Zum Inhalt springen

Bauschlussreinigung: Grob-, Fein- und Endreinigung

Privat Lesezeit 7 Minuten · Klar GmbH, Gebäudereinigung Penzberg

Die Bauschlussreinigung läuft in drei Stufen: Grobreinigung schon im Ausbau, Feinreinigung nach Maler, Boden- und Fliesenleger, Endreinigung nach dem letzten Handwerker. Wenn eine Stufe zu früh kommt, legt sich neuer Baustaub auf die frisch gereinigten Flächen.

Bauschlussreinigung: Grob-, Fein- und Endreinigung

Warum die Baureinigung in drei Stufen läuft

Schutt und Verpackung müssen raus, bevor überhaupt jemand wischen kann. Und solange noch gebohrt und geschliffen wird, liegt der Gipsstaub nach jedem Wischen gleich wieder da.

  • Grobreinigung im Ausbau. Während oder direkt nach Rohbau und Innenausbau kommen Schutt, Folien, Kartons, Mörtelbrocken und Klebebänder raus. Gekehrt wird nur feucht oder mit Kehrspänen, denn trockenes Kehren wirbelt den Quarzstaub aus Beton, Mörtel und Fliesenschnitt auf.
  • Feinreinigung vor den Möbeln. Sobald Maler, Bodenleger und Fliesenleger fertig sind, wird vor dem Einrichten der Staub abgesaugt. Etiketten und Zementschleier kommen runter, dann wird zum ersten Mal gewischt.
  • Endreinigung vor der Übergabe. Diese Stufe kommt erst nach dem letzten Handwerker. Dann werden die Scheiben streifenfrei geputzt, und die Böden bekommen ihre Erstpflege.

Beim Einfamilienhaus gibt der Bauzeitenplan vor, wie viel Zeit zwischen Grob- und Endreinigung liegt. Bei Gewerbebauten wie Autohäusern oder Produktionshallen geht die Reinigung Bauabschnitt für Bauabschnitt und Etage für Etage voran.

Begriffe im Angebot abgleichen: Manche Anbieter nennen die Endreinigung Bauendreinigung oder Baufeinreinigung und die Feinreinigung Bauzwischenreinigung. Lassen Sie sich aufschreiben, welche Stufen im Preis stecken.

Wie sich die Arbeit auf die Stufen verteilt

Fast jeder Bereich kommt in allen drei Stufen dran. Nur Wände und Decken lässt die Grobreinigung aus. Die Schutzfolien auf Wanne, Duschtasse und Einbauten bleiben in dieser Stufe drauf, weil Fliesenleger und Maler noch arbeiten.

BereichGrobreinigungFeinreinigungEndreinigung
BödenSchutt und Mörtelbrocken abschaben, feucht kehren oder saugenFeinstaub absaugen, Zementschleier auf FliesenGrundreinigung, Erstpflege
FensterEtiketten ab, grobe PutzspritzerKleber- und Mörtelreste, Rahmen und Falz innenGlas beidseitig, Fensterbänke, Dichtungen
Bad und WCSchutt aus Wannen, Schutzfolie bleibt draufZementschleier, Silikonreste, FugenKalk, Armaturen, Siphons
Wände, Decken–Staub, Spinnweben, Schalter, SteckdosenTüren, Zargen, Heizkörper, Lampen
EinbautenKartons und Verpackung raus, Schutzfolie bleibt draufSchränke innen aussaugenKüche innen und außen, Geräte
AußenSchutt, Reste vom BauzaunTerrasse kehrenEingang, Terrasse, Pflaster

Sondermüll wie Farbreste oder gekennzeichneter Dämmstoff gehört nicht zur Bauschlussreinigung, ebenso wenig der Rückbau der Baustelleneinrichtung oder Fassade und Dachrinnen. Solche Arbeiten stehen als eigene Posten im Angebot.

Feinreinigung: erst trocken saugen, dann nass

  1. Reihenfolge im Raum. Fangen Sie oben an: Decken, Leuchten und Fensterstürze, dann Wände, Fensterbänke und Heizkörper, ganz zuletzt der Boden. Wenn Sie ihn zuerst saugen, fällt der Staub von oben wieder darauf, und Sie saugen zweimal.
  2. Trocken vor nass. Mit Wasser wird Gipsstaub zu einem Schmierfilm, der in die Poren zieht und auf Fliesen einen grauen Schleier hinterlässt. Saugen Sie deshalb erst alles mit einem Industriesauger der Staubklasse M ab, auch Fensterfalz und Steckdosenrahmen. Die Staubklasse gibt an, wie viel Feinstaub der Filter durchlässt.
  3. Zementschleier. Die üblichen Entferner dafür sind sauer. Chlorreiniger nie mit Säure zusammenbringen, dabei entsteht giftiges Chlorgas. Ist unklar, was zuletzt in Dusche oder Bodenablauf war, kommt dort weder Säure noch saures Spülwasser hin. Nehmen Sie sie nur auf Feinsteinzeug und säurefesten Fliesen, und dort erst, wenn der Fugenmörtel ausgehärtet ist. Wie lange das dauert, steht auf dem Fugenmörtel und auf dem Entferner. Marmor, Kalkstein, Travertin, Terrazzo und Betonwerkstein vertragen keine Säure. Unbekannten Stein behandeln Sie wie Marmor, ohne Säure.
  4. Beim Ansetzen. Ätzende Konzentrate nur mit Schutzbrille und Handschuhen. In den Eimer kommt zuerst kaltes Wasser, dann das Konzentrat im Verhältnis vom Etikett. Andersherum spritzt es, und in warmem Wasser dampft es stärker. Armaturen, Abläufe und Metallprofile decken Sie vorher ab, denn Säure schadet Chrom und Metall. Bevor der Entferner auf die Fliesen kommt, nässen Sie die Zementfugen satt mit Wasser, damit die Säure nicht hineinzieht. Dann nur kurz einwirken lassen, abbürsten, bevor etwas antrocknet, und mit viel kaltem Wasser nachspülen. Spritzer auf Metall spülen Sie sofort ab.
  5. Kleberreste. Etiketten auf Glas weichen Sie mit Wasser ein und heben sie mit dem Glasschaber im flachen Winkel ab. Schauen Sie vorher nach dem Stempel in der Scheibenecke, weil Einscheibensicherheitsglas den Schaber schlechter verträgt. An Kunststoffrahmen setzen Sie keinen Schaber an. Den restlichen Kleber lösen Sie mit Spiritus oder Zitrusreiniger. Spiritus ist leicht entzündlich. Lüften Sie dabei und halten Sie Flammen fern.
  6. Fenster, erster Durchgang. Sobald die Scheibe mit Einwascher und Glasreiniger nass ist, heben Sie einzelne Mörtel- und Farbspritzer mit dem Schaber ab und ziehen die Scheibe danach ab. Die Rahmen wischen Sie mit Neutralreiniger, Silikonreste nehmen Sie mit Silikonentferner ab.
  7. Zum Schluss der Boden. Nehmen Sie zum ersten Wischen Neutralreiniger und zwei Eimer, auf Parkett und Laminat nur wenig Wasser. Wurde das Parkett vor Ort versiegelt oder geölt, saugen Sie es bis zum Ende der Aushärtezeit auf dem Gebinde nur und wischen erst danach nebelfeucht. Kleberreste vom Bodenleger entfernen Sie nur mit dem Mittel, das der Belagshersteller freigibt, weil Aceton Vinyl und Parkettlack anlöst.
Schon beim Ausbau absprechen: Bitten Sie den Fliesenleger, die Fliesen nach dem Verfugen mit dem feuchten Schwamm abzuwaschen, statt den Mörtel mit dem Tuch zu verschmieren. Die Schutzfolie an den Fensterrahmen lassen Sie abziehen, sobald außen verputzt und gestrichen ist und bevor die Frist aus der Herstellerangabe abläuft. Unter Sonne härtet ihr Kleber mit der Zeit aus, dann bleiben Reste auf dem Rahmen.

Endreinigung erst nach der Mängelbegehung

Die Endreinigung bekommen Bauherr, Vermieter oder Käufer zu sehen. Der richtige Termin liegt ein bis zwei Tage vor der Übergabe und frühestens am Tag nach der Mängelbegehung, wenn kein Handwerker mehr kommt. Strom, Wasser und ein Schlüssel müssen dann vor Ort sein.

  • Fliesen und Feinsteinzeug. Beide bekommen eine alkalische Grundreinigung, Feinsteinzeug bei Bedarf mit Einscheibenmaschine und Pad. Schutzbrille und Handschuhe gehören auch hier dazu, weil Laugen das Auge meist schwerer verätzen als Säuren. Saure Reiniger bringen Sie nie mit Rohrreiniger oder Grundreiniger zusammen, denn Säure und Lauge reagieren heiß und spritzen. Zwischen zwei Mitteln spülen Sie deshalb mit viel klarem Wasser nach.
  • Parkett, Vinyl, Linoleum. Die Erstpflege für diese Beläge steht in der Pflegeanleitung des Herstellers, bei vielen sind es zwei dünne Aufträge. Den zweiten tragen Sie erst auf, wenn der erste ganz trocken ist. Manche Beläge sind ab Werk vergütet und brauchen gar keine Erstpflege.
  • Glas von beiden Seiten. Falz und Dichtungen nehmen Sie mit, die Fensterbänke wischen Sie innen und außen. Prüfen Sie die Scheiben im Gegenlicht, weil man Streifen erst dort sieht.
  • Chlor und Säure nie zusammen. Dabei entsteht giftiges Chlorgas. Säure steckt in Entkalkern, sauren WC-Reinigern, Essig und Zitronensäure. Chlor steht selten groß auf der Flasche. Auf dem Etikett heißt es Natriumhypochlorit oder Aktivchlor, meist in Rohrreiniger-Gel und Schimmelspray. Auf dem Bau weiß man nie, was der Installateur schon ins WC, in die Duschfugen oder in den Abfluss gegeben hat. Kann das keiner sagen, bleibt Säure dort weg. Riecht es im Bad nach Chlor, erst lüften und mehrmals mit Wasser nachspülen.
  • Wanne und Dusche. Gegen Kalk und Zementstaub hilft hier ein saurer Sanitärreiniger. Den nehmen Sie nur, wenn feststeht, dass kein Chlor im Ablauf war, also kein Rohrreiniger-Gel, Schimmelspray oder WC-Gel mit Chlor. Außerdem gehört er nur auf säurefeste Fliesen und Glas. Auf Marmor, Kalkstein, Travertin, Terrazzo und Betonwerkstein kommt er nicht. Die Fugen nässen Sie vor wie bei der Feinreinigung und spülen danach kalt nach. Armaturen, Ablaufgitter und Metallprofile vertragen den sauren Reiniger nicht. Decken Sie sie ab oder spülen Sie Spritzer gleich weg. Scheuermilch und kratzende Schwämme haben dort nichts zu suchen.
  • Armaturen und Siphons. Für den Kalk an Armaturen reicht ein milder Reiniger auf Zitronensäurebasis. Sprühen Sie ihn aufs Tuch, nie direkt auf die Armatur, und wischen Sie damit nur außen über Armatur und Siphon. Nach kurzer Einwirkzeit wischen Sie mit klarem Wasser nach und reiben mit einem weichen Tuch trocken. Die Siphons füllen Sie mit Wasser, sonst zieht durch den trockenen Geruchsverschluss Kanalgeruch in die Wohnung.
  • Küche innen und außen. Vor dem Reinigen eines Geräts ziehen Sie den Netzstecker. In den Geräten ziehen Sie dann die Schutzfolien ab, die Schubladen saugen Sie aus, und zum Schluss wischen Sie Fronten, Arbeitsplatte und Spüle.
  • Griffe, Schalter und Leuchten. Türen, Zargen, Türgriffe, Heizkörper, Rohrleitungen und Treppengeländer kommen dran, auch die Innenseite der Briefkästen. Schalter und Steckdosen wischen Sie nur nebelfeucht ab, mit einem Tuch, aus dem kein Tropfen mehr läuft. Fest angeschlossene Leuchten schalten Sie vor dem Abwischen aus. Offene Dosen und herausstehende Leitungen fassen Sie nicht an und saugen sie auch nicht ab. Melden Sie sie der Bauleitung, gewischt wird erst, wenn die Abdeckung sitzt.

Wo Säure, Klinge und Pflegefilm Schaden anrichten

Zementschleier auf Naturstein oder Betonwerkstein

Auf diesen Steinen nehmen Sie keine Säure. Stattdessen bearbeiten Sie einen dünnen Schleier mit Einscheibenmaschine und Pad, dazu kommen Wasser und alkalischer Grundreiniger. Die Maschine verspritzt die Lauge, deshalb tragen Sie auch dafür Schutzbrille und Handschuhe.

Auf poliertem Stein testen Sie das zuerst an einer verdeckten Stelle, weil das Pad ihn matt machen kann. Wenn der Schleier danach noch zu sehen ist, muss ein Fachbetrieb für Naturstein den Boden nachschleifen.

Kratzer im Glas

Beim Vorspannen von ESG im Ofen brennen sich winzige Glaspartikel in die Oberfläche ein. Die Klinge reißt sie los und zieht sie über die Scheibe, auch wenn Sie nass und mit scharfer Klinge arbeiten.

Auf ESG kommt der Schaber nur an einzelne Spritzer, und zwar erst nach einem Test an einer unauffälligen Ecke und nach Absprache mit dem Bauherrn. Auf normalem Glas arbeiten Sie nass und schieben nur in eine Richtung, denn schon ein Sandkorn unter der Klinge zieht einen Kratzer. Wir wechseln die Klinge bei der ersten Scharte. Auf beschichtetem Glas lassen Sie den Schaber ganz weg.

Milchiger Pflegefilm

Auf feuchtem Untergrund wird der Pflegefilm milchig. Lassen Sie den Boden nach dem Nasswischen vollständig abtrocknen, bevor die Erstpflege draufkommt.

Aus unserem Laden

Produkte aus diesem Artikel

Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.

Häufige Fragen dazu

Was kostet eine Bauschlussreinigung?

Ohne Besichtigung lässt sich das nicht seriös beziffern. Den Preis bestimmen vor allem die Fläche, die Zahl der Fenster, die Menge an Zementschleier und Kleberresten und die Frage, welche der drei Stufen gebraucht werden.

Schaffe ich die Bauschlussreinigung auch selbst?

Die Grobreinigung schon, Sie tragen vor allem Schutt raus und saugen oder kehren feucht. Für Fein- und Endreinigung brauchen Sie einen Industriesauger, einen Glasschaber und die passenden Mittel für Zementschleier und Erstpflege. Falls dabei etwas schiefgeht, bleiben Kratzer im Glas meist, und angeätzten Naturstein kann nur ein Fachbetrieb nachschleifen.

Reicht mein normaler Staubsauger für den Baustaub?

Für den Baustaub eines ganzen Hauses nicht, für ein paar Krümel schon. Gips- und Zementstaub ist so fein, dass er Beutel und Filter eines Haushaltssaugers schnell zusetzt. Was durch den Filter geht, landet wieder in der Raumluft und auf den Flächen. Wir nehmen für Baustaub einen Industriesauger der Staubklasse M.

Der Maler kommt nach der Endreinigung noch mal. Muss dann alles neu gereinigt werden?

In der Regel nur die Räume, in denen gearbeitet wurde, und die Wege dorthin. Klären Sie die Nachreinigung mit der Bauleitung, damit feststeht, wer sie bezahlt.

Bevor Sie loslegen

Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.

Kein Rechtsrat: Aussagen zu Miet-, Vertrags- und Arbeitsrecht geben unsere Praxiserfahrung wieder und ersetzen keine Rechtsberatung. Verbindlich klärt das ein Anwalt oder Ihr Mieterverein.