Was der Tiefgarage schadet
Beton ist alkalisch und schützt den Stahl im Inneren vor Rost. Chlorid aus Streusalz dringt mit dem Schmelzwasser in die Poren, erreicht die Bewehrung und löst dort Korrosion aus. Der Stahl dehnt sich beim Rosten, der Beton platzt ab. Das ist der teuerste Schaden, den eine Tiefgarage nehmen kann, und er beginnt unsichtbar. Deshalb schreibt die DIN 1045 für befahrene Parkflächen Schutzmaßnahmen vor, in der Praxis eine Beschichtung (OS 8, OS 11) oder ein regelmäßiges Abwaschen des Salzes im Frühjahr.
Splitt wirkt anders: er schleift die Beschichtung in den Fahrspuren ab, die Oberfläche wird rau, hält Schmutz und lässt Wasser eindringen. Öl und Kraftstoff lösen Bitumen und weichen manche Beschichtungen auf. Reifenabrieb bildet schwarze Bremsspuren, die nur mit alkalischem Reiniger und Bürste weggehen. Und Staub aus Reifen und Bremsen, der bei jedem Einparken aufwirbelt, legt sich auf Leitungen, Leuchten und Sprinklerköpfe.
Verfahren im Vergleich
| Verfahren | Entfernt | Leistung | Wann | Grenzen |
|---|---|---|---|---|
| Handkehren, Kehrbesen | Grobschmutz, Laub in Ecken | 200 bis 400 m² pro Stunde | Kleine Garagen bis 20 Stellplätze, Ecken | Staub wird aufgewirbelt |
| Aufsitz-Kehrmaschine mit Filter | Splitt, Sand, Staub, Laub | 3.000 bis 6.000 m² pro Stunde | Monatlich bis vierteljährlich | Kein Salz, kein Öl, keine Reifenspuren |
| Scheuersaugmaschine | Salzfilm, Staubschicht, leichter Ölfilm | 1.500 bis 2.000 Quadratmeter läuft es fast immer auf die Kombination hinaus: Kehrmaschine im Turnus, Scheuersaugmaschine im Frühjahr, Hochdruck vor größeren Instandsetzungen. |
Ablauf einer Nassreinigung im Frühjahr
- Ankündigung. Zwei Wochen vorher Aushang und Rundmail an alle Stellplatzinhaber, mit Datum und Bitte, die Plätze zu räumen. Erfahrungsgemäß bleiben 10 bis 20 Prozent stehen, die Plätze werden umfahren und beim nächsten Mal berücksichtigt.
- Abflüsse und Rinnen prüfen. Bodenabläufe und Schlitzrinnen vor der Reinigung öffnen und freilegen, Schlammfang leeren. Sonst staut das Wasser.
- Kehren. Aufsitz-Kehrmaschine mit Seitenbesen, Ecken und Rampen von Hand. Splitt und Sand müssen raus, bevor Wasser kommt, sonst entsteht Schlamm.
- Ölflecken vorbehandeln. Ölfleckentferner auf Lösemittel- oder Tensidbasis auftragen, 10 bis 15 Minuten einwirken, mit Bürste einarbeiten. Bei Bitumen- oder Betonflächen ohne Beschichtung Ölbindemittel für die Reste.
- Nass reinigen. Scheuersaugmaschine mit alkalischem Grundreiniger, 1 bis 3 Prozent, mittlere Bürste. Zwei Bahnen quer zur Fahrtrichtung bei Reifenspuren. Rampen und Wendebereiche mit Hochdruck und Flächenreiniger, 150 bar, Abstand 20 bis 30 cm.
- Schmutzwasser entsorgen. Nie in den Regenwasserkanal oder den Bodenablauf ohne Abscheider. Das ist wasserrechtlich Pflicht.
- Trocknen und freigeben. Bei Beschichtung 1 bis 2 Stunden, bei rohem Beton 4 bis 6 Stunden. Mit Lüftung schneller. Freigabe per Aushang.
Profi-Tipp: Salz muss im Frühjahr raus
Ölflecken: was geht, was bleibt
Frischer Ölfleck auf Beschichtung
Ölbindemittel (Granulat) aufstreuen, 15 Minuten warten, aufkehren, Fleck mit alkalischem Reiniger und Bürste nachbehandeln. Auf Epoxid- oder PU-Beschichtung bleibt nichts zurück.
Frischer Ölfleck auf rohem Beton
Sofort Bindemittel, dann Ölfleckentferner mit Tensid oder Lösemittel, 15 Minuten einwirken, bürsten, mit Wasser abspülen. Bei Beton zieht Öl innerhalb von Stunden ein. Alles, was älter als ein Tag ist, ist ein Schatten und bleibt ein Schatten.
Alter Ölfleck
Paste aus Ölfleckentferner und saugfähigem Pulver (Kieselgur oder Bindemittel) auftragen, 12 bis 24 Stunden abgedeckt einwirken lassen, abkehren. Zwei bis drei Durchgänge holen 60 bis 80 Prozent heraus. Der Rest ist optisch, nicht strukturell. Wer eine gleichmäßige Fläche will, kommt um Beschichten nicht herum.
Reifenspuren an Rampen und Kurven
Gummi bindet sich chemisch an Beschichtungen. Alkalischer Reiniger 3 bis 5 Prozent, 10 Minuten, dann Bürste oder Scheuersaugmaschine mit harter Bürste. Hochdruck alleine reicht nicht. Bei Beschichtungen älter als 10 Jahre bleibt ein Rest.
Was nicht geht
Säurehaltige Reiniger auf Beton: sie lösen den Zementstein. Lösemittel auf PU-Beschichtung: sie weichen sie an. Und Hochdruck über 200 bar auf beschädigter Beschichtung hebt sie ab.
Wie oft und wer das macht
Richtwerte für eine Wohnanlage mit 40 bis 60 Stellplätzen: Kehren mit Maschine alle 1 bis 3 Monate, Nassreinigung zweimal jährlich, Frühjahr und Herbst, Ölflecken laufend, Grundreinigung mit Hochdruck alle 2 bis 3 Jahre oder vor Beschichtungsarbeiten. Gewerbliche Tiefgaragen mit hoher Frequenz, etwa Autohäuser oder Handel, kehren monatlich und reinigen quartalsweise nass. Leuchten, Beschilderung und Sprinkler jährlich abstauben, Abläufe und Schlammfänge halbjährlich leeren.
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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Darf das Reinigungswasser in den Bodenablauf?
Läuft der Ablauf in den Regenwasserkanal oder ist kein Abscheider vorhanden, muss das Schmutzwasser aufgefangen und über einen Entsorger abgegeben werden.
Gehen alte Ölflecken aus Beton wieder raus?
Teilweise. Mit Ölfleckentferner-Paste und 12 bis 24 Stunden Einwirkzeit holt man 60 bis 80 Prozent heraus, meist bleibt ein Schatten. Wer eine einheitliche Fläche will, braucht eine Beschichtung. Auf beschichteten Böden geht Öl vollständig weg.
Warum reicht Kehren im Frühjahr nicht?
Kehren entfernt Splitt und Sand, aber nicht das gelöste Streusalz, das als Film und in den Poren sitzt. Das Chlorid dringt bei Feuchte in den Beton ein und lässt die Bewehrung rosten. Nur Nassreinigung spült es ab.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und sind sorgfältig geprüft. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




