Was den Ertrag drückt
Module verlieren Leistung durch Verschattung, und Schmutz ist Verschattung. Eine gleichmäßige Staubschicht kostet wenig, ein einzelner Vogelkot auf einer Zelle kann eine ganze Modulreihe herunterziehen, weil der Bypass-Dioden-String die Zelle umgeht. Deshalb sind Punktverschmutzungen schlimmer als ein grauer Schleier.
- Pollen: Ab April Birke, Fichte im Mai mit dem gelben Staub, Gräser im Juni. Klebrig, regenfest, bildet mit Feinstaub eine Kruste an der Modulunterkante.
- Vogelkot: Punktverschattung, ätzend, brennt bei Sonne in die Glasoberfläche ein, wenn er monatelang bleibt.
- Moos und Flechten am Rahmen: Unterkante der Module, wo Wasser stehenbleibt. Wächst innerhalb von zwei bis drei Jahren auf die Zellen.
- Landwirtschaftsstaub, Ruß: Bei Hofanlagen neben Stall, Silo oder Heutrocknung, an Straßen mit Winterdienst.
- Schnee: rutscht bei Glasmodulen ab 20 Grad Dachneigung meist selbst ab, sollte nicht mit Schaufeln entfernt werden.
Der Ertragsverlust liegt bei normalen Dachanlagen im Oberland nach zwei bis drei Jahren ohne Reinigung bei 3 bis 8 Prozent, bei Anlagen mit flacher Neigung unter 15 Grad, in Hofnähe oder unter Bäumen bei 10 bis 20 Prozent. Der Wert lässt sich aus der Monitoring-App ablesen: Vergleich der spezifischen Erträge (kWh pro kWp) mit den ersten Betriebsjahren bei ähnlicher Einstrahlung.
Wann sich die Reinigung rechnet
| Anlage | Verschmutzung typisch | Empfohlener Turnus | Rechnet sich |
|---|---|---|---|
| Wohnhaus, 8 bis 15 kWp, Neigung über 30 Grad, freie Lage | gering | Alle 3 bis 5 Jahre oder nach Bedarf | selten, außer bei sichtbarem Vogelkot oder Moos |
| Wohnhaus unter Bäumen, Neigung unter 20 Grad | mittel bis hoch | Alle 1 bis 2 Jahre | meist ja |
| Landwirtschaft, Stall- oder Hallendach, 30 bis 100 kWp | hoch, Staub und Ammoniak | Jährlich, im Frühjahr nach den Pollen | ja, Verluste oft über 10 % |
| Gewerbehalle, Flachdach, aufgeständert, 10 bis 15 Grad | mittel, Moosrand | Alle 2 Jahre | ja ab 50 kWp |
| Freiflächenanlage | gering bis mittel | Nach Monitoring | nur bei nachgewiesenem Verlust |
Die Rechnung: Anlagengröße mal Jahresertrag mal Verlustanteil mal Vergütung oder Eigenverbrauchswert. Bei einer 10-kWp-Anlage mit 5 Prozent Verlust geht es um wenige hundert Kilowattstunden im Jahr. Bei einer 80-kWp-Hofanlage mit 12 Prozent um mehrere tausend. Ab dort ist die Reinigung wirtschaftlich, darunter ist sie meist Werterhalt und Optik.
Warum Leitungswasser Flecken macht
Oberland-Wasser hat 14 bis 18 Grad deutscher Härte. Ein Liter enthält rund 250 bis 320 Milligramm gelöste Mineralien. Verdunstet das Wasser auf dem warmen Modulglas, bleibt der Kalk als weißer Fleck. Jeder Tropfen ein Fleck, jede Reinigung eine neue Schicht. Nach drei Reinigungen mit Gartenschlauch ist das Modul stärker verschattet als vorher.
Deshalb arbeiten wir mit vollentsalztem Wasser aus einer Osmoseanlage: Umkehrosmose plus Mischbettharz, Leitwert unter 10 Mikrosiemens, ideal unter 5. Dieses Wasser trocknet rückstandsfrei und löst Schmutz besser, weil es mineralhungrig ist. Es braucht kein Reinigungsmittel. Tenside oder Glasreiniger auf Modulen hinterlassen einen Film, der Staub bindet, und sind bei manchen Herstellern ein Garantieausschluss.
Was ebenfalls nicht auf Module gehört: Hochdruckreiniger über 40 bar aus der Nähe, weil die Dichtung zwischen Glas und Rahmen leidet und Mikrorisse in Zellen entstehen. Scheuermittel, Stahlwolle, Schwämme mit rauer Seite. Und kaltes Wasser auf ein heißes Modul im Hochsommer: Der Temperaturschock kann Glas springen lassen.
So reinigen wir eine Anlage
- Sichtprüfung und Ertragsdaten. Vor dem Angebot schauen wir uns die Anlage an, fragen die Monitoring-Werte ab und prüfen Zugang, Dachneigung und Absturzsicherung.
- Sicherung. Nie ohne Sicherung auf ein nasses Dach. Die Anlage bleibt in Betrieb, wir berühren keine Kabel und Stecker.
- Osmosewasser. Anlage produziert vor Ort aus Leitungswasser, Vorrat im Tank. Prüfung des Leitwerts vor Beginn.
- Weiche Bürste, wasserführend. Rotierende oder Handbürste mit weichen Borsten an der Teleskopstange, Wasser läuft durch die Bürste. Von oben nach unten, entlang der Modulreihen, Rahmen und Unterkante gründlich.
- Punktverschmutzung. Vogelkot und Flechten vorher mit Osmosewasser einweichen, 5 bis 10 Minuten, dann bürsten. Nicht kratzen. Eingebrannte Flecken bleiben teilweise.
- Klarspülen und trocknen lassen. Mit reinem Osmosewasser nachspülen, kein Abziehen nötig, trocknet fleckenfrei.
- Dokumentation. Vergleich der Erträge eine Woche danach, wenn Sie die Zahlen teilen.
Fehler und Sonderfälle
Selbst mit Gartenschlauch und Fensterwischer
Funktioniert vom Boden bei niedrigen Carports oder Garagen mit Osmose- oder destilliertem Wasser. Auf dem Dach ohne Sicherung: nein. Ein Sturz vom Dach ist keine Frage der Reinigung mehr.
Reinigung im Winter
Sinnlos. Wasser gefriert auf dem Modul, und der Ertrag ist ohnehin gering. Bestes Zeitfenster ist Mai bis Juni nach dem Pollenflug, damit die ertragreichen Monate Juni bis September mit sauberen Modulen laufen.
Solarthermie-Kollektoren
Gleiche Reinigung, gleiches Wasser. Bei Vakuumröhren nur Handwäsche, keine rotierende Bürste, die Röhren sind empfindlich.
Beschichtete Module
Manche Module haben eine Antireflex- oder Schmutzabweisende Beschichtung. Sie vertragen weiche Bürsten, aber keine Tenside oder Alkohol. Wir fragen den Modultyp vorher ab.
Glasbruch und Hotspots
Braune Flecken oder Brandspuren auf dem Modul sind Hotspots, kein Schmutz. Reinigung hilft nicht, das ist ein Fall für den Solarteur.
Wie oft und wer
Für Wohnhäuser im Oberland reicht meist eine Reinigung alle drei bis fünf Jahre oder nach Sichtkontrolle mit dem Fernglas: weiße Ränder, grüne Unterkanten, Vogelkot. Für Höfe in Habach, Antdorf, Iffeldorf, Benediktbeuern und Bernried mit Stall- oder Scheunendächern jährlich im Frühjahr.
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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Wie oft sollte man eine Photovoltaikanlage reinigen?
Wohnhaus in freier Lage alle 3 bis 5 Jahre, unter Bäumen oder bei flacher Neigung alle 1 bis 2 Jahre, Hof- und Stallanlagen jährlich. Maßgeblich ist der Ertragsverlust aus dem Monitoring, nicht der Kalender.
Kann ich meine Solaranlage mit dem Gartenschlauch reinigen?
Vom Boden bei niedrigen Anlagen ja, aber Leitungswasser hinterlässt im Oberland bei 14 bis 18 °dH Kalkflecken, die den Ertrag drücken. Destilliertes oder Osmosewasser und eine weiche Bürste. Nicht aufs Dach ohne Sicherung.
Verliert meine Garantie durch die Reinigung?
Nicht, wenn nach Herstellerangabe gereinigt wird: weiche Bürste, kein Hochdruck, keine Tenside oder Lösemittel, kein Temperaturschock.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und sind sorgfältig geprüft. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




