Warum der Film klebt und gelb wird
Beim Braten steigen feine Fetttröpfchen mit dem Dampf auf und schlagen sich auf kühleren Flächen nieder. Das meiste landet auf den Hängeschränken über dem Herd, auf ihren Oberseiten und an der Wand hinter dem Kochfeld. Den ältesten Film finden wir oben auf den Schränken, weil dort am seltensten jemand wischt.
Frischer Film ist weich und geht mit Spülmittel ab. Nach ein paar Wochen wird er zäh, bindet Staub und färbt sich gelb. Dann hilft erst ein alkalisches Mittel wie Fettlöser oder Soda, weil es das Fett verseift und Wasser es danach aufnimmt.
Nicht jeder Fleck auf der Front ist Fett. Im Streiflicht können Sie ihn zuordnen:
- Klebrige, gelbliche Stellen sind Fettfilm. Sie gehen mit verdünntem Fettlöser ab.
- Matte Stellen auf Hochglanz kommen von Kratzern beim Scheuern oder von angelöstem Lack. Feine Kratzer mildert teils die Politur des Frontenherstellers, angelöster Lack braucht den Tischler oder eine neue Front.
- Weiße Ränder und Schlieren sind Reste von zu viel Reiniger. Wischen Sie mit klarem Wasser nach und polieren Sie trocken.
Was jede Frontart verträgt
Den meisten Schaden an Fronten sehen wir durch unverdünnten Fettlöser. Starke Fettlöser liegen bei pH 11 bis 13, manche schon als gebrauchsfertiges Spray. Melamin hält das meist aus, während Lack und Folie davon stumpf werden und auf Holz graue Flecken bleiben.
| Front | Reiniger | Nie |
|---|---|---|
| Hochglanz-Lack | Neutralreiniger, bei Fett Fettlöser in der schwächsten Stufe | Scheuerschwamm, reiner Alkohol |
| Folie, Acryl | Neutralreiniger, bei Fett Fettlöser in der schwächsten Stufe | Alkohol, Aceton, unverdünnter Fettlöser |
| Matt-Lack, Anti-Fingerprint | Neutralreiniger, weiches Tuch | Politur (gibt Glanzstellen) |
| Melamin, Schichtstoff | Fettlöser verdünnt | Scheuerpulver |
| Holz lackiert | Neutralreiniger, Tuch gut ausgewrungen | stehende Nässe, unverdünnter Fettlöser |
| Holz geölt | Holzseife laut Etikett, danach nachölen | Fettlöser und Soda (graue Flecken) |
| Edelstahl | Fettlöser verdünnt, danach Edelstahlpflege | Chlorreiniger, Stahlwolle, Wischen quer zum Schliff |
Wie weit Sie verdünnen, steht als Spanne auf dem Etikett. Fangen Sie mit der schwächsten Stufe an und probieren Sie sie zuerst an einer verdeckten Stelle, etwa innen an der Tür.
Fronten und Hängeschränke abwaschen
- Oberseiten zuerst trocken. Nehmen Sie den losen Staub oben auf den Hängeschränken mit einem trockenen Tuch ab. Mit Wasser würde der fettige Staub dort nur schmieren. Steigen Sie auf einen Tritt oder eine Stehleiter, nicht auf Stuhl oder Arbeitsplatte. Lehnen Sie sich nicht seitlich hinaus, stellen Sie die Leiter lieber um.
- Reiniger ansetzen. Füllen Sie kaltes Wasser in die Sprühflasche und geben Sie dann den Fettlöser in der Stufe dazu, die zur Front passt. Umgekehrt spritzt es, warmes Wasser setzt mehr Dämpfe frei. Der Fettlöser selbst bleibt in der Originalflasche mit Etikett, die Gebrauchslösung kommt nur in eine beschriftete Sprühflasche. Wenn auf dem Etikett das Ätzsymbol steht, tragen Sie Schutzbrille und Handschuhe. Matt-Lack, Anti-Fingerprint und lackiertes Holz bekommen stattdessen Neutralreiniger, geöltes Holz Holzseife. Hochglanz, Folie und Acryl bekommen Neutralreiniger, bei Fett den Fettlöser in der schwächsten Stufe.
- Aufs Tuch sprühen. Sprühen Sie den Reiniger auf ein Mikrofasertuch, nicht auf die Front, sonst läuft er in Kanten und Folienfugen. Über Kopf an den Hängeschränken bekommen Sie so auch nichts ins Auge. Lauge im Auge ist schlimmer als Säure.
- Bei dickem Film. Lassen Sie den Reiniger kurz auf der Front stehen, solange er nicht antrocknet. Oben auf die Hängeschränke kommt ein feuchtes, nicht tropfendes Tuch mit verdünntem Fettlöser. Halten Sie es von Kanten und Bohrungen fern und wischen Sie nach ein paar Minuten trocken nach.
- In einer Richtung. Nehmen Sie den Film ohne Druck ab und wenden und spülen Sie das Tuch oft, weil ein fettiges Tuch den Film nur verteilt.
- Klar nachwischen. Danach geht ein zweites Tuch mit klarem Wasser über die Front. Bleibt Reiniger stehen, zieht er neuen Staub an.
- Zum Schluss polieren. Für Hochglanz nehmen Sie ein weiches Baumwolltuch, Edelstahl reiben Sie in Schliffrichtung trocken.
Soda statt Essig gegen Küchenfett
Unter den Hausmitteln hilft Soda gegen alten Film am ehesten. Verwechseln Sie es nicht mit Natron, denn eine Natronlösung liegt bei pH um 8 und kommt gegen alten Film kaum an. Soda staubt beim Anrühren und reizt die Augen, die heiße Lösung greift die Haut an. Also Handschuhe an und das Gesicht nicht über den Eimer halten, eine Schutzbrille schadet nicht.
| Mittel | Wirkung auf Fett | Wo es passt |
|---|---|---|
| Spülmittel, ein Spritzer in warmes Wasser | löst frischen Film, für alten zu schwach | alle Fronten, danach klar nachwischen |
| Soda, 2–3 EL auf 5 l heißes Wasser | löst auch alten Film, pH um 11 | Melamin, Fliesen, Edelstahl; nicht auf Lack, Folie, Holz, Aluminium |
| Essig | löst Kalk, kein Fett | gegen Fett nirgends; auf Marmor, Kalkstein, Travertin und Terrazzo hinterlässt er matte, helle Flecken |
| Backofenspray | starke Lauge, meist ätzend | nur im Backofen, greift Fronten und Kanten an |
| Melaminschwamm | schleift wie feines Schleifpapier | nur einzelne Striche auf Schichtstoff; Hochglanz wird matt, Matt-Lack glänzt |
Essig nie zusammen mit Chlorreiniger benutzen, auch Entkalker, saure WC-Reiniger oder Zitronensäure nicht, sonst entsteht giftiges Chlorgas.
Dunstabzug, Griffe und Fliesenspiegel
Fettfilter der Dunstabzugshaube
Etwa alle 4 Wochen sind die Metallfettfilter dran, sofern die Anleitung der Haube nichts anderes sagt. Edelstahlfilter vertragen die Spülmaschine oder 30 Minuten in heißem Wasser mit 2 bis 3 Esslöffeln Soda auf 5 l. Aluminiumfilter laufen in Soda und mit normalen Spülmaschinen-Tabs dunkel an, für sie reicht heißes Wasser mit Spülmittel.
Bevor Sie das Gehäuse abwischen, ziehen Sie den Netzstecker der Haube oder schalten die Sicherung aus und lassen die Leuchten abkühlen. Dann geht das Tuch mit verdünntem Fettlöser über das Gehäuse, Edelstahl bekommt danach Edelstahlpflege. An Bedienfeld und Schaltern nehmen Sie das Tuch nur nebelfeucht. Dafür wringen Sie es aus, bis kein Tropfen mehr kommt.
Griffe und Falze
An die Griffe kommt Fett aus dem Dampf und von den Händen, in den Falzen der Fronten setzt es sich fest. Griffe, Griffleisten und Griffmulden-Profile aus Aluminium vertragen nur Spülmittel oder Neutralreiniger, weil alkalischer Fettlöser das Eloxal matt und fleckig macht. Bei Griffen aus Edelstahl, Kunststoff oder Chrom nehmen wir eine alte Zahnbürste mit verdünntem Fettlöser und wischen danach mit dem Tuch nach. An Folienfronten drücken Sie die Bürste nicht in die Kante.
Wand hinter dem Herd
Fliesen vertragen verdünnten Fettlöser. Auf einer gestrichenen Wand geht beim Reiben die Farbe mit, deshalb nur mit Neutralreiniger abtupfen.
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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Macht Mikrofaser Hochglanzfronten kaputt?
Ein weiches, sauberes Mikrofasertuch schadet nass und ohne Druck in der Regel nicht. Trocken und mit Druck zieht die Faser dagegen feine Kratzer, die im Gegenlicht als matte Wolken zu sehen sind. Manche Frontenhersteller schreiben ein Baumwolltuch vor, dann gilt ihre Pflegeanleitung.
Die Folie an meiner Schranktür löst sich an der Kante. Habe ich zu nass geputzt?
Das kann sein, denn Wischwasser, das in die Kante zieht, lässt die Platte darunter aufquellen. Hitze vom Backofen löst die Folie aber genauso. Wischen Sie die Stelle nur noch mit gut ausgewrungenem Tuch, eine kleine gelöste Ecke lässt sich mit Kontaktkleber nachkleben. Wenn die Folie gewellt oder die Platte aufgequollen ist, tauscht der Küchenhändler oder Tischler die Front.
Wie oft wird die Teeküche im Büro gereinigt?
Arbeitsflächen und Spüle täglich, die Schrankfronten einmal pro Woche. Die Oberseiten der Hängeschränke kommen bei der Grundreinigung dran, meist zweimal im Jahr. Für den Fettfilter der Haube gilt ihre Anleitung, bei viel Kocherei öfter.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




