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Graffiti entfernen ohne Fassadenschaden

Gewerbe Lesezeit 5 Minuten · Klar GmbH, Gebäudereinigung Penzberg

Frische Sprühfarbe geht in den ersten Tagen am leichtesten ab, danach härtet sie aus, auf Putz und Ziegel sogar in den Poren. Welches Verfahren der Fassade nicht schadet, entscheidet der Untergrund: Unbeschichtetes Glas und blankes Metall vertragen Lösemittel, Beton und Klinker ein Gel mit Heißwasser. Gestrichenen Putz streichen Sie meist besser über, als ihn zu waschen.

Graffiti entfernen ohne Fassadenschaden

Warum Sprühfarbe auf Putz tiefer sitzt als auf Glas

Sprühfarbe besteht aus Pigment, Bindemittel und Lösemittel. Auf dichten Flächen wie Glas, Edelstahl oder glasierten Fliesen trocknet sie als Film, den ein Lösemittel wieder anlöst. Anders bei Putz, Beton, Ziegel und Naturstein. Diese Baustoffe saugen Pigment und Bindemittel schon beim Sprühen in ihre Poren, und weil die Farbe dort aushärtet, lässt sie sich mit jedem Tag schwerer anlösen.

Wie schnell sie aushärtet, hängt vom Wetter ab. Bei Föhn und praller Sonne geht es deutlich schneller als an kühlen, feuchten Tagen.

Glas und Metall: Lösemittel mit kurzer Einwirkzeit

Auf glatten Flächen reicht ein Lösemittel, das nur kurz einwirken muss. Es greift aber auch Lack, Pulverbeschichtung und Sonnenschutzfolie an.

UntergrundMittelGrenze
Glas, unbeschichtetAceton oder Graffitientferner, Reste mit dem GlasschaberRahmen, Dichtungen und Kunststoff nicht benetzen; Einscheibensicherheitsglas (Stempel „ESG“ in einer Ecke) zerkratzt mit der Klinge leicht
Beschichtetes Glas, Sonnenschutzfolienur milder Reiniger und weiches Tuch, sonst FachbetriebLösemittel und Klinge können die Schicht zerstören, im Zweifel Folie oder Scheibe tauschen lassen
Edelstahl, Aluminium rohlösemittelhaltiger Graffitientferner als Gel, kurz einwirken lassen, Mikrofasertuchin Schliffrichtung wischen; auf Aluminium kein alkalischer Entferner, Lauge greift es an
Lackiertes Metall, Pulverbeschichtungmilder, für Lack freigegebener Entferner, sofort wieder abwischenLack kann anlösen oder den Glanz verlieren, erst an verdeckter Stelle testen
Permanentmarker auf Glas und MetallIsopropanol oder Graffitientferner, Mikrofasertuchauf Kunststoff erst testen, Acrylglas kann durch Alkohol Risse bekommen

Solange die Farbe frisch ist, bekommen Sie sie von Glas und Edelstahl selbst ab. Den Glasschaber nehmen wir erst für die Reste, nachdem das Lösemittel die Farbe angelöst hat.

Aceton und Isopropanol brennen leicht und reizen die Augen. Rauchen Sie dabei nicht, stellen Sie keinen Heizstrahler in die Nähe und tragen Sie eine Schutzbrille. Dünne Nitrilhandschuhe halten Aceton nur kurz ab. Wechseln Sie sie nach jedem Spritzer oder nehmen Sie gleich Handschuhe aus Butylkautschuk.

Was Beton, Klinker, Putz und Naturstein vertragen

Auf Beton und Ziegel sitzt die Farbe in den Poren, bei Klinker vor allem in den Fugen. Auf seiner gebrannten Außenhaut liegt sie großteils nur auf. In beiden Fällen löst ein gelförmiger Graffitientferner sie an, und ein Hochdruckreiniger mit Heißwasser spült sie heraus. Kalter Hochdruck ohne Entferner löst ausgehärtete Farbe dagegen kaum und raut die Oberfläche auf.

UntergrundVerfahrenRisiko
Beton, SichtbetonGel mit der Einwirkzeit vom Etikett, dann Heißwasserraut bei zu viel Druck auf
Klinker, ZiegelGel, dann Heißwasser mit weniger Druck; Reste: Fachbetrieb mit Niederdruckstrahlen und feinem StrahlgutFugen können auswaschen, beim Strahlen raut die gebrannte Außenhaut auf
Putz, gestrichenSperrgrund, dann Fassadenfarbe im OriginaltonFarbton weicht ab, deshalb bis zur nächsten Kante streichen
Putz, ungestrichen (Kratz-, Edel-, Kalkputz)nicht wischen; Gel oder Kompresse einwirken lassen, Abnahme durch Fachbetrieb mit Niederdruck; weichen Kalkputz besser mit mineralischem System überstreichenkein Hochdruck, Wischen verteilt die angelöste Farbe tiefer in die Poren, weicher Putz wäscht aus und verliert seine Struktur
Dämmfassademilder Entferner, Schwamm, Handdruck oder überstreichen wie Putzkein Hochdruck, kein starkes Lösemittel
Naturstein, SandsteinLösemittelkompresse über mehrere Stunden, dann Schwamm und Wasser; Fachbetriebkein Druck, keine Säure, häufig bleibt ein blasser Schatten

Klinker ist so dicht gebrannt, dass er wenig Farbe aufnimmt. Die Mörtelfugen saugen dagegen stark. Was nach dem Waschen übrig bleibt, sehen wir deshalb vor allem in den Fugen.

Auf gestrichenem Putz steckt das Graffiti im Anstrich. Weil ein Entferner dort auch die Fassadenfarbe anlöst, ist Überstreichen normalerweise die schonendere Lösung.

Zuerst streichen Sie einen Sperrgrund vor. Er isoliert die Sprühfarbe, damit sie nicht durch die neue Farbe durchschlägt. Stimmen Sie Sperrgrund und Farbe auf den vorhandenen Anstrich ab, etwa auf Silikat- oder Dispersionsfarbe.

Ungestrichenen Kratz- oder Kalkputz wischen Sie nicht ab. Der Schwamm verteilt die angelöste Farbe über die Fläche und drückt sie tiefer in die Poren, der Schatten wird größer statt kleiner.

Bei einer Dämmfassade, im Handwerk Wärmedämmverbundsystem oder kurz WDVS, liegt auf den Dämmplatten nur eine wenige Millimeter dünne Putzschicht. Hochdruck kann sie beschädigen, und starke Lösemittel wie Aceton lösen Dämmplatten aus Polystyrol an.

Graffiti auf Naturstein überlassen Sie besser einem Fachbetrieb, weil jede Sorte anders reagiert. Marmor, Kalkstein und Travertin vertragen keine Säure. Säure löst den Stein an, es bleiben matte, helle Stellen. Unbekannten Stein behandeln Sie wie Marmor und lassen die Säure weg.

Graffiti von Beton und Klinker abwaschen

  1. Vorher Fotos. Fotografieren Sie das Graffiti mit Datum, bevor Sie etwas daran verändern, auch für den Vergleich vorher und nachher.
  2. Probefläche. Testen Sie das vorgesehene Mittel an einer unauffälligen Stelle und lassen Sie die Stelle ganz trocknen. Erst wenn die Probe gut aussieht, kommt das Mittel auf die ganze Fläche. An der Probe legen Sie auch Druck und Abstand fürs Abspülen fest.
  3. Umgebung schützen. Boden und Pflanzen kommen unter Folie, Fenster und Beschläge kleben Sie ab, und den Gully dichten Sie ab. Das Spülwasser fangen Sie auf, etwa mit Folie und Nasssauger, denn Farbe und Entferner dürfen weder in den Kanal noch ins Erdreich. Ins Waschbecken oder in die Toilette schütten Sie es auch nicht, sondern bringen es mit den Resten zur Schadstoffsammlung, etwa zum Wertstoffhof oder Schadstoffmobil.
  4. Gel satt auftragen. Tragen Sie Schutzbrille und Handschuhe, egal ob der Entferner Lösemittel enthält oder alkalisch ist. Welche Handschuhe passen, steht in Abschnitt 8 des Sicherheitsdatenblatts. Ist auf dem Etikett das Ätzsymbol, gehört eine dicht anliegende Korbbrille dazu, denn Lauge im Auge richtet mehr an als Säure. Streichen Sie das Gel mit dem Pinsel von unten nach oben, damit nichts abläuft und Laufspuren zieht. Einwirken muss es so lange, wie das Etikett für den Untergrund angibt. Bei Sonne decken Sie es mit Folie ab, damit es nicht antrocknet.
  5. Mit der Nylonbürste. Die angelöste Farbe bürsten Sie kreisend aus, auf glatten Stellen mit Schwamm oder Mikrofasertuch.
  6. Heiß abspülen. Spülen Sie mit der Flachstrahldüse von oben nach unten, mit dem Druck und Abstand aus der Probefläche. Auf Klinker arbeiten Sie wegen der Fugen mit weniger Druck als auf Beton. Weil Farbe und Entferner zurückspritzen, bleibt die Brille auf. Richten Sie den Strahl nie auf Menschen, Steckdosen, Leuchten oder Kabel. Von der Leiter aus arbeiten Sie nicht mit dem Hochdruckreiniger.
  7. Zum Schluss klares Wasser. Spülen Sie nach und lassen Sie die Wand trocknen. Beurteilen Sie das Ergebnis erst an der trockenen Wand, und wenn ein Schatten bleibt, wiederholen Sie den Durchgang.
Heller Fleck statt Graffiti: Die gewaschene Stelle ist sauberer als die Wand daneben, weil der Straßenschmutz vieler Jahre mit abgeht. Gleichmäßig wirkt die Wand erst, wenn die ganze Fläche bis zur nächsten Kante sauber ist. Auch bei einem kleinen Graffiti arbeiten wir darum bis zu dieser Kante.

Opferschicht oder permanente Beschichtung

Wo einmal Graffiti war, kommt nicht selten neues dazu. Eine Anti-Graffiti-Beschichtung nach der Entfernung hält die nächste Farbe weitgehend aus den Poren. Neue Farbe geht dann in vielen Fällen schon mit Heißwasser oder dem Reiniger des Beschichtungsherstellers ab.

MerkmalOpferschichtPermanente Beschichtung
MaterialWachs oder PolysaccharidPolyurethan, Silikon, Fluorpolymer
Graffiti entfernenHeißwasser mit wenig Druck, Werte vom BeschichtungsherstellerReiniger des Beschichtungsherstellers
DanachSchicht neu auftragenSchicht bleibt, mehrmals nutzbar
Feuchte aus der Wandkann entweichen (diffusionsoffen)entweicht je nach System schlechter
Aussehenkaum sichtbar, kann die Fläche etwas dunkler machenteils glänzend
Kostenin der Anschaffung günstigerteurer
Passt zuPutz, KlinkerBeton, Metall, stark betroffenen Flächen wie Unterführungen und Ladenfronten

An vielen Baudenkmälern sind permanente Beschichtungen nicht zulässig. Stimmen Sie die Beschichtung an denkmalgeschützten Fassaden vorher mit der Denkmalbehörde ab.

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Produkte aus diesem Artikel

Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.

Häufige Fragen dazu

Zahlt die Versicherung die Graffiti-Entfernung?

Ob sie zahlt, steht in Ihrer Police. Graffiti ist in vielen Policen nur über einen eigenen Baustein oder eine Vandalismusklausel versichert, mit Selbstbeteiligung. Die meisten Versicherer setzen Fotos mit Datum und eine Anzeige bei der Polizei voraus. Melden Sie den Schaden deshalb, bevor Sie das Graffiti entfernen.

Geht Graffiti auf Putz mit dem Hochdruckreiniger weg?

Auf Putz lassen Sie den Hochdruckreiniger besser weg. Kaltes Wasser ohne Entferner löst ausgehärtete Farbe kaum, raut aber den Putz auf, und die Stelle nimmt danach leichter Schmutz und neue Farbe an. Ungestrichenen Putz wischen Sie auch nicht mit Entferner ab, weil das die Farbe tiefer in die Poren drückt. Dort trägt ein Fachbetrieb Gel oder Kompresse auf und nimmt sie mit Niederdruck ab, weichen Kalkputz, gestrichenen Putz und Dämmfassaden streichen Sie besser über.

Das Graffiti ist schon drei Wochen alt. Geht das noch ab?

Von unbeschichtetem Glas und blankem Metall wie Edelstahl bekommen Sie die Farbe mit Lösemittel meist noch ganz ab. Lackiertes oder pulverbeschichtetes Metall behandeln Sie nur mit einem milden, für Lack freigegebenen Entferner und testen ihn vorher an verdeckter Stelle. Auf Klinker und Beton bleibt nach drei Wochen oft ein Schatten, den auch ein zweiter Durchgang nur aufhellt. Den Rest holt ein Fachbetrieb mit Niederdruckstrahlen heraus, gestrichenen Putz streichen Sie am besten über.

Bevor Sie loslegen

Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.