Was da wächst: Algen, Moos, Flechten, Streusalz
Auf Außenflächen im Oberland sammelt sich über ein Jahr ein typischer Mix:
- Grünalgen: der grüne Schleier auf der Nordseite und unter Bäumen. Sitzen oberflächlich, brauchen Feuchtigkeit, lösen sich leicht.
- Moos in Fugen: wurzelt im Fugensand, hält Wasser, sprengt im Winter bei Frost die Fugen weiter auf.
- Flechten: graue, gelbe oder schwarze runde Flecken auf Beton, Naturstein und Dachziegeln. Wachsen mit Wurzelfäden in die Pore, gehen mit Kaltwasser kaum weg.
- Schwarzer Biofilm auf Terrassenplatten: Ruß, Algen und Pilze, verbunden mit Fett von Grill und Pollen. Der Belag, der nach jedem Winter dunkler ist.
- Streusalzränder: weiße Ausblühungen an Betonstufen und Pflaster nach dem Winter, dazu Salz, das in den Beton zieht und Bewehrung angreift.
Die Oberländer Kombination aus Schneedecke von Dezember bis März, Schmelzwasser, Fichtennadeln und Schatten vom Waldrand ist ideal für Algen und Moos. Eine Terrasse auf der Nordseite in Kochel oder Lenggries ist nach einem Jahr grün, in Starnberg auf der Südseite nach drei.
Was Hochdruck darf und was er zerstört
| Fläche | Hochdruck | Druck und Abstand | Bessere Alternative |
|---|---|---|---|
| Beton, Betonpflaster, Betonplatten | ja | bis 150 bar, Flächenreiniger, 20 cm | Heißwasser 60 bis 80 Grad gegen Flechten |
| Pflaster mit Sandfugen | bedingt | max. 100 bar, Flachstrahl, schräg, nicht in die Fuge | Nach Reinigung Fugen neu einsanden, Pflicht |
| Naturstein hart (Granit, Basalt) | ja | bis 150 bar | - |
| Naturstein weich (Sandstein, Kalkstein, Muschelkalk) | nein | - | Niederdruck unter 50 bar oder Bürste, Steinreiniger, 1 Stunde einwirken |
| Feinsteinzeug Terrassenplatten | ja | bis 120 bar, Flächenreiniger | Alkalischer Reiniger vorher |
| Holzterrasse (Lärche, Douglasie, Bangkirai) | nein | - | Terrassenreiniger, Schrubber in Faserrichtung, 40 bar Fächerdüse aus 40 cm zum Abspülen |
| WPC-Dielen | bedingt | max. 80 bar, Fächerdüse, 30 cm | Bürste und Neutralreiniger |
| Putzfassade, Wärmedämmverbundsystem | nein | - | Fassadenreiniger im Niederdruck, Algenentferner einwirken, Bürste |
| Klinker, Sichtbeton | ja | bis 120 bar, Fächerdüse, nicht auf Fugen | - |
| Fenster, Rollläden, Markisen | nein | - | Gartenschlauch, Bürste |
Faustregel: Alles, was Sie mit dem Fingernagel ritzen können, verträgt keinen Hochdruck. Das gilt für Holz, Sandstein, Putz, Silikonfugen und lackierte Flächen. Die Dreckfräse (Rotordüse) ist auf keiner dieser Flächen erlaubt, auf Beton nur bei Abstand ab 30 Zentimetern.
So gehen Sie an einer Betonterrasse vor
- Fegen und räumen. Möbel, Töpfe, loses Laub weg. Fugen mit Fugenkratzer von Moos befreien, sonst wird es beim Spritzen nur verteilt.
- Vorreinigen bei Biofilm. Alkalischen Außenreiniger 1:10 aufsprühen, 10 bis 15 Minuten einwirken lassen, nicht antrocknen. Bei Flechten Algen- und Flechtenentferner nach Etikett, dieser wirkt über Tage.
- Probefläche. In einer Ecke 1 m² mit dem gewählten Druck und Abstand. Fugen prüfen: Kommt Sand raus, Druck reduzieren.
- Flächenreiniger statt Lanze. Der Flächenreiniger-Aufsatz mit rotierenden Düsen unter einer Haube reinigt gleichmäßig und ohne Streifen. Die Lanze hinterlässt auf jedem Beton Bahnen, die nach dem Trocknen sichtbar sind, und spritzt Schmutz an die Hauswand.
- Bahnen mit Überlappung. Langsam, gleichmäßige Geschwindigkeit, jede Bahn überlappt die vorige um ein Drittel. Vom Haus weg zum Garten, mit Gefälle.
- Kanten und Stufen mit Fächerdüse. 25-Grad-Düse, 20 bis 30 Zentimeter Abstand, flacher Winkel, damit das Wasser vom Haus wegläuft.
- Nachspülen. Mit der Fächerdüse aus 50 cm oder Gartenschlauch, den gelösten Schmutz weg vom Haus spülen.
- Fugen einsanden. Bei Pflaster nach dem Trocknen Fugensand oder Fugensplitt einkehren, einschlämmen, nach zwei Tagen nochmals. Sonst kippen die Steine im ersten Winter.
- Optional imprägnieren. Nach 24 bis 48 Stunden Trocknung Betonimprägnierung, verlängert das Intervall bis zur nächsten Reinigung auf zwei bis drei Jahre.
Profi-Tipp: Heißwasser gegen Algen und Flechten
Fehler, die teuer werden
Sandfugen ausgeschossen
Der häufigste Schaden. Nach der Reinigung sieht das Pflaster gut aus, im nächsten Frühjahr kippeln die Steine und Unkraut wächst schneller als vorher, weil die Fugen offen sind. Immer neu einsanden, das ist keine Option, sondern Teil der Arbeit.
Holzterrasse aufgeraut
Nach dem Hochdruck fühlt sich Lärche wie ein Stoppelfeld an. Die Fasern sind aufgerissen, Wasser dringt tiefer ein, das Holz vergraut schneller. Reparatur: Schleifen mit 80er Korn und neu ölen, das ist ein Wochenende Arbeit.
Wasser hinter die Fassade gedrückt
Hochdruck an der Hauswand drückt Wasser hinter Sockelleisten, in Putzrisse und Fensteranschlüsse. Im Wärmedämmverbundsystem bleibt es dort und führt zu Schimmel innen. Fassaden werden im Niederdruck mit Reiniger und Bürste gereinigt, nie mit Hochdruck.
Schmutz an die Hauswand gespritzt
Mit der Lanze fliegt der gelöste Schmutz zwei Meter weit. Nach der Terrasse ist die Fassade bis auf Kniehöhe gesprenkelt. Flächenreiniger verwenden, oder Wand mit Folie schützen.
Stromkabel im Wasser
Nur an FI-geschützter Steckdose, Kabel nie durch die Pfütze, Verlängerung nur mit IP44.
Wie oft ist sinnvoll
Betonterrasse und Hof im Oberland: alle ein bis zwei Jahre im April oder Mai, wenn der Winter durch ist und vor der Gartensaison. Nordseiten und Flächen unter Bäumen jährlich. Holzterrassen jährlich mit Reiniger und Bürste, alle zwei Jahre ölen. Fassaden mit Algenbefall alle drei bis fünf Jahre im Niederdruckverfahren.
Bei Ferienwohnungen am Kochelsee und Starnberger See ist die Terrassenreinigung vor der Saison Teil der Frühjahrsvorbereitung.
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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Kann ich meine Holzterrasse doch mit dem Hochdruckreiniger reinigen?
Mit Fächerdüse, 40 bar, 40 Zentimeter Abstand und in Faserrichtung zum Abspülen nach dem Bürsten: ja. Als Reinigung selbst: nein, das raut jede Holzart auf.
Was hilft gegen den grünen Belag, wenn ich keinen Hochdruckreiniger habe?
Algenentferner auf Basis quartärer Ammoniumverbindungen aufsprühen, nicht abspülen, und den Regen arbeiten lassen. Nach zwei bis vier Wochen ist der Belag grau und löst sich mit dem Besen. Wirkt langsam, aber ohne Schaden.
Muss ich Streusalz im Frühjahr abwaschen?
Ja, bei Beton und Pflaster mit Wasser abspülen, sonst zieht das Salz weiter in den Stein und macht die Oberfläche mürbe. Auf Naturstein und Holz sollte im Winter ohnehin Splitt statt Salz gestreut werden.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und sind sorgfältig geprüft. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




