Warum Mikrofaser ohne Reiniger putzt
Mikrofaser ist so fein, dass 10 000 m Faden weniger als 1 g wiegen. Gute Reinigungstücher sind aus Polyester und Polyamid, meist im Verhältnis 80 zu 20. Die Faser ist gespalten und sieht im Querschnitt aus wie ein Stern.
Fett und Wasser sammeln sich in den Spalten, während die Kanten den Schmutz von der Fläche schaben und im Tuch festhalten. Auf Glas und Edelstahl genügt deshalb oft reines Wasser.
Weichspüler und eingetrocknetes Fett verkleben diese Spalten. Hitze setzt der Faser ebenfalls zu, im heißen Trockner genauso wie unter dem Bügeleisen, das die feinen Kanten anschmilzt. Danach nimmt das Tuch kaum noch etwas auf.
Farbcode: ein Bereich pro Tuchfarbe
Wir arbeiten mit vier Farben, so wie die meisten Reinigungsbetriebe:
| Farbe | Bereich | Flächen |
|---|---|---|
| Blau | Allgemeine Flächen | Tische, Schränke, Türklinken, Fensterbänke |
| Rot | WC | WC-Becken, Urinal, Fliesen und Boden am WC |
| Gelb | Bad ohne WC | Waschbecken, Dusche, Wanne |
| Grün | Küche | Arbeitsflächen, Spüle, Kühlschrank |
Manche Betriebe tauschen Gelb und Grün. Das geht, wenn alle im Haus dieselbe Zuordnung kennen und sich daran halten. Für Fenster und Spiegel nehmen wir zusätzlich ein Glastuch mit glatter Faser, weil es keine Fusseln hinterlässt.
Bei verchromten Armaturen hat die Pflegeanleitung des Herstellers Vorrang. Manche Armaturenhersteller raten dort sogar von Mikrofasertüchern ab und nennen ein weiches Baumwolltuch.
Mikrofasertücher in der Waschmaschine
- Vor dem Beladen. Die roten Tücher laufen getrennt, am besten im Wäschenetz. Blau, Gelb und Grün dürfen zusammen in die Trommel, wenn sie nicht stark verschmutzt sind. Baumwolle, Handtücher und Fleece bleiben draußen, weil sich ihre Fusseln in die Mikrofaser setzen.
- Fett und Sand zuerst raus. Küchentücher mit sichtbarem Fett wringen Sie vorher unter warmem Wasser aus. Bei Bodenbezügen schütteln Sie den Sand heraus, bevor sie in die Trommel kommen.
- Bei 60 °C. Heißer waschen senkt die Keime zwar weiter, im Haushalt reichen aber 60 °C. Bei 90 °C nutzt sich die Faser schneller ab. Was ein Tuch höchstens verträgt, steht auf dem Pflegeetikett. Klett-Bodenbezüge waschen Sie ebenfalls nach Etikett, bei manchen sind 45 °C empfohlen. Desinfizierend waschen müssen Arztpraxen, Pflegeheime und Kliniken. Zu Hause brauchen Sie das nur, wenn Arzt oder Gesundheitsamt dazu raten.
- Das passende Waschmittel. Die roten WC-Tücher waschen Sie mit Vollwaschmittel-Pulver, wenn das Pflegeetikett Bleiche nicht ausschließt. Sonst nehmen Sie die höchste Temperatur, die auf dem Etikett steht. Für die blauen, gelben und grünen Tücher genügt ein Color- oder Flüssigwaschmittel ohne optische Aufheller. Dosieren Sie wie für leicht verschmutzte Wäsche.
- Weichspülerfach leer. Spülen Sie auch alte Reste aus der Kammer, denn Weichspüler legt einen Film auf die Faser, und das Tuch fängt an zu schmieren.
- Normal schleudern. Nehmen Sie die Tücher gleich danach aus der Trommel, damit sie nicht feucht liegen bleiben.
- Zum Schluss an die Luft. Hängen Sie die Tücher auf Leine oder Ständer. Wenn Sie den Trockner nehmen, dann nur mit Schonprogramm und niedriger Temperatur. Bügeln Sie die Tücher nicht.
Wenn ein Tuch schon Weichspüler abbekommen hat, waschen Sie es noch ein- oder zweimal nach diesem Ablauf. Saugt es danach immer noch nicht, ersetzen Sie es.
Feucht, nass oder trocken wischen
Wir falten jedes Tuch zweimal, dann hat es acht Wischseiten. Für jede neue Fläche kommt eine saubere Seite nach außen, damit Sie keinen Schmutz weitertragen.
| Tuch | Wofür | Handgriff |
|---|---|---|
| Feucht | Möbel, Türen, Küche | auswringen, bis nichts mehr tropft |
| Nass | Waschbecken, Dusche, WC | mit Sanitärreiniger |
| Trocken | Staub auf Möbeln | locker wischen, die Faser hält den Staub fest |
| Glastuch | Spiegel, Glasränder, Rahmen | trocken oder leicht feucht, ohne Reiniger |
Im Bad kommt zuerst das gelbe Tuch an Waschbecken, Dusche und Wanne. Das WC wischen Sie zuletzt, mit dem roten.
Sicherheit: WC-Gele gibt es mit Chlor und mit Säure. Zwei WC-Gele nie nacheinander ins Becken geben. Chlor steht oft nicht im Produktnamen, sondern klein auf dem Etikett als Natriumhypochlorit oder Aktivchlor.
Bringen Sie Chlorreiniger nie mit Säure zusammen, denn dabei entsteht giftiges Chlorgas. Säure steckt in Entkalkern, sauren WC-Reinigern, Essig und Zitronensäure.
Nacheinander benutzen zählt als Mischen. Reste im Siphon, in Fugen oder im Tuch reichen dafür. Spülen Sie Tuch und Fläche deshalb zwischen zwei Mitteln mit viel klarem Wasser.
Was Tuch und Oberfläche schadet
- Hochglanz und Displays. Hochglanzlack, Klavierlack und beschichtete Displays bekommen von Sandkörnern im Tuch feine Kratzer. Schütteln Sie das Tuch deshalb vorher aus und wischen Sie mit wenig Druck. Bildschirme pflegen Sie nach Anleitung des Geräteherstellers, in der Anleitung steht dann auch, ob trocken oder feucht.
- Auf Naturstein. Marmor, Kalkstein, Travertin und Terrazzo vertragen keine Säure. Ein Tuch, das eben noch mit saurem Sanitärreiniger unterwegs war, trägt die Säure auf den Stein, und dort bleiben helle, matte Stellen. Für Stein brauchen Sie deshalb immer ein frisch gewaschenes Tuch. Unbekannten Stein behandeln Sie wie Marmor, also ohne Säure.
- Kein Chlor. Chlorbleiche und Chlorreiniger greifen das Polyamid an. Wenn ein Tuch grau geworden ist, lassen Sie die Chlorbleiche trotzdem weg. Nach der Wäsche kann es sauber sein, auch wenn es nicht mehr frisch aussieht.
- Nach dem Einsatz. Im Eimer riecht ein nasses Tuch bald muffig, weil Bakterien die Schmutzreste zersetzen. Hängen Sie es deshalb gleich auf oder legen Sie es in ein offenes Wäschenetz.
Vorrat planen und alte Tücher erkennen
Halten Sie von jeder Farbe doppelt so viele Tücher vor, wie Sie für einmal Putzen brauchen. Während die eine Hälfte in der Wäsche ist, liegt die andere sauber bereit.
Ein Tuch hat ausgedient, wenn es Wasser vor sich herschiebt statt es aufzunehmen, wenn die Kanten ausfransen oder wenn es nach der Wäsche weiter muffig riecht.
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Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Brauche ich mit Mikrofaser überhaupt noch Reiniger?
Auf Glas, Spiegeln, Edelstahl und leicht verstaubten Möbeln kommen Sie mit Wasser aus, gegen eingetrocknetes Fett in der Küche hilft ein Spritzer Spülmittel im Wasser. Kalk im Bad löst ein saurer Reiniger, im Haushalt etwa einer auf Zitronensäurebasis. Bringen Sie ihn nie mit einem Chlorreiniger zusammen, dabei entsteht giftiges Chlorgas. Auf Marmor und anderem Kalkstein hat Säure nichts zu suchen.
Mein Tuch riecht nach dem Waschen immer noch muffig. Was tun?
Waschen Sie es noch einmal bei 60 °C mit Vollwaschmittel-Pulver, wenn das Etikett Bleiche erlaubt, und hängen Sie es sofort auf. Wenn es dann weiter riecht, ersetzen Sie das Tuch.
Darf ich das ganze Bad mit einem Tuch putzen?
Nein. Das WC bekommt ein eigenes Tuch, meist in Rot, und für Waschbecken, Dusche und Wanne nehmen Sie ein zweites. Sonst tragen Sie Keime vom WC-Rand ans Waschbecken.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




