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Baustaub entfernen nach Renovierung

Privat Lesezeit 5 Minuten · Klar GmbH, Gebäudereinigung Penzberg

Baustaub geht nur in dieser Reihenfolge weg: trocken von oben nach unten abstauben, zweimal mit dem Bausauger saugen und erst zum Schluss feucht wischen. Ein nasser Lappen macht aus Gips- und Zementstaub Schlamm, und ein Haushaltssauger ohne HEPA-Filter bläst einen Teil davon zurück in den Raum.

Baustaub entfernen nach Renovierung

Warum Baustaub tagelang nachrieselt

Gips, Zement, Putz, Fliesenschnitt und Spachtelmasse hinterlassen Staub, der feiner ist als Hausstaub. Ein Teil davon sind harte Körner. Der grobe Anteil liegt nach ein paar Stunden unten, die feinen Teilchen schweben länger und setzen sich über Tage ab. Deshalb liegt am Morgen nach dem Wischen wieder Staub, auch wenn seit dem Vortag niemand mehr gearbeitet hat.

Wie sich der Staub beim Putzen verhält, hängt vom Material ab:

  • Gipsstaub wird mit Wasser zu Brei und trocknet als weißer Schleier.
  • Zementstaub ist alkalisch, bindet mit Wasser ab und haftet dann wie Mörtel. Feucht reizt er die Haut und schadet den Augen.
  • Holzstaub ist leicht, lädt sich elektrostatisch auf und hängt deshalb an Wänden und Decken.
  • Fliesen-, Stein-, Putz-, Mörtel- und Betonstaub enthält Quarz, der Oberflächen beim Wischen anschleift.

Geräte für Decke, Wand und Boden

Wir nehmen für Baustaub einen Bausauger der Staubklasse M. Für Decken, Möbel und den feuchten Durchgang kommen Mopp und Tücher dazu.

GerätTaugt fürTaugt nicht für
Bausauger, Staubklasse MBöden, Ritzen, Sockelleisten, beide Saugdurchgängenasse Flächen, außer mit Nassfunktion
Haushaltssaugerein Zimmer, nur mit HEPA-Filter (H13) und Beutelgrößere Mengen, Geräte ohne HEPA-Filter
Trockenmopp aus Mikrofaser am StielDecken und Wändenassen Einsatz auf Gipsstaub
StaubbindetuchMöbel, Türen, Fensterbänke, Heizkörpergroße Böden
Mikrofasertuch, nebelfeuchtletzten Durchgang auf Türen, Schaltern, Fensterbänkenersten Durchgang
Flachmopp, nebelfeuchtBöden nach dem zweiten Saugenungesaugte Böden
Besengroben Schutt draußenInnenräume, wirbelt Feinstaub auf

Nebelfeucht heißt: Tuch und Mopp so fest auswringen, dass kein Tropfen mehr kommt.

Der Ablauf über zwei Tage

Vorher prüfen, ob Asbest im Spiel ist. Wurden in einem Haus, das vor 1993 gebaut wurde, Fliesenkleber, Spachtel, Putz oder alte Bodenbeläge abgebrochen, kann der Staub Asbest enthalten. Dann fangen Sie nicht selbst an, denn Bausauger der Klasse M und FFP2-Maske sind dafür nicht ausgelegt. Fragen Sie einen Fachbetrieb für Asbestsanierung.

  1. Nach dem letzten Handwerkertag. Lassen Sie die Fenster über Nacht offen und fangen Sie erst am nächsten Morgen an. Was jetzt noch schwebt, liegt bis dahin zum großen Teil unten.
  2. Grobes zuerst. Setzen Sie schon jetzt eine FFP2-Maske auf, weil Schutt und Abdeckfolien beim Hinaustragen viel Feinstaub aufwirbeln. Tragen Sie Schutt und Reste hinaus und legen Sie die Folien vorsichtig zusammen, ohne sie auszuschütteln.
  3. Von oben nach unten. Die Maske bleibt auf. Mit dem Trockenmopp geht es über Decken und Wände, mit dem Staubbindetuch über Lampen, Tür- und Fensterrahmen und Heizkörper. Der Boden kommt zuletzt dran, weil alles nach unten fällt.
  4. Erster Durchgang mit dem Sauger. Fahren Sie langsam mit der Bodendüse, jede Bahn ein Stück über die vorige. An Fugen, Sockelleisten und Steckdosen kommt die Fugendüse drauf. Nach jedem Raum lösen Sie die Filterabreinigung des Saugers aus. Den Filter dafür nicht herausnehmen und nicht ausklopfen, sonst fliegt der gesammelte Feinstaub wieder heraus.
  5. Am nächsten Tag. Saugen Sie alles ein zweites Mal. Wir lassen zwischen den beiden Durchgängen eine Nacht vergehen, weil sich der Feinstaub bis dahin noch einmal absetzt.
  6. Erst jetzt feucht. Wischen Sie mit dem Flachmopp und einem Neutralreiniger und wechseln Sie den Bezug, sobald er grau ist. Danach folgt ein zweiter Durchgang mit klarem Wasser. Wenn das Wischwasser milchig wird, gehen Sie zurück zum Sauger. Eine Wischpflege für den Belag kommt, wenn überhaupt, erst im letzten Durchgang auf den sauberen Boden, und danach wischen Sie nicht mehr mit Wasser nach.
  7. Glas und Schalter zum Schluss. Staubige Scheiben innen und außen zuerst mit viel Wasser und einem Einwascher oder Schwamm abwaschen. Ein Tuch auf trockenem Staub reibt sonst die Quarzkörner über das Glas. Danach arbeiten Sie mit Glasreiniger und Mikrofasertuch nach. Mit demselben Tuch gleich über Fensterbänke, Türen und Schalter. Den Reiniger dabei aufs Tuch sprühen, nie direkt auf Schalter oder Steckdose, und dort nur nebelfeucht arbeiten. Für Putz- und Farbspritzer taugt der Glasschaber nur punktuell auf normalem Fensterglas, das vorher nass gewaschen wurde. Neue Fenster haben oft ESG oder beschichtetes Glas, auf dem die Klinge Kratzer hinterlässt. Fragen Sie dort vorher beim Fensterbauer nach und weichen Sie Spritzer lieber mit Wasser ein, bevor Sie sie mit einem weißen Pad abnehmen.
Streiflicht zeigt den Rest: Halten Sie eine Taschenlampe flach über den Boden. Wo ein Schleier sichtbar wird, wischen Sie noch einmal.

Wo Baustaub nach dem Putzen noch sitzt

Nach dem ersten Saugen hält sich der Staub noch an diesen Stellen:

  • Oberkanten von Türen, Türrahmen, Schränken und Bilderrahmen
  • Heizkörper innen. Zwischen die Lamellen kommen Sie mit einer Heizkörperbürste, den Sauger halten Sie direkt daneben.
  • Lüftungsgitter und die Metallfettfilter der Dunstabzugshaube, die sich abnehmen und waschen lassen
  • Rahmen von Steckdosen und Lichtschaltern. Hier fahren Sie mit der Fugendüse entlang.
  • Fensterfalz und Rollladenkasten, erst mit der Fugendüse und danach mit einem feuchten Tuch
  • Schubladen und Schränke innen. Räumen Sie sie aus, saugen Sie sie aus und wischen Sie feucht nach.
Neue Lüftungsfilter erst nach dem Putzen: Wenn Sie eine kontrollierte Wohnraumlüftung haben, wechseln Sie die Filter erst nach der Reinigung und reinigen die Zu- und Abluftventile. Neue Filter setzen sich sonst mit dem restlichen Feinstaub gleich wieder zu. Lief die Anlage während der Bauarbeiten ohne Schutz, sollte ein Fachbetrieb für Lüftungstechnik die Kanäle prüfen, weil dort Staub sitzen kann.

Gipsschleier, Zementschleier und frische Böden

Weißer Film nach zu frühem Wischen

Nach Renovierungen sehen wir immer wieder einen weißen, fest haftenden Film auf Fliesen und Parkett. Er entsteht, wenn nasser Gipsstaub antrocknet. Saugen Sie dann noch einmal und wischen Sie mehrmals mit klarem Wasser nach. Den Bezug wechseln Sie dabei oft, und auf Parkett arbeiten Sie nur nebelfeucht.

Grauer Schleier auf neuen Fliesen

Ein grauer, matter Film nach dem Verfugen ist meist Zementschleier aus dem Fugenmörtel, kein Staub. Er geht mit einem sauren Zementschleierentferner weg. Wie lange frische Fugen vorher aushärten müssen, wie stark Sie verdünnen und wie lange das Mittel einwirkt, steht auf dem Etikett. Halten Sie sich daran, auch wenn der Schleier stört: Zu früh aufgetragen, frisst die Säure die Fuge an.

Steht auf dem Etikett des Konzentrats das Ätzsymbol, arbeiten Sie mit Schutzbrille und Handschuhen. Geben Sie erst kaltes Wasser in den Eimer, dann das Konzentrat.

Chlorreiniger und Säure nie zusammen verwenden, auch nicht direkt nacheinander. Schon Reste in der Fuge oder im Tuch reichen, dann entsteht giftiges Chlorgas. Zwischen zwei Mitteln deshalb immer gründlich mit klarem Wasser nachspülen.

Zementfugen sind säureempfindlich, deshalb nässen Sie sie vor dem Entferner mit Wasser vor. Armaturen, Wanne, Metallschienen und Fensterrahmen abdecken oder ebenfalls nass machen, weil die Säure Chrom, Emaille, Aluminium und Eloxal angreift. Spritzer dort sofort mit Wasser abspülen. Nach der Einwirkzeit bürsten Sie ab und spülen gründlich mit kaltem Wasser nach.

Marmor, Kalkstein, Travertin und Terrazzo vertragen keine Säure. Säure löst den Stein an, es bleiben matte, helle Stellen. Bei unbekanntem Stein gilt dasselbe wie bei Marmor: keine Säure. Zementschleier auf solchen Steinen überlassen Sie dem Fliesenleger oder einem Fachbetrieb.

Frisch geöltes oder versiegeltes Parkett

Geöltes oder versiegeltes Parkett braucht Zeit, bevor es feucht gewischt werden darf. Bis dahin nur trocken mit Mikrofaser wischen.

Wann Selberputzen nach dem Umbau reicht

Ein renoviertes Zimmer schaffen Sie an einem Wochenende mit einem geliehenen Bausauger. Bei einer ganzen Wohnung, einem Neubau oder nach Abbrucharbeiten rieselt der Feinstaub tagelang nach. Ohne Industriesauger und Teleskopstangen sind Sie dann eher eine Woche beschäftigt.

Wenn in einem Haus, das vor 1993 gebaut wurde, Fliesenkleber, Spachtel, Putz oder alte Bodenbeläge abgebrochen wurden, kann der Staub Asbest enthalten. Ein Bausauger der Klasse M und eine FFP2-Maske sind dafür nicht ausgelegt. Wie oben gesagt: Diesen Staub nicht selbst saugen, sondern einen Fachbetrieb für Asbestsanierung fragen.

Eine Baureinigung vom Betrieb läuft in drei Durchgängen: grob im Ausbau, fein nach Maler, Boden- und Fliesenleger, zum Schluss die Endreinigung vor der Übergabe. Zur Feinreinigung gehören Zementschleier auf Fliesen, Fensterfalze, Steckdosen und Einbauschränke innen, zur Endreinigung das Glas innen und außen.

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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.

Häufige Fragen dazu

Kann ich meinen normalen Staubsauger nehmen?

Für ein Zimmer ja, wenn er einen echten HEPA-Filter (H13 oder besser) hat und ein Beutel drin ist. Bei größeren Mengen setzt sich der Beutel schnell zu, und der Motor kann überhitzen. Einen Bausauger der Staubklasse M vermieten Baumärkte und Werkzeugverleihe tageweise.

Mein Staubsauger zieht seit der Renovierung kaum noch. Ist er kaputt?

Meist sind Beutel und Filter voller Feinstaub. Setzen Sie beides neu ein, bevor Sie wieder normal saugen, sonst bläst das Gerät den Baustaub beim nächsten Hausputz zurück in die Wohnung.

Reicht beim Saugen eine OP-Maske?

Nein. Beim trockenen Saugen und Abstauben von Gips-, Zement-, Fliesen- oder Holzschleifstaub tragen Sie eine FFP2-Maske, weil der Feinstaub bis in die Lunge gelangt. In Fliesen-, Putz-, Mörtel- und Betonstaub steckt außerdem Quarz, und Schleifstaub von Eiche und Buche gilt als krebserzeugend. Beim Feuchtwischen nach dem Saugen ist die Belastung gering.

Geht Baustaub mit dem Dampfreiniger weg?

Als ersten Schritt nicht, weil Dampf aus Gips- und Zementstaub einen Brei macht, der in Fugen und Poren eintrocknet. Auf Fliesen können Sie den Dampfreiniger nach dem zweiten Saugen nehmen, auf Parkett lassen Sie ihn weg.

Bevor Sie loslegen

Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.

Kein Rechtsrat: Aussagen zu Miet-, Vertrags- und Arbeitsrecht geben unsere Praxiserfahrung wieder und ersetzen keine Rechtsberatung. Verbindlich klärt das ein Anwalt oder Ihr Mieterverein.