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Physiotherapie-Praxis reinigen

Gewerbe Lesezeit 5 Minuten · Klar GmbH, Gebäudereinigung Penzberg

Zwischen zwei Patienten desinfiziert das Praxisteam Liege, Matten und Gerätegriffe. Nach Praxisschluss reinigt die Reinigungskraft alle Räume, desinfiziert die Flächen mit Hautkontakt und zieht die Duschen trocken ab. Welche Mittel wie oft auf welche Fläche kommen, legt der Hygieneplan der Praxis fest.

Physiotherapie-Praxis reinigen

Kritisch ist alles mit Hautkontakt

Über jede Fläche, die Haut berührt, können Hautkeime und Fußpilz von einem Patienten zum nächsten gelangen. In der Erkältungszeit kommen Viren dazu.

  • Behandlungsliegen und Kopfstützen bekommen Schweiß und Massageöl ab. Nach Operationen liegen dort auch Patienten, deren Wunden noch nicht ganz verheilt sind. Wenn Öl auf dem Bezug bleibt, kann Kunstleder mit der Zeit klebrig und rissig werden.
  • Matten, Bälle und Rollen haben Haut- und Barfußkontakt. Auf ihnen bleibt Schweiß, und gestapelt trocknen sie schlecht.
  • An Trainingsgeräten fassen über den Tag viele Patienten dieselben Griffe, Sitzpolster und Zugseile an.
  • In Duschen und Umkleiden bleibt es feucht. Am Boden hält sich Fußpilz, an Armaturen und Glas setzt sich Kalk ab.
  • Bei Elektrotherapie und Ultraschall bleiben Gelreste an Schallköpfen, Elektroden und Kabeln.
  • Türklinken, Lichtschalter, Handläufe und die Stühle im Wartezimmer fasst fast jeder an.

Was Hygieneplan und Berufsgenossenschaft verlangen

Für Physiotherapiepraxen gelten die Biostoffverordnung, die TRBA 250 für biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut. Den Arbeitsschutz überwacht die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

Für die Reinigung braucht die Praxis drei Unterlagen:

  • Der schriftliche Hygieneplan legt für jede Fläche fest, was womit wie oft gereinigt wird und ob das Praxisteam oder die Reinigungsfirma es macht.
  • Der Reinigungs- und Desinfektionsplan hängt gut sichtbar aus, etwa im Putzraum, und nennt für jede Fläche Produkt, Konzentration und Einwirkzeit.
  • Im Reinigungsnachweis steht, wer wann was gereinigt hat, mit Unterschrift oder digital.

Dazu kommt das Mittel selbst. In Praxen desinfizieren Sie mit einem Flächendesinfektionsmittel aus der Liste des Verbunds für Angewandte Hygiene (VAH), richtig dosiert. Die RKI-Liste gilt nur, wenn das Gesundheitsamt die Desinfektion anordnet.

Wischdesinfektion am Behandlungsplatz

Die Reinigungskraft kommt erst nach Praxisschluss, meist an den Praxistagen. Tagsüber ist das Praxisteam dran.

  • Nach jedem Patienten wechseln Sie die Papierauflage der Liege und wischdesinfizieren die Stellen mit Hautkontakt, etwa Kopfstütze und Armauflagen. Wenn Massageöl oder Gel auf der Kopfstütze ist, wischen Sie den Film zuerst mit einem Desinfektionsreiniger ab und desinfizieren dann mit einem frischen Tuch.
  • Matten, Bälle und Rollen wischdesinfizieren Sie, sobald jemand mit bloßer Haut oder barfuß darauf war.
  • An den Griffen der Trainingsgeräte nehmen Sie ein Desinfektionstuch.

Bei der Wischdesinfektion kommt das Mittel mit einem getränkten Tuch auf die Fläche. Tragen Sie so viel auf, dass die ganze Fläche nass ist. Wischen Sie nicht nach und reiben Sie nicht trocken. Sobald eine routinemäßig desinfizierte Fläche sichtbar trocken ist, kann der nächste Patient sie nutzen.

Nach Praxisschluss: Behandlungsräume vor Sanitär

Sie arbeiten sich von den Behandlungsräumen zu den Sanitärräumen vor. Jeder Bereich hat Tücher in einer eigenen Farbe, damit kein Tuch aus der Toilette auf einer Liege landet. Wir nehmen Rot für WC und Urinal, Gelb für Waschbecken und Duschen, Blau für Wartezimmer und Büro und Grün für Liegen und Geräte. Eine verbindliche Norm für die Farben gibt es nicht, sie stehen im Hygieneplan.

Den Desinfektionsreiniger setzen Sie nur mit Wasser an, nie mit einem anderen Reiniger gemischt. Erst kaltes Wasser in den Eimer, dann das Konzentrat. Steht das Ätzsymbol auf dem Etikett, tragen Sie beim Umfüllen und Verdünnen Handschuhe und eine Korbbrille, also eine, die rundum dicht abschließt. Eine normale Brille reicht da nicht.

  1. Liegen zuerst. Öl- und Gelreste nehmen Sie mit dem angesetzten Desinfektionsreiniger auf. Dann desinfizieren Sie Liegefläche, Gestell und die Aussparung im Kopfteil mit frischer Lösung und einem frischen Tuch.
  2. Trainings- und Therapiegeräte. Bei Geräten mit Netzkabel ziehen Sie vorher den Netzstecker. Polster, Sitzflächen und Bedienfelder wischen Sie mit einem alkoholfreien Desinfektionsmittel ab, etwa mit einem Tuch aus der angesetzten Lösung, und ziehen die Zugseile einmal durch das Tuch. Alkoholische Schnelldesinfektion ist leicht entzündbar und kommt deshalb nur auf kleine Flächen wie Griffe aus Metall und Kunststoff. Auch dort nur, wenn die Pflegeanleitung des Geräteherstellers Alkohol erlaubt. Auf Acrylglas gehört sie nie. An Elektrotherapie- und Ultraschallgeräten entfernen Sie die Gelreste an den Kabeln. Schallköpfe und Elektroden sind Medizinprodukte, sie werden nach Herstellerangabe aufbereitet.
  3. Matten. Beide Seiten wischen Sie mit dem Desinfektionsreiniger ab. Wenn Schweiß darauf klebt, nehmen Sie ihn zuerst mit einem Tuch auf und desinfizieren dann mit frischer Lösung. Danach stellen Sie die Matten hochkant zum Trocknen auf, weil feucht gestapelte Matten am nächsten Morgen riechen.
  4. Was jeder anfasst. Türklinken, Lichtschalter, Handläufe, Empfangstresen und EC-Gerät werden abgewischt und desinfiziert. Schalter und Steckdosen wischen Sie nur nebelfeucht ab. Das Tuch wringen Sie dafür so fest aus, dass nichts mehr tropft. Im Wartezimmer kommen die Stühle und die Spielecke dazu.
  5. Böden. Bevor Sie feucht wischen, saugen Sie oder kehren mit dem Trockenmopp vor. Ob der Boden im Barfußbereich desinfizierend gewischt wird, gibt der Hygieneplan vor. Desinfizierte Böden betreten Sie erst, wenn sie trocken sind.
  6. Im Sanitärraum. WC, Urinal und Waschbecken reinigen Sie mit Sanitärunterhaltsreiniger, danach füllen Sie die Spender auf und nehmen den Abfall mit. Kalk an Glaswänden und Fliesen löst saurer Sanitärreiniger, für den Sie Nitrilhandschuhe und Schutzbrille tragen. Marmor, Kalkstein, Travertin und Terrazzo vertragen keine Säure. Zementfugen sind ebenfalls säureempfindlich, deshalb nässen Sie sie vor dem sauren Reiniger mit Wasser vor und spülen danach gründlich mit kaltem Wasser nach. Kalk an Armaturen löst ein milder Reiniger auf Zitronensäurebasis. Sprühen Sie ihn aufs Tuch, nie direkt auf die Armatur. Lassen Sie ihn nicht länger einwirken, als auf dem Etikett steht, und wischen Sie danach mit klarem Wasser nach und reiben trocken. Keine der beiden Säuren darf mit Chlorreiniger zusammenkommen, sonst entsteht giftiges Chlorgas. Chlor steht oft nicht im Produktnamen, auf dem Etikett heißt es Natriumhypochlorit oder Aktivchlor. Viele Rohrreiniger-Gele und Schimmelsprays enthalten Chlor. WC-Gele gibt es mit Chlor und mit Säure. Nach Rohrreiniger-Gel oder Schimmelspray gehört kein Entkalker an dieselbe Stelle. Ist unklar, was zuletzt im Abfluss war, bleibt Säure weg.
  7. Duschen am Schluss. Chlor und Säure dürfen auch nicht nacheinander auf dieselbe Fläche, denn Reste in den Fugen oder im Siphon reagieren trotzdem. Spülen Sie deshalb nach dem Entkalken kräftig mit klarem Wasser nach, bevor Sie den Duschboden desinfizieren. Gegen Fußpilz muss im Datenblatt des Mittels „fungizid“ oder „wirksam gegen Dermatophyten“ stehen. „Levurozid“ allein reicht nicht, das deckt nur Hefepilze ab. Welches Mittel auf den Duschboden kommt, legt der Hygieneplan fest. Das Mittel lassen Sie bis zum Ende der Einwirkzeit stehen. Erst dann ziehen Sie den Boden trocken ab.

Zum Schluss zeichnen Sie den Einsatz im Reinigungsnachweis ab. Schäden wie einen Riss in der Liege oder Schimmel in einer Fuge melden Sie der Praxis.

Erst reinigen, dann desinfizieren: Unter einem Film aus Massageöl, Gel oder Schweiß erreicht das Desinfektionsmittel die Keime nur schlecht. Neutralreiniger ist für den ersten Durchgang die falsche Wahl, weil seine Reste im Tuch und auf der Fläche die Wirkung mancher Desinfektionsmittel schwächen. Ein Desinfektionsreiniger nimmt den Film auf, und mit frischer Lösung und frischem Tuch folgt die eigentliche Desinfektion.

Liegenbezüge jede Woche, Böden jedes halbe Jahr

Die Grundreinigung entfernt, was die tägliche Reinigung nicht schafft, etwa alte Pflegefilme und Schmutz in Kanten.

AufgabeWie oft
Kunstlederbezüge der Liegen auf Risse prüfen, pflegen nur mit dem Mittel, das der Liegenhersteller nenntwöchentlich
Unter und hinter den Geräten wischen, Matten mit Neutralreiniger waschen und mit klarem Wasser nachspülen, bevor sie wieder desinfiziert werden, Wartezimmerpolster absaugenwöchentlich bis monatlich, je nach Patientenzahl
Kalk in Duschfugen mit saurem Sanitärreiniger und Bürste lösen, Duschkopf mit einem Entkalker auf Zitronensäurebasis entkalkenmonatlich
Fenstervierteljährlich
Grundreinigung der Bödenhalbjährlich

Kalkkrusten in den Duschfugen halten Feuchtigkeit, deshalb kommen sie jeden Monat dran. Bei der Säure gilt dasselbe wie in der täglichen Reinigung: Fugen vorwässern, gut nachspülen, auf Naturstein gar nicht.

Fehler bei Einwirkzeit, Alkohol und Duschböden

FehlerFolgeBesser
Desinfektionsmittel nach 30 Sekunden trocken gewischtDas Mittel ist weg, bevor die Einwirkzeit um istso viel auftragen, dass die Fläche ganz nass ist, und von selbst trocknen lassen
Alkohol auf Displays und Polstern der TrainingsgeräteManche Kunstlederpolster werden bei häufigem Alkohol spröde und rissigPflegeanleitung des Geräteherstellers prüfen, sonst ein alkoholfreies Mittel nehmen
Duschboden nass zurückgelassenIn feuchten Fugen und auf nassen Böden hält sich FußpilzMittel, das laut Datenblatt fungizid ist, nach der Einwirkzeit trocken abziehen

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Produkte aus diesem Artikel

Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Häufige Fragen dazu

Unsere Therapeuten sprühen die Liege nach jedem Patienten mit Desinfektionsspray ein. Reicht das?

Nein. Sprühen verteilt das Mittel ungleichmäßig und belastet die Atemwege. Für die Liege ist die Wischdesinfektion vorgesehen. Spray nehmen wir nur für Stellen, an die kein Tuch hinkommt.

Welches Desinfektionsmittel verträgt der Kunstlederbezug der Liege?

Das steht in der Pflegeanleitung des Liegenherstellers. Häufiger Alkohol kann manche Kunstlederbezüge mit der Zeit spröde machen. Fehlt eine Angabe, nehmen Sie ein alkoholfreies Mittel, zum Beispiel auf Basis quartärer Ammoniumverbindungen. Alkoholische Schnelldesinfektion ist für kleine Flächen wie Griffe aus Metall und Kunststoff gedacht.

Bei uns wird barfuß trainiert. Muss der Boden dann desinfiziert werden?

Ja, im Barfußbereich wischen Sie mit einem Mittel, das laut Datenblatt auch gegen Fußpilz wirkt. In den übrigen Behandlungsräumen genügt das tägliche feuchte Wischen, außer der Hygieneplan sagt etwas anderes.

Was tun bei Blut oder Erbrochenem auf dem Boden?

Mit Handschuhen zuerst mit einem Einmaltuch aufnehmen, das mit Desinfektionsmittel getränkt ist. Danach desinfizieren Sie die Stelle, lassen das Mittel die volle Einwirkzeit vom Etikett stehen und betreten den Boden erst, wenn er trocken ist.

Wer ist für die Wannen der Hydrotherapie zuständig?

Nach jedem Patienten ist das Praxisteam zuständig. Es leert die Wanne, reinigt und desinfiziert sie. Bei Wannen mit Düsen oder Leitungen gilt zusätzlich die Anleitung des Herstellers. Die abendliche Reinigung von Wanne und Abfluss teilt der Hygieneplan dem Praxisteam oder der Reinigungskraft zu.

Bevor Sie loslegen

Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.