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Markise reinigen und imprägnieren

Privat Lesezeit 6 Minuten · Klar GmbH, Gebäudereinigung Penzberg

Ein Markisentuch waschen Sie mit lauwarmem Wasser, einer weichen Bürste und wenig Feinwaschmittel, danach imprägnieren Sie es neu. Hochdruckreiniger, Chlor und Lösemittel schaden der Imprägnierung. Stockflecken entstehen vor allem, wenn das Tuch nach einem Regen nass eingerollt bleibt.

Markise reinigen und imprägnieren

Woher Stockflecken und Grünbelag kommen

Markisentücher sind meist aus spinndüsengefärbtem Acryl. Die Farbe steckt dabei schon vor dem Spinnen in der Faser und sitzt nicht nur obendrauf. Auf dem Gewebe liegt eine Imprägnierung, die Wasser abperlen lässt und Schmutz an der Oberfläche hält.

UV-Licht, Regen, das Ein- und Ausfahren und falsche Reiniger tragen diese Schicht nach und nach ab. Wenn sie fehlt, saugt sich das Tuch voll, und es setzen sich Beläge fest:

  • Stockflecken sind schwarze oder graue Punkte. Dahinter steckt ein Schimmelpilz, der auf feuchtem Schmutz im Gewebe wächst.
  • Algen setzen sich als grüner Schleier an der Unterseite fest und am Volant, dem Stoffstreifen vorne an der Kante. Dort bleibt das Tuch am längsten feucht.
  • Pollen legen sich im Frühjahr als gelber Film aufs Tuch. Fichtenharz klebt in Tropfen und hält Staub fest.
  • Vogelkot ist säurehaltig und hinterlässt Flecken, wenn er länger liegen bleibt.

Was Markisenstoff verträgt

Wir fangen mit dem mildesten Mittel an, weil jedes stärkere etwas von der Imprägnierung mitnimmt.

MittelWofürFolge für das Tuch
Lauwarmes Wasser, weiche BürsteStaub, Pollen, leichter Schmutzkeine
wenig Feinwaschmittel oder NeutralreinigerGrauschleier, VogelkotImprägnierung leidet etwas, danach neu imprägnieren
Kältespray oder EiswürfelHarztropfenkeine, Reste danach mit Spülmittel lösen und nachimprägnieren
chlorfreier MarkisenreinigerStockflecken, GrünbelagImprägnierung leidet, danach neu imprägnieren
Chlorreiniger, Chlorbleiche, viele Stockfleckentfernernicht verwendenzerstört die Imprägnierung, Rückstände greifen Nähte und Beschläge an, tropft auf Pflanzen und Terrasse
Hochdruckreinigernicht verwendenraut die Fasern auf, löst die Imprägnierung ab, drückt Wasser in die Nähte
Lösemittel, Benzinnicht verwenden, auch nicht gegen Harzlöst die Imprägnierung an der Stelle ab

Anders ist es mit Niederdruck und Schaumreiniger. Damit waschen Fachbetriebe große Markisen in der Gastronomie, ohne das Tuch abzunehmen. Liegt eine Pflegeanleitung vom Tuchhersteller bei, halten Sie sich an die.

Markisentuch waschen und neu imprägnieren

  1. Passendes Wetter. Warten Sie auf einen bedeckten, trockenen Tag ohne Wind, an dem bis zum Abend und auch in der Nacht kein Regen angesagt ist. Dann fahren Sie die Markise ganz aus und schalten den Strom ab, damit sie weder per Schalter noch über den Windwächter einfährt.
  2. Nadeln und Staub zuerst. Kehren Sie Ober- und Unterseite mit weicher Bürste oder Handfeger ab und holen Sie die Fichtennadeln aus den Falten. An die Oberseite kommen Sie am sichersten vom Boden aus, mit einer weichen Bürste an einer Teleskopstange. Die Leiter gehört an die Hauswand. Volantstange und Gelenkarm geben unter Gewicht nach, und die obersten drei Sprossen bleiben frei.
  3. Lauwarm und mild. Spülen Sie das Tuch mit dem Gartenschlauch ohne Druckdüse von oben nach unten vor, damit das Wasser über die Tuchkante abläuft. Ins Waschwasser kommt nur wenig Feinwaschmittel oder Neutralreiniger. Reiben Sie mit Schwamm oder weicher Bürste längs der Stoffbahnen statt in Kreisen und lassen Sie das Wasser kurz einwirken.
  4. Einzelne Flecken. Stockflecken und Grünbelag behandeln Sie mit einem chlorfreien Markisenreiniger und lösen sie mit weicher Bürste, ohne zu scheuern. Viele Stockfleckentferner enthalten Chlor, auch wenn es nicht im Produktnamen steht. Auf dem Etikett heißt es dann Natriumhypochlorit oder Aktivchlor. Chlorreiniger nie mit Säure zusammenbringen. Dabei entsteht giftiges Chlorgas. Säure steckt auch in Essig und Zitronensäure. Vogelkot weichen Sie ein, statt zu kratzen. Harztropfen machen Sie mit Kältespray oder einem Eiswürfel spröde und heben sie dann ab. Frische Reste weichen Sie mit Spülmittel ein, spülen klar und imprägnieren die Stelle nach. Geht das Harz so nicht weg, nehmen Sie einen Harzentferner, den der Tuchhersteller freigibt, oder rufen einen Fachbetrieb.
  5. Bis kein Schaum mehr kommt. Waschmittelreste ziehen neuen Schmutz an, und die Imprägnierung hält darauf schlechter. Spülen Sie deshalb gründlich nach.
  6. Trocknen. Die Markise bleibt ausgefahren, bis das Tuch auch an den Nähten und an der Walze trocken ist. Solange Sie am Tuch arbeiten, bleibt der Strom aus. In den Pausen schalten Sie ihn ein, damit der Windwächter einfahren kann. Wenn eine Gewitterwarnung kommt, fahren Sie ein und trocknen am nächsten Tag weiter.
  7. Zum Schluss die Imprägnierung. Das Tuch muss dafür ganz trocken sein. Sie sprühen Sie eine Imprägnierung für Markisen- und Zeltstoffe gleichmäßig und überlappend auf die Oberseite, ohne dass sie tropft. Sprühen Sie nur im Freien und bei Windstille, und atmen Sie den Sprühnebel nicht ein. Menge und Trockenzeit stehen auf dem Etikett.

Warum ein nasses Tuch nicht eingerollt bleiben darf

In der geschlossenen Kassette trocknet ein nasses Tuch nicht. Nach mehreren feuchten Tagen auf der Walze bilden sich Stockflecken. Wenn Regen die Markise nass gemacht hat, fahren Sie sie deshalb am nächsten trockenen Tag aus und lassen sie ganz trocknen, bevor sie eingerollt bleibt.

Windwächter reagieren nicht auf Regen: Bei Regen fährt die Markise nur mit einem zusätzlichen Regensensor von selbst ein. Auch dann liegt das Tuch feucht auf der Walze und muss ausgefahren trocknen, sobald das Wetter es zulässt.

Abspülen im Mai und Oktober, waschen alle zwei Jahre

Zweimal im Jahr genügen Bürste und Schlauch. Wie oft das Tuch zusätzlich in die Wäsche muss, hängt an der Lage. An der Nordseite und am Waldrand bleibt es länger feucht und bekommt Harz und Nadeln ab. Dort ist der Abstand von zwei Jahren zu lang.

WannWas
Mai, nach dem Pollenflugabbürsten und abspülen
Oktober, vor dem Einwinternabbürsten, abspülen, ganz trocken einfahren
alle zwei Jahrewaschen und neu imprägnieren
Nordseite, Waldnähejedes Jahr waschen und neu imprägnieren
Winter ohne KassetteSchutzhülle über die Gelenkarmmarkise ziehen

Gelenkarme und Markisenkasten pflegen

Gelenkarme, Kassette und Volantstange wischen wir gleich beim Waschen mit Neutralreiniger ab. Einmal im Jahr lohnt bei ausgefahrener Markise außerdem ein Blick in Kassette und Tuchwalze, weil sich dort Laub und Nester sammeln. Vor dem Griff in die Kassette schalten Sie den Strom ab. Sonst können Wind- oder Sonnenautomatik, Zeitschaltuhr oder Funksender die Markise einfahren, während Ihre Hand an der Walze ist.

Das Laub nehmen Sie heraus und lassen die Walze trocknen. Ein bewohntes Wespennest entfernt ein Fachbetrieb. Hornissen sind besonders geschützt, für das Umsiedeln oder Entfernen braucht es eine Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde. Für Vogelnester gelten eigene Regeln, mehr dazu in den Fragen unten.

Viele Gelenkarme sind wartungsfrei. Fett und Öl binden Staub und gehören nicht an die Gelenke. Wenn ein Gelenk trotzdem quietscht, hilft etwas PTFE-Trockenspray, von dem kein Tropfen aufs Tuch kommen darf. Steht in der Montageanleitung etwas anderes, machen Sie es so wie dort.

Schäden, die Waschen nicht behebt

Grauer Schatten nach Stockflecken

Den Belag nimmt die Reinigung ab, aber der Farbstoff des Pilzes bleibt oft als grauer Schatten im Gewebe. Ob er sich aufhellen lässt, sagt die Pflegeanleitung des Tuchherstellers oder ein Fachbetrieb. Sonst hilft nur ein neues Tuch.

Ausgebleichte Streifen

Helle Streifen an der äußeren Tuchlage sind UV-Schaden. Ohne Kassette liegt diese Lage auch bei eingefahrener Markise in der Sonne. Eine Kassette oder ein Schutzdach schützt das nächste Tuch.

Knicke und Wellen

Wickelfalten und Wellen an Nähten und Säumen entstehen beim Aufrollen, weil das Tuch dort doppelt liegt. Sie gelten als warentypisch und stören die Funktion nicht, auch Waschen ändert daran nichts. Wenn das Tuch durchhängt oder schief aufläuft, stellt ein Fachbetrieb die Tuchspannung ein.

Wassersack in der Mitte

Bei zu flacher Neigung sammelt sich Regen auf dem Tuch. Das Gewicht dehnt den Stoff und belastet die Nähte bis zum Riss. Viele Hersteller verlangen mindestens 14 Grad Neigung. Wenn die Markise flacher montiert ist, muss der Monteur die Neigung nachstellen.

Scheuerstellen und Risse

Scheuerstellen an der Kassettenkante und Risse an den Nähten sind Verschleiß. Ein gepflegtes Acryltuch hält 10 bis 15 Jahre, danach steht ohnehin ein neues an.

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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.

Häufige Fragen dazu

Geht Gallseife oder Kernseife auf der Markise?

Auf einzelnen Flecken geht beides. Gallseife (Kernseife mit Rindergalle) wirkt gegen Fettflecken. Beide bilden mit hartem Wasser Kalkseife, die das Tuch grau macht. Deshalb gehört die Seife nur auf den Fleck, danach spülen Sie gründlich klar und imprägnieren neu.

Woran sehe ich, dass die Imprägnierung nachlässt?

Ein Wassertest zeigt es. Solange aufgesprühtes Wasser abperlt, hält die Imprägnierung noch. Wenn es einzieht und der Stoff dunkel wird, ist sie verbraucht.

Im Markisenkasten ist ein Vogelnest. Darf ich das rausnehmen?

Nicht, solange Eier oder Junge darin sind, denn das Bundesnaturschutzgesetz schützt die Brutstätten wild lebender Vögel. Bei Arten, die jedes Jahr an dieselbe Stelle zurückkehren, gilt das auch für das leere Nest, im Zweifel fragen Sie die untere Naturschutzbehörde. Ein Nest, das Sie entfernen dürfen, nehmen Sie erst bei abgeschaltetem Strom heraus, sonst kann die Automatik die Markise einfahren. Danach säubern Sie die Walze mit Neutralreiniger und schließen die Einflugöffnung mit einer Bürstenleiste.

Darf das Markisentuch in die Waschmaschine?

Nein. Dafür müsste das Tuch von der Walze, und beim Abnehmen stehen die Gelenkarme unter starker Federspannung. Das macht deshalb ein Fachbetrieb. In der Trommel bekäme das große Tuch außerdem Knicke, und die Imprägnierung leidet.

Bevor Sie loslegen

Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.