Wo im Kühlschrank die Keime sitzen
Listerien und Pseudomonaden vermehren sich auch bei Kühlschranktemperatur weiter, nur langsamer. Sie sammeln sich vor allem an fünf Stellen:
- Die Ablauföffnung an der Rückwand leitet das Tauwasser ab. Setzen Krümel und Biofilm sie zu, steht Wasser im Gemüsefach und es riecht.
- In den Falten der Türdichtung halten sich Krümel und Feuchtigkeit. Dort sehen wir die ersten schwarzen Schimmelpunkte.
- Mit der Erde von Karotten und Salat kommen Bodenbakterien ins Gemüsefach, und die feuchte Luft dort lässt sie wachsen.
- Auf den untersten Glasboden über dem Gemüsefach tropft Saft von rohem Fleisch und Fisch.
- Am Griff und an der Türaußenseite landen Keime von Händen, die eben noch rohes Fleisch angefasst haben.
Welche Mittel in den Kühlschrank dürfen
Die Kunststoffwände und die Gummidichtung vertragen nicht jedes Mittel.
| Mittel | Wofür | Hinweis |
|---|---|---|
| Warmes Wasser mit Spülmittel | Glasböden, Fächer, Innenwände, Dichtung | Grundmittel für die normale Reinigung |
| Verdünnter Essig | Kalkflecken an den Innenwänden | nicht an Dichtung und Aluminium |
| Natron, 1 EL auf 1 l Wasser | Geruch, Kunststoffwände | mild, gut für Kunststoff |
| 70-prozentiger Alkohol aus der Apotheke | Schimmelpunkte an Dichtung und Wänden | leicht entzündlich, nur bei gezogenem Stecker |
| Chlorreiniger, Scheuermilch | nicht geeignet | Chlor ist im Kühlschrank unnötig, Scheuermilch zerkratzt Kunststoff |
Schauen Sie vor Essig oder Alkohol kurz in die Anleitung. Manche Hersteller schließen beides für den ganzen Innenraum aus, vor allem für die Dichtung.
Bringen Sie Chlorreiniger nie mit Essig oder Alkohol zusammen, dabei entstehen giftige Gase. Chlor steht oft nicht im Produktnamen. Auf dem Etikett heißt es Natriumhypochlorit oder Aktivchlor.
Das Umweltbundesamt hält Desinfektionsmittel im Privathaushalt in der Regel für nicht erforderlich, in Gewerbeküchen regelt das der HACCP-Hygieneplan. Gründliches Reinigen mit Spülwasser und Trocknen genügt, auch nach ausgelaufenem Fleischsaft. Desinfizieren Sie nur, wenn Arzt oder Gesundheitsamt es raten, etwa bei einer ansteckenden Krankheit oder Immunschwäche in der Familie.
Dann wischen Sie Glasböden, Wände und Griff nach dem Putzen einmal mit klarem Wasser ab, damit kein Spülmittel zurückbleibt. Das Mittel für den Lebensmittelbereich setzen Sie nur mit Wasser an, nie zusammen mit Reiniger. Tragen Sie es mit Handschuhen auf und lassen Sie es so lange wirken, wie das Etikett angibt. Zum Schluss noch einmal klar nachwischen.
Kühlschrank in sieben Schritten reinigen
- Leer und stromlos. Die Kühlware kommt in eine Kühltasche, Abgelaufenes und angebrochene Reste ohne Datum werfen Sie weg. Dann ziehen Sie den Netzstecker. Bei einem Einbaugerät, an dessen Stecker Sie nicht herankommen, schalten Sie die Sicherung für das Gerät aus.
- Glasböden in die Spüle. Nehmen Sie Glasböden und Fächer heraus und reinigen Sie sie in warmem Spülwasser. Lassen Sie die Böden vorher kurz auf Raumtemperatur kommen, ein eiskalter Glasboden kann in heißem Wasser springen.
- Ablauf an der Rückwand. Die kleine Öffnung ganz unten stoßen Sie vorsichtig mit Pfeifenreiniger oder Wattestäbchen durch. Danach gießen Sie mit einer Spritze oder kleinen Kanne etwas warmes Wasser nach. Sobald es abläuft, ist der Weg frei.
- Der Innenraum. Wischen Sie Rückwand, Seiten, Decke und Boden erst mit Spülwasser und dann mit klarem Wasser aus. Dafür reicht ein Mikrofasertuch. Ausgelaufenen Fleischsaft saugen Sie zuerst mit Küchenpapier auf, reinigen die Stelle gründlich mit Spülwasser und waschen das Tuch danach bei 60 °C.
- An der Tür. Die Gummifalten der Dichtung wischen Sie mit einem Tuch über dem Löffelstiel oder mit einer alten Zahnbürste und Spülwasser aus. Schwarze Punkte an Dichtung und Wänden wischen Sie erst ab, tupfen sie dann einzeln mit 70-prozentigem Alkohol ab, sofern die Anleitung das erlaubt, und lassen sie trocknen.
- Hinten am Gerät. Kommen Sie von hinten an die Tauwasserschale auf dem Kompressor heran, lassen Sie den Kompressor erst abkühlen, er kann heiß sein. Dann leeren Sie die Schale und waschen sie in Spülwasser aus. Eine festsitzende Schale lassen Sie drin.
- Zum Schluss. Wischen Sie den Innenraum trocken und lassen Sie die Tür offen, bis alles getrocknet ist. Erst dann setzen Sie Glasböden und Fächer ein, stecken den Stecker wieder ein und räumen die Kühlware zurück.
Wenn es riecht, tropft oder vereist
Geruch trotz Reinigung
Prüfen Sie zuerst Ablauf und Tauwasserschale hinten am Gerät. Spülen Sie den Ablauf mit warmem Wasser durch und reinigen Sie auch die Schale. Den Restgeruch bindet ein offenes Schälchen mit Kaffeepulver oder Natron, das Sie danach für einige Tage ins mittlere Fach stellen.
Wasser im Gemüsefach
Meist ist dann der Ablauf zu, seltener schließt die Tür nicht dicht und es bildet sich zu viel Tauwasser. Machen Sie zuerst den Ablauf frei und prüfen Sie danach die Dichtung. Hilft beides nicht, ist das ein Fall für den Kundendienst.
Schimmel in der Dichtung
Oberflächliche Punkte bekommen Sie wie in Schritt 5 weg. Ist das Gummi aber schwarz durchgefärbt, sitzt der Pilz im Material und kommt wieder. Bei vielen Herstellern gibt es die Dichtung als Ersatzteil, und wie sie sich tauschen lässt, steht in der Anleitung oder sagt Ihnen der Kundendienst.
Eis im Gefrierfach
Schon ab einigen Millimetern lohnt sich das Abtauen, die Schicht treibt den Stromverbrauch hoch. Das Gefriergut kommt vorher in eine Kühltasche oder Kühlbox mit Kühlakkus. Dann ziehen Sie den Netzstecker und legen ein Handtuch unten ins Fach. Ein Topf mit heißem Wasser kommt auf einem Brett hinein, und sobald das Eis angetaut ist, lösen Sie es ab.
Kratzen Sie das Eis nicht mit einem Messer oder anderen spitzen Gegenständen ab. In der Wand läuft die Kältemittelleitung, und das Kältemittel ist in den meisten Geräten brennbar. Vom Föhn raten wir ab. Die heiße Luft verformt den Kunststoff, und das Schmelzwasser tropft auf das Gerät in Ihrer Hand.
Griff wöchentlich, Innenraum alle vier bis sechs Wochen
Wie oft der Innenraum drankommt, hängt auch am Einräumen. Rohes Fleisch und Fisch gehören ganz unten in geschlossene Behälter, Gemüse kommt ohne Erde ins Gemüsefach. Angebrochene Gläser bekommen einen Deckel. Steht alles auf Tellern oder in Boxen, wischen Sie zwischendurch nur die Boxen ab.
| Was | Wie oft |
|---|---|
| Griff und Türaußenseite | wöchentlich beim Küchenputz |
| Türdichtung abwischen | wöchentlich |
| Innenraum mit Ablauf | alle vier bis sechs Wochen |
Vor einer längeren Reise räumen Sie das Gerät aus, reinigen es und schalten es aus. Die Tür bleibt dann einen Spalt offen, sonst bilden sich im ausgeschalteten Gerät schnell Geruch und Schimmel.
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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Muss ich den Kühlschrank zum Putzen ausschalten?
Ziehen Sie vorher den Netzstecker, das empfehlen auch viele Gerätehersteller. Sie arbeiten ja mit feuchten Tüchern im Gerät. Bei offener Tür liefe außerdem der Kompressor, und an der Rückwand kann sich Eis bilden.
Ist Essig im Kühlschrank schlecht für die Lebensmittel?
Für die Lebensmittel ist verdünnter Essig unbedenklich, wenn Sie danach mit klarem Wasser nachwischen. An die Dichtung gehört er nicht, und im Zweifel reicht Spülwasser.
Reicht nicht einfach ein Desinfektionsspray statt Putzen?
Nein. Auf Schmutz und Fett wirken Desinfektionsmittel schlechter, deshalb kommt das Reinigen immer zuerst. Das gilt auch dann, wenn ein Arzt zum Desinfizieren rät.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




