen. Mit feinem Schleifvlies oder Körnung 240 gehen Sie in Faserrichtung über die Platte, bis die Fläche gleichmäßig matt ist. Den Staub wischen Sie danach ab.
- Erster Auftrag. Verteilen Sie das Öl satt und gleichmäßig mit Pinsel oder fusselfreiem Tuch und lassen Sie es 15 bis 20 Minuten einziehen. Wo die Fläche in dieser Zeit trocken wirkt, geben Sie Öl nach.
- Überschuss weg. Was nach dieser Zeit noch glänzt, reiben Sie mit einem trockenen Tuch ab, weil stehen gebliebenes Öl schlecht aushärtet und klebrig bleibt. Ölgetränkte Lappen können sich von selbst entzünden. Lassen Sie sie deshalb ausgebreitet im Freien trocknen oder legen Sie sie in Wasser, und werfen Sie sie nie zusammengeknüllt in den Müll.
- Zweite Schicht. Wenn die erste Schicht durchgetrocknet ist, meist nach einem Tag, tragen Sie dünn nach. Alles, was 20 Minuten später noch glänzt, reiben Sie wieder ab, und auch diese Lappen trocknen ausgebreitet.
Schwarze Ringe, Wasserränder und Brandflecken
Schwarze Ringe sehen wir am häufigsten auf Eiche, weil sie besonders viel Gerbsäure enthält.
| Fleck | Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Schwarze Ringe | Eisen von Töpfen oder Dosen reagiert mit der Gerbsäure im Holz | Oxalsäure, sonst ab Körnung 120 ausschleifen |
| Wasserränder, graue Stellen | Öl fehlt, Wasser ist eingezogen | trocknen, mit Körnung 150–240 anschleifen, zweimal ölen |
| Rotwein, Kurkuma, Rote Bete | Farbe zieht ins Holz | sofort abwischen, eingezogen anschleifen |
| Brandfleck | verkohltes Holz | ausschleifen bis zum hellen Holz, tiefe Stellen: Schreiner |
Für die schwarzen Ringe gibt es im Fachhandel Oxalsäure als Holzbleiche. Die Lösung setzen Sie nach der Anleitung auf der Packung an, nie in einem Trinkglas oder einer Getränkeflasche.
Bringen Sie Oxalsäure nie mit Chlorreiniger zusammen. Dabei entsteht giftiges Chlorgas. Auch Reste im Holz oder in der Fuge genügen dafür. Wenn an der Stelle vorher Schimmelspray oder Chlorreiniger war, wischen Sie erst mehrmals mit klarem Wasser nach und lassen das Holz trocknen.
Oxalsäure ist gesundheitsschädlich, und ein Spritzer ins Auge kann es schwer schädigen. Tragen Sie deshalb schon beim Ansetzen Schutzbrille und Handschuhe. Dann tupfen Sie die Lösung auf den Fleck und lassen sie so lange wirken, wie es auf der Packung steht. Danach wischen Sie gründlich mit klarem Wasser nach, lassen die Stelle trocknen und ölen sie nach.
Wann Nachölen nicht mehr reicht
Wenn die Platte großflächig grau und rau und an der Spüle aufgequollen ist, bringt Nachölen meist nichts mehr. Dann wird die ganze Fläche mit der Maschine abgeschliffen, in drei Durchgängen von Körnung 80 bis 180, und neu geölt. Das ist Arbeit für einen Schreiner, oder Sie planen dafür ein Wochenende ein.
Staub von Eiche und Buche gilt als krebserzeugend. Wenn Sie selbst schleifen, nehmen Sie deshalb einen Schleifer mit Absaugung oder hängen einen Staubsauger an und tragen eine FFP2-Maske. Räumen Sie Lebensmittel und Geschirr vorher aus der Küche und wischen Sie danach alle Flächen feucht.
Mit Schleifen allein kommen Sie in diesen Fällen nicht weiter:
- Einen tiefen Brandfleck kann ein Schreiner ausfräsen und ein passendes Stück Holz einsetzen.
- Schimmel an der Silikonfuge zur Spüle geht dauerhaft nur mit einer neuen Fuge weg. Vorher lassen Sie die Kante gründlich trocknen und ölen die Schnittkante zur Spüle satt, weil dort am ehesten Wasser eindringt. Überschüssiges Öl reiben Sie ab. Die neue Fuge ziehen Sie erst nach der Aushärtezeit auf der Dose, weil Silikon auf nicht ausgehärtetem Öl schlecht haftet.
- Wenn sich die Leimfugen der Platte lösen, lohnt sich Aufarbeiten kaum noch, dann muss eine neue Platte her.
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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Geht auch Olivenöl aus der Küche?
Nein. Speiseöle wie Oliven- oder Sonnenblumenöl härten nicht oder kaum aus. Sie bleiben klebrig und können ranzig werden.
Ist Holz als Arbeitsplatte überhaupt hygienisch?
Solange die Platte intakt geölt ist und nach jedem Gebrauch trocknet, spricht hygienisch nichts gegen Holz. Nach rohem Fleisch wischen Sie mit heißem Wasser und etwas Spülmittel, reiben trocken und waschen die Tücher danach bei mindestens 60 °C, statt sie weiterzubenutzen. Desinfektionsmittel brauchen Sie im Haushalt nur, wenn Arzt oder Gesundheitsamt dazu raten. Rissige, graue Stellen bleiben lange feucht, deshalb schleifen Sie sie an und ölen sie neu.
Wann kann ich die Platte nach dem Ölen wieder benutzen?
Vorsichtig benutzen können Sie eine frisch geölte Platte meist am nächsten Tag. Voll belastbar ist sie erst nach der Aushärtezeit auf der Dose, die Tage bis Wochen dauern kann. Bis dahin halten Sie stehendes Wasser, heiße Töpfe und Zitrone von der Fläche fern.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




