Zum Inhalt springen

Unterschied zwischen Unterhaltsreinigung und Grundreinigung

Gewerbe Lesezeit 5 Minuten · Klar GmbH, Gebäudereinigung Penzberg

Die Unterhaltsreinigung nimmt im laufenden Betrieb den Schmutz auf, der seit dem letzten Mal dazugekommen ist, und kommt dafür mit milden Mitteln aus. Was sich über Monate festsetzt, bleibt dabei liegen, vor allem Reste der Wischpflege und Dreck in den Fugen. Den holt erst die Grundreinigung mit Grundreiniger und Maschine heraus, im Sanitärraum dazu saurer Reiniger gegen Kalk.

Unterschied zwischen Unterhaltsreinigung und Grundreinigung

Warum Unterhaltsreinigung allein nicht reicht

Die Unterhaltsreinigung nimmt auf, was seit dem letzten Einsatz dazugekommen ist: Staub, Fußabdrücke, Fingerspuren, volle Papierkörbe, benutzte Waschbecken. Weil dieselben Flächen immer wieder drankommen, nehmen wir Neutralreiniger und Wischpflege, die übliche Bodenbeläge bei richtiger Dosierung nicht angreifen.

Wenn wir nach zwei Jahren täglichem Wischen einen grauen Boden sehen, liegt das selten an schlechter Arbeit. Jede Wischpflege lässt einen dünnen Film zurück, dazu kommen Kalk aus dem Wischwasser und Schmutz, der in Fugen und Poren einläuft. Über Monate wird daraus ein Grauschleier, gegen den diese milden Mittel kaum noch ankommen.

Was täglich passiert und was einmal im Jahr

Auf 100 m² Büro braucht die Unterhaltsreinigung 20 bis 40 Minuten, eine Grundreinigung 3 bis 6 Stunden. Der Grundreiniger muss erst einwirken, danach gehen Maschine und Nasssauger über jede Fläche.

MerkmalUnterhaltsreinigungGrundreinigung
Turnustäglich bis wöchentlich1–2× im Jahr
MittelNeutralreiniger oder Wischpflege, 20–25 ml auf 8–10 lalkalischer Grundreiniger 1:3–1:10, saurer Sanitärreiniger gegen Kalk
Bodensaugen, feucht wischen mit FlachmoppEinscheibenmaschine mit Pad oder Bürste, Nasssauger, Beschichtung
SanitärBecken, WC, Armatur, Spiegel, Boden, NachfüllenKalkkrusten an Fliesen, Duschwänden und Abflüssen, Fugenreinigung
KücheSpüle, ArbeitsflächenFettfilm an den Wänden
Oberflächenfrei zugängliche Tische, Griffe, AblagenHeizkörper, Fußleisten, Lampen, Lüftungsgitter, Fensterrahmen, Schrankoberseiten

Ablauf einer Grundreinigung mit Beschichtung

Der Ablauf gilt für PVC, Linoleum, Kautschuk und Fliesen. Parkett verträgt so viel Wasser nicht und braucht ein eigenes Verfahren.

  1. Probefläche. Bestimmen Sie zuerst Bodenart und Zustand, dann testen Sie an einer Stelle, wie gut der Grundreiniger den alten Film löst. Wenn der Belag eine werkseitige PU-Vergütung hat, arbeiten Sie nach der Pflegeanweisung des Belagherstellers, mit mildem Grundreiniger und weicherem Pad. Braunes Pad und Entschichtung 1:3 tragen die Vergütung ab, und sie lässt sich nicht wiederherstellen. Erst nach der Probe lässt sich der Aufwand kalkulieren.
  2. Platz schaffen. Bewegliche Möbel kommen hinaus, schwere heben Sie an oder kleben sie ab. Steckdosen und Türschwellen decken Sie ab, bevor Wasser auf den Boden kommt.
  3. Ansetzen in kaltem Wasser. Welcher Grundreiniger passt, richtet sich nach der Bodenart. Linoleum ist alkaliempfindlich, und viele stark alkalische Grundreiniger sind auch für Kautschuk nicht freigegeben. Beide Beläge bekommen deshalb nur Grundreiniger und Beschichtung, die der Hersteller dafür freigibt. Gegen Schmutz genügt 1:9 bis 1:10, gegen alte Beschichtung brauchen Sie bis 1:3. Erst kaltes Wasser in den Eimer, dann das Konzentrat. Die meisten Grundreiniger sind alkalisch, und Laugen verätzen das Auge meist schwerer als Säuren. Bei ätzenden Konzentraten tragen Sie Schutzbrille und Handschuhe. Das gilt für Säuren und für Laugen. Ätzend ist ein Mittel mit dem Ätzsymbol auf dem Etikett. Beim Umfüllen ätzender Konzentrate gehört eine Korbbrille dazu. Das ist eine Schutzbrille, die rundum dicht am Gesicht anliegt. Die Brille bleibt auch beim Auftragen, Schrubben und Nacharbeiten auf, denn eine starke Lösung bis 1:3 ist weiterhin ätzend. Nehmen Sie Handschuhe aus Nitril. Sie halten Sanitär-, Grund- und Rohrreinigern stand. Bei langer Nassarbeit stündlich wechseln oder Baumwollhandschuhe unterziehen.
  4. Einweichen und schrubben. Die Lösung tragen Sie abschnittsweise satt auf und lassen sie je nach Mittel 10 bis 15 Minuten einwirken. Antrocknen darf sie dabei nicht. Danach geht die Einscheibenmaschine mit grünem oder braunem Pad über die Fläche, auf strukturierten Böden mit Bürste. Kanten und Ecken arbeiten Sie mit dem Handpad nach, bis in die Ecke reicht die runde Scheibe nicht.
  5. Nasssauger und klares Wasser. Dann saugen Sie die Schmutzflotte ab. Darin steckt der Grundreiniger mit dem ganzen gelösten Schmutz. Wischen Sie danach zweimal mit klarem Wasser nach und saugen Sie wieder ab, weil Reste von Grundreiniger die neue Beschichtung schlecht haften lassen.
  6. Die neue Schicht. Warten Sie, bis der Boden vollständig trocken ist. Linoleum braucht vor der Beschichtung länger, 12 bis 24 Stunden. Auf PVC, Linoleum und Kautschuk tragen Sie dann mit dem Wischwiesel zwei bis drei dünne Schichten Beschichtung auf, zum Beispiel eine Polymerdispersion. Jede Schicht muss trocken sein, bevor die nächste folgt.
  7. Bis zum Aushärten. Wann der Boden wieder begehbar ist, wann die Möbel zurückkommen und ab wann Sie feucht wischen, steht auf dem Etikett der Beschichtung.

Im Sanitärraum nehmen Sie gegen Kalk zusätzlich sauren Sanitärreiniger. Wenn Säure im Spiel ist, achten Sie auf diese Punkte:

  • Bringen Sie Säure nie mit Chlorreiniger zusammen. Dabei entsteht giftiges Chlorgas.
  • Chlor steht oft nicht im Produktnamen. Auf dem Etikett heißt es Natriumhypochlorit oder Aktivchlor.
  • Viele Rohrreiniger-Gele und Schimmelsprays enthalten Chlor. Nach Rohrreiniger-Gel oder Schimmelspray gehört kein saurer Reiniger an dieselbe Stelle. Ist unklar, was zuletzt im Abfluss war, bleibt Säure weg.
  • Auch mit Grundreiniger darf sich die Säure nicht treffen. Säure und Lauge reagieren heiß und spritzen. Spülen Sie zwischen zwei Mitteln mit viel klarem Wasser nach.
  • Wenn das saure Konzentrat das Ätzsymbol trägt, gehören ebenfalls Schutzbrille und Nitrilhandschuhe dazu, beim Umfüllen eine Korbbrille.
  • Marmor, Kalkstein, Travertin und Terrazzo vertragen keine Säure. Säure löst den Stein an, es bleiben matte, helle Stellen.
  • Zementfugen sind ebenfalls säureempfindlich. Nässen Sie sie vor dem sauren Reiniger mit Wasser vor. Danach spülen Sie Fliesen, Fugen und Becken gründlich mit kaltem Wasser nach.
  • Starke saure Sanitärgrundreiniger greifen Chrom an. Armaturen decken Sie deshalb ab.

Schmierig oder zerkratzt nach der Grundreinigung

Wenn der Boden vier Wochen nach der Grundreinigung wieder schmierig wird, steckt meist zu viel Reiniger im Wischwasser. Die Reste bleiben auf der Beschichtung liegen und halten den Schmutz fest. Dosieren Sie dann mit dem Messbecher statt nach Augenmaß, bei Wischpflege 20 bis 25 ml auf 8 bis 10 l.

Kratzer im Feinsteinzeug bleiben, ebenso Glaskorrosion an Duschwänden und ausgeblichenes PVC, weil die Grundreinigung nur entfernt, was auf der Oberfläche liegt. Schwarzschimmel im Silikon sitzt im Material. Dort hilft nur neues Silikon in der Fuge.

Fester Turnus für Böden und Sanitärräume

Auf PVC und Linoleum gibt die Beschichtung den Takt vor. Bei täglicher Unterhaltsreinigung hält sie in Büros als Richtwert 12 bis 18 Monate, in Läden und Praxisfluren mit Publikumsverkehr 6 bis 9 Monate. Danach ist sie auf den Laufstraßen durch.

ObjektGrundreinigung
Büroalle 12–18 Monate
Praxis, Ladenalle 6–9 Monate, mit Zwischenreinigung bis 12
Sanitärräume mit Publikumsverkehralle 6 Monate
Werkstatt, Produktionnach Verschmutzung, Sozialräume oft vierteljährlich
Zwischenreinigung als Mittelweg: Beim Cleaner-Verfahren arbeitet die Einscheibenmaschine mit Pad und höher dosierter Wischpflege statt Grundreiniger. Das frischt die oberste Pflegeschicht auf, geht deutlich schneller als eine Grundreinigung und kann die nächste um Monate hinausschieben.

Tragen Sie die Grundreinigung mit festen Terminen ins Leistungsverzeichnis ein. In dieser Liste steht, was in welchem Raum wie oft gemacht wird, und damit ist auch das Budget vorher klar. Die Böden kommen dort zum Beispiel einmal im Jahr in den Betriebsferien dran, die Sanitärräume zweimal, Fensterrahmen und Heizkörper einmal.

Aus unserem Laden

Produkte aus diesem Artikel

Erhältlich bei der Klar GmbH, Wölflstraße 17, Penzberg. Wir beraten, welches Mittel zu Ihrer Fläche passt. Zum Produktkatalog.

Häufige Fragen dazu

Warum steht die Grundreinigung nicht im Monatspreis?

Weil sie nur ein- bis zweimal im Jahr anfällt und der Aufwand an Bodenart und Zustand hängt. Wir kalkulieren sie deshalb einzeln, nachdem wir den Boden gesehen und eine Probefläche gemacht haben.

Geht eine Grundreinigung auch, während wir arbeiten?

Nur abschnittsweise. Der Boden ist stundenlang nass und nach der Beschichtung bis zum Aushärten gesperrt. Legen Sie die Grundreinigung deshalb aufs Wochenende, auf Feiertage oder in die Betriebsferien.

Unser Boden ist gefliest. Braucht der überhaupt eine Grundreinigung?

Ja. Auf Fliesen und Feinsteinzeug bauen sich Pflegefilm, Kalk und Fugenschmutz genauso auf. Nur die Beschichtung danach entfällt.

Was bringt die Beschichtung nach der Grundreinigung?

Eine Beschichtung schützt den Belag vor Abrieb und Flecken, macht ihn leichter zu wischen und gibt je nach Produkt Glanz. Auf PVC, Linoleum und Kautschuk ist sie üblich. Glasierte Fliesen und Feinsteinzeug bekommen keine Beschichtung, saugfähiger Naturstein, Cotto und Klinker lassen sich dagegen beschichten.

Bevor Sie loslegen

Die Angaben stammen aus unserer täglichen Arbeit und aus den Herstellerangaben der Mittel. Untergründe, Beschichtungen und Verschmutzungen unterscheiden sich trotzdem von Objekt zu Objekt. Testen Sie jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, halten Sie sich an die Dosierung und die Sicherheitshinweise des Herstellers und mischen Sie niemals zwei Reiniger. Für Schäden, die aus der Anwendung dieser Anleitung entstehen, können wir nicht haften.

Kein Rechtsrat: Aussagen zu Miet-, Vertrags- und Arbeitsrecht geben unsere Praxiserfahrung wieder und ersetzen keine Rechtsberatung. Verbindlich klärt das ein Anwalt oder Ihr Mieterverein.