Warum Lauge eingebranntes Fett löst
Bei 200 °C vernetzt Fett zu einer harten, lackartigen Schicht, in der auch karamellisierter Zucker und Eiweiß stecken. Mit Wasser und Spülmittel kommen Sie gegen diese Kruste nicht mehr an. Eine starke Lauge verseift das Fett, und die Seife, die dabei entsteht, löst sich in Wasser. Backofenreiniger enthalten deshalb meist Natronlauge oder Kalilauge und liegen bei pH 12 bis 14.
Dieselbe Lauge greift aber auch manche Teile im Ofen an.
| Teil im Ofen | Backofenreiniger | Folge |
|---|---|---|
| Emaille an Wänden, Boden, Decke | ja, auf den kalten oder handwarmen Ofen | löst die Kruste |
| Glas der Innenscheibe | ja | löst die Kruste |
| Aluminium, etwa Alu-Bleche | nein | grau und fleckig, bleibt |
| Heizstäbe | nein | Reste brennen beim nächsten Heizen ein |
| Katalytische Rückwand (rau, dunkel) | nein | Beschichtung nimmt Schaden, die Selbstreinigung lässt nach |
Wenn die Emaille Kratzer hat
Die Innenwände sind mit Emaille überzogen. Das ist eine dünne Glasschicht auf dem Stahl, und wo sie verkratzt ist, wird sie rau. Genau dort brennt beim nächsten Braten der Schmutz besonders fest ein.
Wenn ein Schaden bis auf den Stahl geht, etwa bei einer Abplatzung, kann der Stahl dort rosten. Mit so einer Abplatzung wenden Sie sich an den Kundendienst des Herstellers, bei einem Pyrolyse-Gerät auf jeden Fall, bevor Sie das nächste Programm starten. Reparaturlack kommt nur in Frage, wenn der Hersteller ihn ausdrücklich für den Garraum freigibt, und nie in einem Ofen, der pyrolysiert wird.
Hausmittel, Schaum und Pyrolyse im Vergleich
Gegen Kruste, die seit Jahren im Ofen sitzt, richten Natron und Dampf nach unserer Erfahrung kaum etwas aus. Dafür brauchen Sie Backofenreiniger, bei Bedarf in zwei Durchgängen, oder die Pyrolyse.
| Methode | Hilft bei | Dauer | Haken |
|---|---|---|---|
| Backofenreiniger (Schaum) | alter Kruste | nach Etikett | ätzend, Schutzbrille, Handschuhe, lüften |
| Soda-Lösung (Natriumcarbonat), warm | Fett, stärker als Natron | einige Stunden | reizt die Augen, Schutzbrille und Handschuhe |
| Natronpaste (Natriumhydrogencarbonat) | frischen Fettschichten | über Nacht | viel Nacharbeit |
| Pyrolyse (über 400 °C) | allem, verascht den Schmutz | einige Stunden mit Abkühlen | viel Strom, Geruch |
| Dampfprogramm (Hydrolyse) | frischen Spritzern | je nach Gerät | löst keine alte Kruste |
| Stahlwolle, Metallschaber | grober Kruste | Minuten | Kratzer und Rost, dauerhaft |
Natron taugt für die Türscheibe und für frische Spritzer. Backpulver wirkt noch schwächer, weil es neben Natron eine Säure enthält, die beim Anrühren mit Wasser einen Teil des Natrons verbraucht.
Den Ofen für die Pyrolyse vorbereiten
- Das Zubehör kommt raus. Roste, Schienen und Bleche können sich bei der Pyrolyse-Hitze verziehen. Im Ofen bleibt nur, was der Hersteller ausdrücklich als pyrolysefest angibt.
- Grober Schmutz muss vorher weg. Holen Sie dicke Fettreste und übergelaufenen Braten heraus, weil sie sich bei der Pyrolyse-Hitze entzünden können.
- Das Küchenfenster bleibt offen. Während des Programms riecht es verbrannt.
- Kinder und Tiere bleiben draußen. Die Ofentür wird außen heiß. Halten Sie Kinder und Haustiere, vor allem Vögel, in dieser Zeit aus der Küche fern.
Die Tür verriegelt sich beim Start. Erst wenn der Innenraum weit genug abgekühlt ist, geht sie wieder auf.
Backofenreiniger auftragen und abwischen
- Ausräumen. Der Ofen muss kalt oder handwarm sein. Bauen Sie Roste, Bleche, Schienen und Seitengitter aus, die Alu-Teile kommen gleich in warmes Spülwasser. Dann öffnen Sie das Küchenfenster, ziehen Schutzbrille und Nitril-Handschuhe an und legen Zeitung vor den Ofen auf den Boden.
- Schaum auf die Emaille. Sprühen Sie alle emaillierten Flächen ein, auch Decke und Rückwand. Heizstäbe, Lüfterabdeckung, Türdichtung, Bedienelemente, Alu-Teile und katalytische Wände sparen Sie aus. Sicherheit: Brille und Handschuhe bleiben auf, bis die Lauge ausgewischt ist, denn Lauge verätzt das Auge meist schwerer als Säure. Geht doch ein Spritzer ins Auge, halten Sie die Lider auseinander und spülen mindestens 10 Minuten unter fließendem Wasser. Danach geht es immer zum Augenarzt, auch wenn es nicht mehr brennt.
- Einwirken lassen. Wie lange der Schaum wirken muss, steht auf dem Etikett. Bei alter Kruste schließen Sie die Tür und lassen den Reiniger über Nacht wirken, wenn das Etikett das erlaubt. Kinder und Haustiere halten Sie in dieser Zeit von der Küche fern.
- Abwischen. Nehmen Sie die Schicht mit einem Schwammtuch oder Mikrofasertuch ab und spülen Sie das Tuch immer wieder im Eimer aus. Handschuhe und Brille tragen Sie dabei weiter, auch an der Decke, wo es tropft. Metall kommt dabei nie an die Emaille, für Reste nehmen wir einen Kunststoffschaber.
- Nachwischen. Wischen Sie zwei- bis dreimal mit klarem Wasser nach, weil Reste der Lauge sonst beim nächsten Backen riechen und Geschmack ans Essen abgeben können. Bringen Sie saure Reiniger und Essig nie mit Backofenreiniger zusammen. Säure und Lauge reagieren heiß und spritzen.
- Tür offen bis alles trocken ist. Lassen Sie die Tür offen stehen, bis der Innenraum trocken ist, und setzen Sie erst dann Roste und Schienen wieder ein.
Fett zwischen den Türscheiben herausholen
Für die Innenscheibe nehmen Sie denselben Backofenreiniger wie für die Emaille oder eine Natronpaste aus drei Teilen Natron und einem Teil Wasser. Nach dem Einwirken wischen Sie mit einem weichen Schwamm ab. Scharfe Metallschaber gehören nicht ans Türglas, weil Kratzer die Scheibe schwächen und sie später springen kann.
Zwischen die Scheiben zieht das Fett durch die Lüftungsschlitze. Bei den meisten Geräten lässt sich die Tür dafür aushängen. Wie das bei Ihrem Modell geht, steht in der Gebrauchsanleitung:
- Aushängen. Klappen Sie bei ganz geöffneter Tür die beiden Scharnierbügel hoch, schließen Sie die Tür bis zum Anschlag der Bügel und heben Sie sie nach oben heraus. Greifen Sie nicht in die offenen Scharniere, sie können zuschnappen.
- Blende ab. Die obere Abdeckleiste hält meist mit zwei Schrauben oder Clips.
- Vorher ein Foto. Halten Sie Reihenfolge und Ausrichtung der Scheiben mit dem Handy fest, bevor Sie die Scheiben nach oben herausziehen.
- Jede Scheibe einzeln. Wischen Sie die Scheiben mit Glasreiniger oder Neutralreiniger ab und lassen Sie sie ganz trocknen.
- Zusammenbau. Setzen Sie die Scheiben nach dem Foto ein, befestigen Sie die Blende und hängen Sie die Tür wieder ein. Danach klappen Sie unbedingt die Scharnierbügel herunter, sonst kann sich die Tür beim nächsten Öffnen lösen.
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Häufige Fragen dazu
Stimmt es, dass Natron und Essig zusammen die Kruste lösen?
Nein. Das Schäumen sieht nach Wirkung aus, an eingebrannter Kruste ändert es aber nichts. Natron und Essig heben sich gegenseitig auf, übrig bleiben Wasser, gelöstes Natriumacetat und Kohlendioxid.
Wie oft muss der Backofen richtig geputzt werden?
Richtig putzen müssen Sie, sobald beim Aufheizen Rauch oder Brandgeruch aus dem Ofen kommt oder die Spritzer braun und hart geworden sind. Spritzer wischen Sie am besten gleich im lauwarmen Ofen mit Spülwasser weg, dann brennt kaum etwas fest.
Nach der Pyrolyse liegt weiße Asche im Ofen. Ist das normal?
Ja, der feine helle Staub ist das, was vom Schmutz übrig bleibt, wenn die Pyrolyse ihn verascht. Nach dem Abkühlen wischen Sie ihn mit einem feuchten Tuch aus.
Die Scheiben der Backofentür gehen nicht raus. Was tun?
Bei manchen Geräten sind die Scheiben verklebt. Die Außenseiten reinigen Sie dann wie gewohnt, für Fett zwischen verklebten Scheiben ist der Kundendienst des Herstellers zuständig. Hebeln Sie nicht mit Werkzeug, das Glas kann springen.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




