Wo im Großraumbüro die Zeit verloren geht
Viel Schmutz gibt es im Großraumbüro nicht, dafür viele kleine Flächen, und jeder Handgriff wiederholt sich an jedem Platz. Bei 60 Plätzen machen zehn Sekunden mehr pro Platz am Abend schon zehn Minuten aus. Die Zeit geht vor allem hier verloren:
- viele einzelne Flächen an jedem Platz: Schreibtisch, Monitor, Telefon, Rollcontainer, Stuhl und Papierkorb
- Laufwege zum Wagen, zum Ausguss und zur Müllsammelstelle
- volle Tische, auf denen erst Papier, Tassen und Kabel beiseitemüssen
Dazu kommt das knappe Zeitfenster. Viele Büros lassen sich nur nach Feierabend oder früh vor Arbeitsbeginn reinigen. Wenn die Reinigungskräfte in diesen Stunden ausgebremst werden, schaffen sie weniger Fläche, oder es braucht zusätzliches Personal.
Ein Durchgang: Müll zuerst, Böden zuletzt
- Wagen bestücken. Auf den Wagen kommen Müllsäcke, beschriftete Sprühflaschen, Tücher in vier Farben und genug vorgetränkte Moppbezüge, die für die Sanitärböden in eigener Farbe. Für WC und Waschtische nehmen Sie einen sauren Sanitärreiniger mit, einen Chlorreiniger laden Sie gar nicht erst auf. Die Flaschen setzen Sie vorher an, erst kaltes Wasser, dann Konzentrat, bei sauren und alkalischen Mitteln mit Schutzbrille und Nitrilhandschuhen. Beim Umfüllen ätzender Konzentrate gehört eine Korbbrille dazu. Das ist eine Schutzbrille, die rundum dicht am Gesicht anliegt.
- Müllrunde. Sammeln Sie Papierkörbe und Tischabfälle in einem Gang ein, dann steht beim Wischen nichts mehr im Weg. Den Wagen stellen Sie dabei so ab, dass die Wege zu jeder Zone kurz bleiben, auf großen Flächen an mehreren Stellen pro Abend. Wenn im Haus Papier getrennt wird, halten Sie es auch im Wagen getrennt.
- WC und Waschtische. Den sauren Reiniger geben Sie unter den WC-Rand und auf die Waschtische, die Nitrilhandschuhe bleiben im ganzen Sanitärraum an. Länger, als auf dem Etikett steht, lassen Sie ihn nicht einwirken. Chlor bleibt ohnehin vom Wagen: Kommt es mit Säure zusammen, entsteht giftiges Chlorgas, und dafür reichen schon Reste im Becken oder im Tuch. Auf dem Etikett heißt Chlor oft Natriumhypochlorit oder Aktivchlor, und weil es WC-Gele mit beidem gibt, kommt nie ein zweites Gel ins Becken. Marmor, Kalkstein und Travertin vertragen keine Säure. Wenn Sie den Stein nicht kennen, lassen Sie sie weg.
- Solange es einwirkt. In der Zwischenzeit putzen Sie die Spiegel und füllen die Spender auf. An der Armatur geben Sie den verdünnten Reiniger aufs Tuch, wischen mit klarem Wasser nach und reiben sie trocken. Danach bürsten Sie das WC aus und spülen, den Waschtisch wischen Sie mit dem gelben Tuch aus und mit klarem Wasser nach. Wenn der Sanitärraum fertig ist, ziehen Sie frische Handschuhe an, bevor es in die Teeküche und an die Tische geht.
- Teeküche. Auf den Arbeitsflächen löst ein alkalischer Reiniger den Fettfilm. Für Kalk an Spüle und Armatur reicht ein milder Zitronensäurereiniger, auch hier aufs Tuch und nicht direkt auf die Armatur. Trocken reiben nicht vergessen. Erst wenn Flächen und Spüle fertig sind, wischen Sie den Boden.
- Arbeitsplätze. Beginnen Sie auf einer Seite des Raums und arbeiten Sie sich Reihe für Reihe durch, ohne zurückzugehen. An jedem Platz wischen Sie die freie Tischfläche mit Neutralreiniger feucht.
- Als Letztes. Den Teppich saugen Sie mit dem Bürstsauger in Bahnen, den Hartboden wischen Sie nebelfeucht. Die Bezüge sind dafür nur so feucht, dass kein Tropfen herausläuft. Ein Bezug reicht für etwa 20 m². Spätestens beim Wechsel in einen anderen Raum nehmen Sie einen frischen, und die Sanitärbezüge kommen nie in Teeküche oder Büro. Arbeiten Sie sich von hinten zur Tür vor, damit auf der frischen Fläche keine Fußspuren bleiben.
Was die Clean-Desk-Regel an den Tischen spart
Ohne Clean-Desk-Regel muss die Reinigungskraft an jedem Platz Gegenstände umstellen, Tassen wegtragen und Kabel anheben, bevor sie wischen kann. Das kostet pro Platz etwa doppelt so viel Zeit.
| Zeit pro Abend | Mit Clean Desk | Ohne Clean Desk |
|---|---|---|
| Ein Arbeitsplatz mit Papierkorb | 60–90 Sekunden | 2–3 Minuten |
| 60 Arbeitsplätze | 1–1,5 Stunden | 2–3 Stunden |
Für die Hausregel genügen drei Punkte:
- Tisch frei bis auf Monitor, Tastatur und Telefon
- Tassen zurück in die Teeküche
- Persönliche Dinge in den Rollcontainer
Tages-, Wochen- und Monatsplan nach Zonen
Was nur langsam verschmutzt, läuft im Wochen- oder Monatsrhythmus mit, damit der tägliche Durchgang ins knappe Zeitfenster passt.
| Zone | Täglich | Wöchentlich | Monatlich oder seltener |
|---|---|---|---|
| Arbeitsplätze | Papierkorb, freie Tischfläche, Griffspuren | Monitorrahmen, Telefon, Armlehnen, Rollcontainer außen | Kabelkanäle, Tischkanten unten, Stuhlrollen entfusseln |
| Teppich | Laufwege mit Bürstsauger | vollflächig saugen, Sockelleisten | Sprühextraktion halbjährlich |
| Hartboden (Vinyl, Kautschuk) | nebelfeucht wischen, Eingänge | vollflächig mit Scheuersaugmaschine | Grundreinigung jährlich |
| Teeküche | Arbeitsflächen, Spüle, Kaffeemaschine außen, Boden | Kühlschrank außen, Mikrowelle innen, Spender | Kühlschrank innen, Oberschränke oben |
| Sanitär | WC, Waschtische, Spiegel, Spender füllen, Boden | Fliesen in Griffhöhe, Türen | Entkalken, Fliesenwände komplett |
| Besprechungsräume | Tisch, Papierkorb | Stühle, Technik-Oberflächen | Glaswände, Lamellenvorhänge |
| Glas | Eingangstüren, Glastüren | – | Fenster innen und außen quartalsweise |
Graue Laufstraßen im Teppich
Graue Bahnen im Teppich sehen wir vor allem an Eingängen und auf dem Weg zur Teeküche. Meist ist das feiner Straßenschmutz tief im Flor, den der Sauger nicht mehr herausholt. Dafür gibt es die Sprühextraktion. Das Gerät sprüht dabei Wasser mit Reiniger in den Teppich und saugt es sofort wieder ab.
Ist der Flor auf der Laufstraße schon plattgedrückt oder abgenutzt, bleibt die Bahn auch nach der Sprühextraktion sichtbar. Dann hilft nur, die Teppichfliesen oder die Bahn zu tauschen.
Im Winter bringt Streusalz zusätzlichen Schmutz herein, und die Sprühextraktion ist dann öfter als halbjährlich fällig. Eine Schmutzfangmatte am Eingang, mindestens drei Schritte lang, hält einen Teil davon zurück.
Monitore und Homeoffice-Tage
Monitore und Touch-Displays
Glasreiniger mit Ammoniak und Alkohol greifen bei vielen Monitoren die Entspiegelung an. Wir nehmen deshalb am ausgeschalteten Monitor ein trockenes Mikrofasertuch und feuchten es bei Bedarf leicht mit Wasser an. Welche Mittel ein Touch-Display verträgt, steht in der Anleitung des Geräts.
Halb leeres Büro an Homeoffice-Tagen
Arbeitet an festen Tagen die Hälfte zu Hause, etwa dienstags und freitags, legen Sie die Tischreinigung auf diese Tage. Dann sind mehr Tische frei. Die Böden kommen an den vollen Tagen dran.
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Produkte aus diesem Artikel
Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.
Häufige Fragen dazu
Wie lange dauert die Reinigung eines Großraumbüros mit 60 Arbeitsplätzen?
Bei rund 1 000 m² mit Clean-Desk-Regel, zwei Sanitärblöcken und einer Teeküche braucht eine Kraft 4 bis 5 Stunden pro Abend. Zwei Kräfte schaffen es in gut zwei Stunden.
Wir haben 60 Arbeitsplätze. Reicht es, dreimal pro Woche reinigen zu lassen?
Für Arbeitsplätze und Böden geht das, vor allem mit Clean-Desk-Regel, für die Toiletten nicht. Täglich genutzte Toiletten müssen nach ASR A4.1 mindestens täglich gereinigt werden. Die Teeküche kommt bei 60 Personen am besten auch täglich dran, weil dort Essensreste und Kaffeesatz liegen bleiben.
Muss die Reinigung nach Feierabend stattfinden?
Saugen und Wischen stören den Betrieb, deshalb läuft beides im Großraumbüro meist nach Feierabend. Teeküche und Sanitärräume kann zusätzlich tagsüber eine Tagesreinigungskraft betreuen.
Wischt die Reinigungskraft auch die Tastaturen ab?
Das legt das Leistungsverzeichnis fest. Üblich ist, dass die Reinigungskraft nur die freie Tischfläche feucht wischt und die Tastatur höchstens trocken abstaubt. Richtig sauber machen die Nutzer ihre Tastatur am besten selbst, mit einem leicht feuchten Tuch.
Bevor Sie loslegen
Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.




